Faschismus im Fitnesslook: Active Clubs und rechte Netzwerke im Nordwesten

Stand: 24. Oktober 2026 · Recherche

Bremen hat ein gewachsenes neonazistisches Gewaltmilieu, das Nachwuchs gewinnt und seine Etiketten wechselt. Die Spuren führen von Phalanx 18 und dem Brandanschlag auf die Friese zu weserems.aktion, nach Verden und in die Kampfsportnetzwerke des Umlands. Die Active-Club-Strategie setzt auf dieselben Mittel: Training, Kameradschaft und politisch aufgeladene Freizeit. Die AfD bietet politische Anschlussmöglichkeiten. Die entscheidende Frage lautet deshalb: Wer organisiert, schult und normalisiert die nächste Generation – und wie lässt sich dieser Rekrutierung solidarisch entgegentreten?

Mario Müller und weitere Teilnehmende einer neonazistischen Wanderung zur Stedingsehre am 15. Juli 2023.
Mario Müller bei einer neonazistischen Wanderung zur NS-Kultstätte „Stedingsehre“ im Bremer Umland am 15. Juli 2023. Foto: © recherche-nord · CC BY-NC 4.0.

Am 22. Oktober 2026 rückte eine neue Regierungsantwort die Active Clubs erneut in die Nachrichten: Rund 20 regionale Gruppen zählt der Bund. Er warnt vor wachsender Gewaltbefähigung, benennt zugleich Erkenntnislücken und pflegt keinen direkten Austausch mit Sportverbänden zu diesen Strukturen. Die parlamentarische Grünen-Anfrage gibt Anlass, die regionalen Verbindungen genauer zu untersuchen. [32] [30]

Bremen und sein Umland bieten dafür konkrete Ansatzpunkte. Hier verbinden sich Neonazimilieus, Kampfsport und AfD-Kontakte. Die Einschränkung spontanen Protests bei der Einheitsfeier am 3. Oktober wirft zum Vergleich die Frage auf, welchen Nachdruck der Senat beim Schutz vor rechter Gewalt entwickelt. [39] Zivilgesellschaftliche Recherche macht solche Verbindungen sichtbar. Geteiltes Wissen, verlässliche Solidarität und offene Jugend- und Sporträume können rechten Rekrutierungsversuchen früh etwas entgegensetzen.

Bremen 2026: Eine „aufgelöste“ Gruppe beschäftigt weiter die Polizei

Am 30. Oktober 2025 erklärte das Bremer Innenressort, weserems.aktion sei infolge polizeilicher Maßnahmen aufgelöst worden. Rund zehn Personen zwischen 19 und 36 Jahren habe die überwiegend männliche Gruppe zuvor umfasst. Die Vorlage für die Innendeputation benannte Hinweise auf enge organisatorische Verflechtungen mit den Jungen Nationalisten, der Jugendorganisation von Die Heimat, früher NPD. Das war keine Beschreibung einer unpolitischen Jugendclique. [1]

Der Verfassungsschutzbericht 2025, veröffentlicht 2026, formuliert den Organisationsbezug inzwischen deutlicher: weserems.aktion sei der Bremer JN-Ableger gewesen und habe diese Anbindung durch ihren Namen verschleiert. Zugleich reklamiert das Amt die umfassende Aufklärung und Zerschlagung ihrer Strukturen. Diese Erfolgsbewertung betrifft die damalige Struktur, nicht das Ende des gesamten sozialen und politischen Umfelds. [36]

Am 21. Mai 2026 folgten erneut Durchsuchungen im Zusammenhang mit weserems.aktion: sechs Objekte in Bremen und drei in Niedersachsen. Laut Polizei richteten sich die Ermittlungen gegen neun Beschuldigte zwischen 15 und 24 Jahren. Gegenstand waren mutmaßlich strafbare Chat-Inhalte, darunter NS-Symbole, rassistische und volksverhetzende Nachrichten. Gefunden wurden unter anderem Messer, eine Schreckschusspistole, eine Softairwaffe und Datenträger. Der NDR berichtete über die Maßnahmen. Beschuldigte sind keine Verurteilten; diese Ermittlungen belegen auch keine unveränderte Fortexistenz der früheren Gruppe. Sie zeigen aber, dass mit deren behaupteter Auflösung der einschlägige Zusammenhang nicht erledigt war. [2] [3]

Die neue Maßnahme knüpfte nach Polizeiangaben an Funde vom 19. August 2025 an. Damals waren Wohnungen von fünf Personen zwischen 19 und 30 Jahren durchsucht worden. Die im Oktober genannte Altersbreite bis 36 bezog sich dagegen auf das behördlich zugerechnete Gruppenpotenzial. Die Durchsuchten und das geschätzte Gesamtpotenzial sind unterschiedliche Bezugsgrößen. [4] [2] [1]

Die örtlichen Verbindungen haben Namen: Röpke und Frerichs beschrieben Marvin D. und Enrico A. aus dem Verdener Raum sowie Martin B. aus Bremen-Mahndorf. „Verden verteidigen“ bewarb weserems.aktion bereits am 19. Dezember 2024 als Partnerkanal. Die Recherche führt weiter zu Henrik Ostendorf, Sebastian Richter, Matthias Behrens und dem JN-Akteur Lois Wagner. Dokumentiert sind gemeinsame Auftritte und Kontakte. [5]

Andreas Speit arbeitete im September 2025 die Programmatik der Gruppe heraus: Sie verbreitete JN-Mobilisierungen gegen CSD-Veranstaltungen und agitierte gegen die Erinnerung an NS-Verbrechen. Er beschrieb den gefilmten Bannerraub am Sielwallhaus und das anschließende Posieren mit den gestohlenen Transparenten vor der Grünen-Zentrale. Das war eine politische Machtdemonstration: Gegner:innen sollten vorgeführt und queere Sichtbarkeit zurückgedrängt werden. [35]

Die taz bezeichnete Martin B. im Mai 2025 als Bindeglied zwischen Phalanx 18, Die Rechte und neueren Zusammenhängen wie weserems.aktion und Division 1161. Das ist der entscheidende lokale Befund: Neue Gruppennamen entstehen in einem Milieu mit älteren persönlichen Beziehungen. Eine Auflösung kann ein Etikett beseitigen. Ob sie die Verbindungen unterbricht, ist eine andere Frage. [6]

Von Phalanx 18 zur Friese: Das Gewaltmilieu war bekannt

Die Verbindung zwischen Straßenmilieu und Parteipolitik ist in Bremen seit Jahren bildlich belegt. Im Mai 2019 posierten Akteure aus dem Umfeld von Phalanx 18 mit Mertcan Karakaya, damals im Bremer AfD-Landesvorstand und stellvertretender Vorsitzender der Jungen Alternative, bei Wahlkampfvorbereitungen. AfD Watch Bremen dokumentierte unter anderem Michael Osterloh, Nicolai Salander und Andree Gliege im Umfeld der Gruppierung. Nach den damaligen Recherchen wurde Phalanx 18 im November 2019 verboten. Die Schnittstelle zur AfD war damit öffentlich sichtbar, bevor das Active-Club-Label hierzulande zum Nachrichtenthema wurde. [7]

Der Brandanschlag auf die Friese in der Nacht zum 16. Februar 2020 zeigt die tödliche Möglichkeit solcher Feindbilder. Während rund 30 Menschen im Erdgeschoss ein Konzert besuchten, wurde oben Feuer gelegt. Am 22. Mai 2025 verurteilte das Landgericht Bremen Jan Henrik E. aus Dörverden wegen schwerer Brandstiftung und gefährlicher Körperverletzung zu vier Jahren und neun Monaten Haft. Nico J. und Dave S. wurden wegen unterlassener Hilfeleistung verurteilt. Das Gericht stellte keine Terrorzelle und keinen langfristig geplanten Anschlag fest. [10]

Schon am 2. Dezember 2021 fragte Andreas Speit in der taz, warum Linke Polizeiarbeit machen müssten. Er verwies auf die antifaschistische Rekonstruktion des Anschlags und die regionale Struktur von Die Rechte unter Alexander von Malek. Recherche Nord hatte am 24. Januar 2020 eine Kundgebung dieser Partei in Bremerhaven fotografisch dokumentiert. Die taz ordnete später Nico J. und Dave S. dort zu. Die relevanten Milieus waren öffentlich recherchierbar. Sie mussten nicht erst durch eine neue behördliche Trendbeschreibung sichtbar werden. [8] [9] [6]

Nach der taz-Rekonstruktion halfen gerade die Bilder von Recherche Nord Zeug:innen, Verdächtige wiederzuerkennen. Bereits im März 2020 seien entsprechende Namen aktenkundig gewesen. Hinzu kam im Oktober ein ausführliches anonymes Hinweisschreiben. Diese Recherche lieferte konkrete Spuren zur Aufklärung einer gefährlichen Tat. [6]

Die Friese war ein Angriff auf einen Ort, an dem Menschen eine andere Gesellschaft leben. Darin liegt die politische Funktion rechter Gewalt: Einzelne sollen getroffen, ganze Milieus eingeschüchtert werden.

Das Umland als Infrastruktur: Stedingsehre, Verden und Dünsen

Ganderkesee-Bookholzberg ist ein Beispiel dafür, wie politische Schulung und vermeintlich harmlose Freizeit ineinandergreifen. Recherche Nord dokumentierte am 15. Juli 2023 eine Wanderung von Bremen über Altenesch zur NS-Kultstätte Stedingsehre. Unter den Teilnehmenden waren Henrik Ostendorf, der frühere JN-Bundesvorsitzende Sebastian Richter, Martin B. und Mario Müller, den Recherche Nord als Mitarbeiter der AfD-Bundestagsfraktion bezeichnete. Vertreten waren unterschiedliche neonazistische Parteimilieus. Die Veranstaltung schuf einen gemeinsamen sozialen und ideologischen Raum. [11]

An der Wanderung nahmen auch sechs Kinder teil. Die Dokumentation zeigt, wie ihnen Propaganda-Aufkleber zum Verkleben gegeben wurden. Indoktrination beginnt in solchen Zusammenhängen nicht erst mit einem strafbaren Chat. Ausflug, Gemeinschaft und historische Mythen vermitteln Zugehörigkeit; die NS-bezogene politische Deutung gehört zum Erlebnis. Kinder werden in diese Weltanschauung eingebunden, bevor sie über ihre Grundlagen eigenständig entscheiden können. [11]

Eine andere Schnittstelle bot das Open Air Boxing am 20. Juli 2025 im West Side Place in Dünsen. Otto Belina dokumentierte dort den KdN-Organisator Alexander Deptolla, Rechtsrocksänger Hannes Ostendorf und den als Boxer auftretenden Lasse Richei. Als Mitinitiator benannte er Christoph Mohrmann aus Ganderkesee, mit Vergangenheit in der Bremer Hooligangruppe NSHB, Security-Geschäft und Krav-Maga-Angeboten. Auch Danny Gierden, früherer Studiobetreiber im Landkreis Oldenburg, und der Delmenhorster „Standarte“-Hooligan Stefan Ahrlich gehören zu den von Belina beschriebenen personellen Schnittstellen. [12]

Dünsen war kein Beleg für einen dortigen Active Club. Der Vorgang zeigt etwas anderes: Ein öffentliches Sportformat kann Begegnungen und Anerkennung für Akteure ermöglichen, deren politische Biografien im Ring nicht mit angekündigt werden. Ein Handschlag, ein gemeinsamer Veranstaltungstag oder ein sportlicher Auftritt ersetzt keine politische Distanzierung. Für Nachwuchs entsteht ein Umfeld, in dem Neonazis als etablierte Größen und verlässliche Kameraden auftreten können. [12]

Diese Infrastruktur ist älter als die aktuelle Marke. Robert Claus beschreibt im VOLLKONTAKT-Monitoringbericht 2025, erschienen 2026, die Beteiligung Bremer Neonazis an der Gründung des späteren Kampf der Nibelungen 2013. Er nennt außerdem SportFrei aus Bremen und den Nordic Fightclub aus dem Bremer Raum. Training, Kleidungsgeschäft, Veranstaltungen und persönliche Bindungen bilden zusammen ein politisches Milieu. Die Active-Club-Strategie vermarktet solche Methoden heute neu. [13]

Historische Kontinuitäten rechten Wehrsports beleuchtet auch Barbara Manthe in der ZEIT. [38]

Röpke und Frerichs beschrieben Bezüge von Marvin D. und Enrico A. zu C60 und Division 1161 sowie Fotos von Marvin D. mit Deptolla. Die Bremer Behörden beschrieben die örtlichen Kontakte zurückhaltender und unterschieden ausdrücklich zwischen in Bremen und in Niedersachsen wohnhaften Akteuren. Die Landesgrenze darf politisch nicht dazu führen, ein grenzüberschreitendes Netzwerk in scheinbar getrennte Landesprobleme zu zerlegen. [5] [1]

Die AfD als Anschlussraum: Wahlkampf, Medien und Karriere

Eine 2026 veröffentlichte Bildrecherche von Antifa Bremen dokumentiert zwei Akteure, die sie dem Umfeld von weserems.aktion zuordnet, als Unterstützer eines AfD-Stands am 15. März 2025 in Gröpelingen. Das Foto belegt einen konkreten gemeinsamen Auftritt; die Personenzuordnung stammt von der Recherchegruppe. Politisch relevant ist bereits die praktische Unterstützung: Ein neonazistisches Aktionsmilieu findet bei der öffentlichen Parteiarbeit Anschluss. [34]

Die belegte Bremer Wahlkampfhilfe von 2019 zeigt eine praktische Berührung. In Oldenburg lässt sich zusätzlich eine Verbindung über gemeinsame Medienproduktion verfolgen: Der Fitnesscoach Felix Wolf betrieb den Podcast Letz Hetz mit Pascal Wengenroth und Dennis Braun. Rhein-Main Rechtsaußen beschrieb Wengenroth im Dezember 2024 als Macher des Active Club Taunus und Braun als Aktivisten der Identitären Bewegung. Das belegt eine publizistische Zusammenarbeit. [14]

Die taz dokumentierte im August 2026 die ideologische Substanz des Podcasts. Wolf billigte Maximilian Krahs Relativierung der SS-Mitgliedschaft als „inhaltlich völlig korrekt“. Er verlangte eine „demographische Rückeroberung“ und „Germanisierung“ der Bevölkerung. Hinzu kam die Erzählung eines von George Soros mitgesteuerten Bevölkerungsaustauschs. Darin verbinden sich NS-Verharmlosung, völkische Bevölkerungspolitik und ein antisemitisch aufgeladener Verschwörungsmythos. Der Fitnessauftritt macht diese Politik zugänglicher; er nimmt ihr nichts von ihrer Radikalität. [15]

Im Februar 2026 wurde Wolf in den niedersächsischen Landesvorstand der AfD-Jugendorganisation Generation Deutschland gewählt, wie Röpke und Frerichs von deren Gründung in Brettorf berichteten. Nach der Oldenburger Ratswahl vom 13. September 2026 führte ihn die Oldenburger Onlinezeitung mit 625 Stimmen unter den Gewählten. An einer Person wird damit nachvollziehbar, wie Fitness-Influencing, extrem rechte Medienarbeit und eine erfolgreiche AfD-Kandidatur zusammengehen. [16] [17]

Auch die strategische Erwartung ist öffentlich: Sarah Ulrich analysierte 2024 in der taz den Active-Club-Text des Neonazi-Unternehmers Patrick Schröder. Darin erscheinen junge AfD-Wähler:innen als ansprechbare Zielgruppe, die Clubs als politisches Vorfeld und die Absicherung von AfD-Infoständen als mögliche spätere Aufgabe. Schröder erwartete Ressourcen aus der Partei. Seine Forderung belegt eine angestrebte Arbeitsteilung, keine nachgewiesene flächendeckende Finanzierung durch die AfD. [18]

Hier liegt die politische Bedeutung der AfD-Propaganda: Wenn eine ethnisch definierte Bevölkerung als bedroht dargestellt und „Remigration“ zum Befreiungsversprechen gemacht wird, erhalten radikalere Milieus ein anschlussfähiges Deutungsangebot. Schröders Strategie zielt ausdrücklich auf diese Anschlussfähigkeit. Die konkreten Verbindungen reichen von angenommenen Hilfsangeboten bis zu gemeinsamer Medienarbeit und Parteikarrieren. Diese politisch nutzbare Nähe vergrößert den Resonanzraum neonazistischer Rekrutierung. [18] [7] [15]

Wie aus Zugehörigkeit ein völkischer Anspruch wird

CeMAS beschreibt die Active-Club-Rekrutierung als gestaffelten Prozess: Zuerst stehen Gemeinschaft, Freundschaft und körperliche Verbesserung im Vordergrund. Rassistische Ideologie kann anfangs verdeckt oder nachgeordnet bleiben. Persönliche Bindungen sollen die digitale Bekanntschaft festigen. So wird ein berechtigtes Bedürfnis nach Anerkennung mit einer politischen Bedingung verknüpft: Dazu gehört, wer die Vorstellung einer bedrohten weißen Gemeinschaft übernimmt. Die Übung im Ring bekommt eine ideologische Adresse. [19]

Für das direkte Bremer Umland beschrieben Röpke und Frerichs 2025 Probleme an Schulen in Leeste und Kirchweyhe: Nazi-Schmierereien, Böller und Mobbing im Umfeld einer etwa 30-köpfigen Gruppe von Jugendlichen, die auch weserems.aktion folgten. Als Szenestar benannten sie Lucas Seifert alias „Chino“. Die damalige Recherchezahl ist keine aktuelle Mitgliederstatistik. Sie zeigt aber, wie Meme-Kultur, persönliche Bewunderung und lokale Einschüchterung ineinandergreifen können. [5]

Der untersuchte öffentliche Kanal Active Club Niedersachsen verbindet Trainingswerbung mit faschistischen Bezügen und rassistischer Bedrohungserzählung. Eine undatierte Ankündigung nennt Osnabrück als Boxtrainingsschwerpunkt und ein vorgelagertes Gespräch. Im Kanal stehen zugleich ein Codreanu-Zitat und ein weiterverbreiteter Text, der „Ausländer“ pauschal als bewaffnete Gefahr zeichnet und eigene Bewaffnung nahelegt. Das belegt die propagandistische Verbindung. Einen gegenwärtigen Trainingsbetrieb oder eine Bremer Ortsgruppe belegt es nicht. [20]

Die Feindbilder sind handlungsleitend: CeMAS fand Hinweise auf eine Teilnahme des Active Club Niedersachsen am Anti-CSD-Protest in Wismar am 14. September 2024, ausdrücklich vorsichtig zugeordnet. Antifeminismus und Queerfeindlichkeit geben dem behaupteten Schutz einer natürlichen Ordnung konkrete Angriffsziele. Wer Sichtbarkeit von Minderheiten als Angriff auf die eigene Gemeinschaft deutet, kann Einschüchterung als notwendige Verteidigung inszenieren. [21]

Zur Einordnung gehört zugleich die Größenkritik: Bastian Stock wertete für Belltower.News 4.829 Beiträge aus 28 Kanälen aus und warnte im August 2026 davor, Telegram-Präsenzen mit realen Clubs gleichzusetzen. Darunter waren Dachkanäle, etablierte Parteistrukturen und stark mit fremdem Material arbeitende Auftritte. Das relativiert die Selbstdarstellung, nicht die Gefahr der nachweisbaren Akteure. Eine Handvoll gut vernetzter Gewalttäter braucht keine Massenorganisation, um einen Jugendtreff zu bedrohen. [22]

Fünf Berichtsjahre: Rechte Straftaten nehmen deutlich zu

Für 2021 bis 2025 liegt eine vergleichbare polizeiliche Reihe für das Land Bremen vor. Sie zeigt in jedem dieser fünf Berichtsjahre mehr rechte Straftaten als im Vorjahr. Von 211 auf 557 Fälle bedeutet einen Zuwachs um rund 164 Prozent. 2025 entfiel mit rund 54 Prozent erstmals innerhalb dieser Reihe mehr als die Hälfte aller registrierten politisch motivierten Straftaten auf den Bereich rechts. [24]

Polizeilich registrierte rechte Straftaten 2021–2025
Jahr Stadt Bremen Bremerhaven Land gesamt Zum Vorjahr
2021 188 23 211 –
2022 259 25 284 +34,6 %
2023 258 56 314 +10,6 %
2024 338 60 398 +26,8 %
2025 468 89 557 +39,9 %

Quelle: LKA Bremen, Lagebild PMK 2025, S. 20–21, Tabelle 7; Veränderungsraten eigene Berechnung, auf eine Nachkommastelle gerundet. [23]

Die Gewaltentwicklung verläuft nicht gleichförmig: Acht rechte Gewaltdelikte 2023, 18 im Jahr 2024 und zwölf im Jahr 2025 bedeuten zuletzt einen Rückgang. Die stark gestiegene Gesamtzahl ist deshalb kein Beleg für 557 Gewalttaten. 2025 erfasste die Polizei unter anderem 265 Propagandadelikte und 126 Volksverhetzungen. Die Reihe misst angezeigte beziehungsweise bekannt gewordene und polizeilich zugeordnete Taten, nicht Verurteilungen oder die gesamte tatsächliche Gewalt. Es handelt sich um eine Eingangsstatistik mit festem Stichtag. [23] [29]

Die räumliche Verschiebung ist dennoch erheblich: In der Stadt Bremen stieg die rechte Fallzahl von 188 auf 468, in Bremerhaven von 23 auf 89. Kleine Ausgangswerte machen Prozentvergleiche empfindlich. Die Zahlen umfassen außerdem nicht die niedersächsischen Umlandkreise und erlauben keine Zuordnung des Anstiegs zu Active Clubs oder weserems.aktion. Eine belastbare lokale Mitglieder-Zeitreihe dieser Gruppen ist öffentlich nicht verfügbar. Für 2026 liegt noch kein abgeschlossenes Jahresergebnis vor. [23]

Parallel wuchs die AfD bei derselben Wahlart deutlich: Bei der Bundestagswahl stieg sie im Land Bremen von 6,9 Prozent und 22.575 Zweitstimmen 2021 auf 15,1 Prozent und 52.496 Stimmen 2025. Das sind 8,2 Prozentpunkte mehr. Wahl- und Kriminalstatistik messen verschiedene Sachverhalte; aus ihrer parallelen Entwicklung folgt kein statistischer Beweis, dass eine bestimmte Partei eine bestimmte Tat verursacht. Die benannten personellen und ideologischen Schnittstellen müssen deshalb eigenständig untersucht werden. [25] [26]

Die Bremer Verantwortung: Warnen genügt nach der Friese nicht

Die Behauptung, Bremen befasse sich überhaupt nicht mit rechter Radikalisierung, wäre falsch. Am 20. Juni 2025 warnten der damalige Innensenator Ulrich Mäurer und LfV-Leiter Thorge Koehler öffentlich vor neonazistischen Jugendgruppen und der Beschleunigung durch soziale Netzwerke. Die Deputationsvorlage vom Oktober nannte schulische Beratung durch KODEX, Distanzierungsarbeit und eine geplante Informationsveranstaltung mit Sportamt und Landessportbund. Der Friese-Komplex zeigt zugleich, wie weit behördliche Gefahrenbeschreibungen und der Schutz vor Ort auseinanderliegen können. [29] [1] [27]

Gerade am Friese-Verfahren zeigt sich eine dokumentierte Kluft zwischen Gefahrenrhetorik und Ermittlungsalltag. Jean-Philipp Baeck wertete im Juni 2025 die Senatsantwort auf 21 Fragen der Linksfraktion aus: Die zuständige Ermittlerin wechselte im Sommer 2020 in eine andere Sonderkommission; wesentliche weiterführende Maßnahmen unterblieben währenddessen. Der Senat verteidigte die Prioritätensetzung. Frühe Hinweise auf Verdächtige und der im Prozess bekannte Kenntnisstand spiegelten sich in seiner Antwort nach Darstellung der taz nur unzureichend wider. Das rechtskräftige Urteil von 2025 beseitigt diese Aufklärungsfrage nicht. [27]

Auch der Umgang mit einer Durchsuchung blieb Gegenstand scharfer Kritik: Ein vorab angerufener Beschuldigter konnte sein Telefon verschwinden lassen. Soliport und die Nebenklage kritisierten außerdem, dass rechtsterroristische Propaganda nicht als Beweismittel gesichert worden sei. Die Beratungsstelle und Anwältin Lea Voigt beschrieben ein Vorgehen, das Betroffenen über Jahre mangelndes Interesse an der Tat vermittelt habe. Das sind konkrete Vorwürfe gegen Polizei und Ermittlungsführung. Eine unmittelbare Verantwortung des Landesamtes für Verfassungsschutz für diese einzelnen Versäumnisse ist damit nicht bewiesen. [28] [27]

Die Beharrlichkeit der Nebenklage verschaffte der rechten Tatmotivation Öffentlichkeit. Soliport fasste den Beitrag der Nebenklage zur Aufklärung am 19. Mai 2025 so zusammen: „Ohne das Engagement der Nebenklage wäre vieles einfach unter den Tisch gefallen.“ Die Arbeit von Betroffenen, Beratungsstellen und unabhängiger Recherche hat damit konkret Wissen erschlossen, das im behördlichen Verfahren unterzugehen drohte. [28]

Für Initiativen, Schulen, Jugendtreffs und Sportvereine liegt darin ein Ansatzpunkt: Beobachtungen zusammentragen, verlässliche Recherchen teilen und früh fachliche Beratung hinzuziehen. Gemeinsame Freizeit, Selbstvertrauen und Anerkennung lassen sich auf Grundlage von Gleichberechtigung organisieren. In offenen Trainingsangeboten und im Austausch mit verlässlichen Ansprechpersonen können Jugendliche autoritäre Männerbilder und rassistische Gruppennormen hinterfragen.

Der Bund: Geheimhaltung ersetzt keine öffentlich überprüfbare Gefahrenanalyse

Die Bundesregierung nennt in ihrer Antwort auf die parlamentarische Grünen-Anfrage vom Oktober 2026 rund 20 regionale Active Clubs. Auskünfte über regionale Verteilung, Mitgliederzahlen und Altersstruktur verweigert sie unter Berufung auf das Staatswohl – auch unter Geheimschutz. Die anschließende Medienberichterstattung bezog sich auf diese parlamentarische Auskunft. [30]

Ein konkreter Präventionskonflikt betrifft Bremen direkt: Das LidiceHaus warnte im April 2026 vor den angekündigten Kürzungen im Bundesprogramm Demokratie leben! Der Fachstelle Rechtsextremismus und Familie drohe zum Jahresende der Förderstopp; außerdem würden die Dachstrukturen der Mobilen Beratung und der Betroffenenberatung geschwächt. Das sind Angaben und Bewertungen des betroffenen Trägers. Angesichts dokumentierter Indoktrination schon im Kindesalter wäre der Verlust gerade dieser Fachkompetenz politisch widersinnig. Der Konflikt betrifft die Handlungsmöglichkeiten der Menschen, die sich im Alltag gegen rechte Rekrutierung engagieren. [37]

Die für Prävention zentrale Information, wo und in welchem Umfang sich die Strukturen entwickeln, bleibt damit öffentlich kaum überprüfbar. Geheimhaltung kann operative Methoden schützen. Sie beantwortet aber nicht die Frage, welche regionalen Informationen in zusammengefasster Form bereitgestellt werden könnten. Gerade wenn Vereine und Einrichtungen frühzeitig handeln sollen, ist eine allgemeine Warnung vor einer bundesweiten Gefahr zu wenig.

Zu internationalen Verbindungen deutscher Clubs nennt die Antwort keine Erkenntnisse. Verfahrenszahlen beim Generalbundesanwalt scheiterten am fehlenden Erfassungsmerkmal und manuellen Aufwand; für Landesverfahren verweist sie auf die Länder. Direkten Austausch mit Sportverbänden speziell zu Active Clubs gibt es beim Bund nicht. Stattdessen verweist er auf Berichte und Internetauftritte. [30]

Das ist der Kern der Kritik: Verweigerte Auskunft und fehlendes Wissen werden nach außen häufig ähnlich sichtbar, sind aber verschiedene Befunde. Aus der Geheimhaltung allein lässt sich Unwissen nicht beweisen. Die von der Regierung selbst genannten Erkenntnislücken, Auswertungsprobleme und fehlenden direkten Kontakte zeigen die Grenzen ihrer öffentlich vermittelten Gefahrenanalyse. Eine Sicherheitsarchitektur wird nicht dadurch präventiv, dass sie ihre eigene Beobachtungstätigkeit beschreibt.

Marlene Schönberger kritisierte nach der neuen Antwort, dass geringe strafrechtliche Sichtbarkeit keine Entwarnung rechtfertige, wenn konspiratives Auftreten zum Konzept gehört. Sie verlangte wirksamere Prävention und kritisierte die fehlende direkte Zusammenarbeit mit dem Sport. Die beschriebenen Rekrutierungswege zeigen, wie früh politische Bindungen entstehen können – lange bevor sie in einer Strafakte auftauchen. [32] [19]

Schon im Juni 2024 bewertete die Bundesregierung das Gewaltpotenzial unter Verweis auf die internationale Vernetzung als potenziell erheblich. 2026 beantwortet sie die engere Frage nach konkreten deutschen Auslandsverbindungen erkenntnisarm. Unterschiedlicher Frageumfang erklärt diese Aussagen teilweise. Eine nachvollziehbare regionale und internationale Gefahrenanalyse ersetzt das nicht. [31] [30]

Auch die Durchsuchungen beim Active Club Ostwestfalen am 1. Oktober 2025 gehörten längst zum öffentlich bekannten Lagebild. Der WDR berichtete über sechs mutmaßliche Mitglieder und den Verdacht illegalen Waffenbesitzes. Ostwestfalen ist nicht Bremens direktes Umland. Der Fall zeigt jedoch, warum die Bewertung des Konzepts nicht an Trainingsästhetik und bislang bekannten Angriffszahlen stehenbleiben darf. Waffenverdacht, Rekrutierung und Befähigung zur Gewalt sind eigenständige Warnsignale. [33]

Die Active-Club-Strategie verknüpft das Bedürfnis nach Gemeinschaft mit völkischer Ausgrenzung. Ihr lässt sich eine Praxis entgegensetzen, die Selbstbestimmung und Solidarität verbindet. Theodor W. Adorno beschrieb Autonomie in Erziehung nach Auschwitz 1966 als „die Kraft zur Reflexion, zur Selbstbestimmung, zum Nicht-Mitmachen“. Auf die hier beschriebenen Rekrutierungsversuche bezogen heißt das: Menschen stärken, die Gruppendruck durchschauen, Feindbilder zurückweisen und ihre Beziehungen selbst bestimmen. [40] [19]

Zivilgesellschaftliche Wachsamkeit wird praktisch, wenn Erfahrungen ernst genommen, Hinweise sorgfältig dokumentiert und Betroffene mit ihrem Einverständnis unterstützt werden. Wer einen Jugendtreff mitträgt, eine verlässliche Recherche weiterverbreitet, sich an einer solidarischen Initiative beteiligt oder im Verein rassistischer Ausgrenzung widerspricht, vergrößert die Handlungsmöglichkeiten vor Ort. Diese Solidarität lebt vom Engagement vieler und gibt bedrohten Menschen Rückhalt.

Unsere Stärke liegt darin, Wissen zu teilen, Betroffene zu stärken und Freiräume gemeinsam zu verteidigen. Organisierte Solidarität macht aus vereinzelter Sorge die Kraft zum Widerspruch.

Redaktion
AfD Watch Bremen

Weiterführende Schwerpunkte: Militante Neonazis und aktionsorientierte extreme Rechte · Digitale extreme Rechte · Rechte Rockerszene

Quellen und weiterführende Recherchen

Quellenstand: 24. Oktober 2026. Die Nummern entsprechen den Verweisen im Text.

1 · Bremer Innenressort · 30. Oktober 2025

Rechte (Jugend)gruppen in/um Bremen – Vorlage VL 21/5940

Öffentlicher Bericht für die Innendeputation vom 6. November 2025: Organisationsbezüge, damalige Auflösungsbewertung, Schulen und angekündigte Prävention. Besonders Antworten 2, 4–6, 10–17.

5 · Endstation Rechts · Andrea Röpke und Johann Frerichs · 21. August 2025

Dahinter steckt die NPD

Regionale Personenbezüge, Schulmilieus und Vernetzung; Recherchestand 2025.

8 · taz · Andreas Speit · 2. Dezember 2021

Warum Linke Polizeiarbeit machen

Frühe journalistische Auseinandersetzung mit dem Friese-Anschlag, antifaschistischer Recherche und der regionalen Struktur von Die Rechte.

9 · Recherche Nord · 24. Januar 2020

Neonazikundgebung in Bremerhaven

Zeitgenössische Fotodokumentation einer Kundgebung von Die Rechte. Die spätere taz-Recherche ordnet dort auch Dave S. und Nico J. zu.

10 · Endstation Rechts · Joachim F. Tornau · 22. Mai 2025

Brauner Brandstifter muss fast fünf Jahre ins Gefängnis

Gerichtsbericht: Jan Henrik E. wegen schwerer Brandstiftung und gefährlicher Körperverletzung verurteilt; Nico J. und Dave S. wegen unterlassener Hilfeleistung. Das Gericht stellte keine Terrorzelle fest.

11 · Recherche Nord · 15. Juli 2023

Wanderung zur NS-Kultstätte Stedingsehre

Fotodokumentation mit 94 Bildern: Bremen, Altenesch und Bookholzberg; benannte Kader verschiedener Strukturen sowie die Einbindung von Kindern.

12 · Endstation Rechts · Otto Belina · 22. Juli 2025

Hells Angels, Neonazis und ein Box-Event

Veranstaltungsrecherche zum Open Air Boxing am 20. Juli 2025 in Dünsen; personelle Schnittstellen zwischen Hooligan-, Rocker-, Rechtsrock- und Kampfsportmilieus.

14 · Rhein-Main Rechtsaußen · 18. Dezember 2024

Von Männern, die gern Wölfe wären

Active Club Taunus und gemeinsame Podcastproduktion. Belegt wird die publizistische Zusammenarbeit, keine Active-Club-Mitgliedschaft Felix Wolfs.

15 · taz · Aljoscha Hoepfner und Mieke Wolke · 14. August 2026

Nazi-Influencerin geht, Hass bleibt

Dokumentierte Aussagen von Felix Wolf aus dem Podcast Letz Hetz zur SS, zur Bevölkerungspolitik und zum Verschwörungsmythos eines gesteuerten Bevölkerungsaustauschs.

17 · Oldenburger Onlinezeitung · Michael Exner · 14. September 2026

Ratswahl: Fast nur Verlierer

Ergebnistabelle nach der Ratswahl vom 13. September 2026: Felix Wolf unter den Gewählten mit 625 Stimmen.

18 · taz · Sarah Ulrich · 1. Juli 2024

Jung, sportlich, gewaltbereit

Analyse des Active-Club-Konzepts, von Patrick Schröders Strategietext und der angestrebten Verbindungen zur AfD.

20 · Öffentlicher Telegram-Kanal · Eigenangaben · abgerufen am 24. Oktober 2026

Active Club Niedersachsen: Trainingswerbung und Propaganda

Beitrag 42 nennt Osnabrück und ein Auswahlgespräch. Die Ankündigung ist undatiert; heutiger Trainingsbetrieb und Teilnehmendenzahl sind nicht unabhängig bestätigt. Keine Kontaktvermittlung.

21 · CeMAS · Jessa Mellea und Joe Düker · 14. November 2024

Eine neue Generation von Neonazis

Untersuchung der Mobilisierung gegen CSD-Veranstaltungen; Hinweise auf den Active Club Niedersachsen beim Anti-CSD-Protest in Wismar, ausdrücklich vorsichtig zugeordnet.

22 · Belltower.News · Bastian Stock · 24. August 2026

Wie groß sind Deutschlands Active Clubs wirklich?

Auswertung von 4.829 Beiträgen aus 28 Telegram-Kanälen; Kritik an der Gleichsetzung von Kanalzahlen, Selbstdarstellung und realen Gruppen.

25 · Die Bundeswahlleiterin · Bundestagswahl 2021

Endgültiges Ergebnis im Land Bremen

AfD: 22.575 Zweitstimmen beziehungsweise 6,9 Prozent. Vergleich mit derselben Wahlart 2025.

26 · Die Bundeswahlleiterin · Bundestagswahl 2025

Endgültiges Ergebnis im Land Bremen

AfD: 52.496 Zweitstimmen beziehungsweise 15,1 Prozent; Zuwachs um 8,2 Prozentpunkte gegenüber 2021.

28 · Soliport und VBRG · 19. Mai 2025

Neonazi-Brandanschlag auf das Bremer Jugendzentrum Friese

Nebenklage und Betroffenenberatung kritisieren Ermittlungsfehler, den Verlust eines Mobiltelefons und den Umgang mit rechtsterroristischer Propaganda. Ihre Einordnung der Tat wird als solche wiedergegeben.

29 · Bremer Senatspressestelle · 20. Juni 2025

Zunehmende Radikalisierung junger Menschen

Mäurer und LfV-Leiter Koehler warnen vor rechter Radikalisierung. Genannt werden acht rechte Gewaltdelikte 2023 und 18 im Jahr 2024.

34 · Antifa Bremen · Bildrecherche · 2026

Viele Hände, schnelles Ende – Jungnazis in Bremen

Bilddokumentation regionaler Auftritte, darunter Unterstützung eines AfD-Stands am 15. März 2025 in Gröpelingen. Personelle Zuordnungen werden ausdrücklich der Quelle zugeschrieben.

35 · taz · Andreas Speit · 6. September 2025

Nur ein Knoten im Nazi-Netzwerk

Recherche zu Propaganda, Gründern und Bannerraub der weserems.aktion. Maßgeblich ist die korrigierte Fassung: Sielwallhaus, nicht Lagerhaus.

36 · Landesamt für Verfassungsschutz Bremen · Bericht 2025 · veröffentlicht 2026

Verfassungsschutzbericht 2025

Besonders S. 109–111: Junge Nationalisten, weserems.aktion und die behördliche Bewertung der Zerschlagung ihrer Strukturen.

37 · LidiceHaus · Anne Dwertmann · 23. April 2026

Demokratie leben! Kürzungen treffen Bremen

Stellungnahme des Trägers zu den angekündigten Förderkürzungen, zur bedrohten Fachstelle Rechtsextremismus und Familie und den Folgen für Beratung und Prävention.

38 · ZEIT · Barbara Manthe · 28.9.2026

Gewalt ist ihr Leben

Historische Einordnung; öffentlicher Vorspann.

39 · taz · Eiken Bruhn · 22. Oktober 2026 · Kommentar

Die Freiheit wird der Sicherheit geopfert

Kritik an der Einschränkung spontaner Versammlungen, an der Verengung der öffentlichen Debatte und am Umgang mit dem Polizeikessel; dokumentiert auch Einwände aus dem Regierungslager.

40 · Theodor W. Adorno · 1966 · Vortrag, digitaler Nachdruck

Erziehung nach Auschwitz

S. 2 des verlinkten Nachdrucks: Autonomie als Reflexion, Selbstbestimmung und Nicht-Mitmachen. Die Übertragung auf heutige Rekrutierungsversuche ist die Analyse dieses Beitrags.