Völkische Ideologie, Parteikarrieren und politische Infrastruktur
Überregionale Akteur:innen
Rechte Politik in Bremen ist mit überregionalen Machtstrukturen verbunden. Die Wege führen von der Bremer Parteijugend in Höckes Umfeld und in den Bundestag. Publizisten tragen völkische Gesellschaftsentwürfe in Parlamente; Organisator:innen verbinden die AfD mit dem Umland und religiös-nationalistischen Milieus. Diese Dossiers zeigen die Personen und die konkreten Verbindungen.
Zehn Personendossiers erschließen parlamentarische Karrieren, rechte Medienarbeit, Kulturpolitik und Mobilisierung. Im Mittelpunkt stehen ihre nachweisbaren Bezüge zu Bremen: frühere Mandate und Parteifunktionen, gemeinsame Veranstaltungen, Beschäftigungsverhältnisse und organisatorische Unterstützung.
Stand: September 2026
Parlamentarische Macht und völkische Ideologie
Die Bremer Verbindungen reichen in Höckes Umfeld, den Bundestag und die europäische Politik. An Teske, Kaiser und Jongen lässt sich verfolgen, wie Veranstaltungen, persönliche Zusammenarbeit und parlamentarische Funktionen ineinandergreifen.
Björn Höcke
Grausamkeit als politisches Versprechen. Höcke forderte im September 2026 mehr polizeiliche Durchgriffsrechte für Abschiebungen und sprach erneut von „wohltemperierter Grausamkeit“. Er bezog sich dabei auf Abschiebungen nach abgeschlossenem Gerichtsverfahren und berief sich auf gesetzliche Grenzen. Seine Wortwahl wertet Härte gegen Betroffene politisch auf. [1]
Die personelle Verbindung nach Bremen führt über Robert Teske: Der frühere Bremer JA-Vorsitzende wurde Höckes Büroleiter und später Bundestagsabgeordneter. Unser Dossier untersucht Höckes rassistische Ordnungsvorstellungen und die Macht, die sein Umfeld aufbaut. [2]
Robert Teske
Von der Bremer Parteijugend zur Förderung des extrem rechten Umfelds. Teske führte die Junge Alternative Bremen und arbeitete anschließend für Höcke. Im Bundestag beschäftigt er den neurechten Autor Benedikt Kaiser. Damit setzt sich die Verbindung zwischen Parteikarriere, publizistischer Arbeit und parlamentarischen Stellen fort. [2]
CORRECTIV berichtete im Mai 2026 über Teskes finanzielle Unterstützung des „Jungeuropa“-Verlagstreffens in Altenburg, an dem auch Akteure aus dem militanten Neonazimilieu teilnahmen. Teske bekannte sich zur Unterstützung; die betreffenden Personenkreise seien ihm nach eigener Aussage unbekannt gewesen. [2]
Benedikt Kaiser
Soziale Versprechen unter völkischem Vorbehalt. Kaiser trat am 25. Oktober 2018 bei einer von Frank Magnitz organisierten Veranstaltung in der Bremischen Bürgerschaft auf. Die taz dokumentierte seine Werbung für sozialen Nationalismus und ethnische Homogenität; Teske wirkte am Einlass mit. [3]
Das Dossier analysiert Kaisers „solidarischen Patriotismus“ und seine Strategie der Zusammenarbeit von Partei und außerparlamentarischer Rechter. Seine spätere Beschäftigung bei Teske zeigt, wie sich die Bremer Veranstaltungsgeschichte mit bezahlter Arbeit im Bundestag verbindet. [2]
Marc Jongen
Völkischer Kulturkampf mit akademischem Anspruch. Jongen saß 2018 mit Kaiser auf dem Podium in der Bremer Bürgerschaft. Er beschrieb gesellschaftliche Vielfalt als gesteuerten Angriff auf ethnische Homogenität. Der anwesende Bürgerschaftsdirektor intervenierte wegen des rassistischen Gehalts seiner Aussagen. [3]
Unser Dossier verbindet diesen Bremer Auftritt mit Jongens Forderungen, Kulturförderung politisch neu auszurichten und missliebigen Projekten Mittel zu entziehen. Es untersucht, wie Ausgrenzung als Kulturtheorie auftritt und finanzielle Förderung zum Druckmittel werden soll. [4]
Rechte Deutungen in Medien und Kulturpolitik
Zeitschriften und kulturpolitische Ämter eröffnen unterschiedliche Möglichkeiten, gesellschaftliche Debatten zu beeinflussen. Schick und Tassis zeigen, wie Akteure aus dem Bremer rechten Milieu ihre Tätigkeitsfelder über die Stadt hinaus erweitert haben.
Jonas Schick
Naturschutz als Begründung einer völkischen Ordnung. Schicks Weg führte durch die Junge Alternative Bremen, die Identitäre Bewegung und das Umfeld von Frank Magnitz’ Abgeordnetenbüro. Mit der Zeitschrift „Die Kehre“ entwickelte er ein überregional vernetztes publizistisches Projekt. [5]
Das antifaschistische Pressearchiv apabiz beschreibt, wie das Magazin Ökologie mit völkischer Identität, Antimoderne und ausgrenzenden Gesellschaftsbildern verbindet. Das Personendossier vertieft Schicks eigene Texte, wissenschaftliche Analysen und seine Verbindungen zu AfD-Parlamentsbüros. [5]
Alexander Tassis
Ein Bremer Höcke-Anhänger setzt seinen Kulturkampf fort. Tassis war Bremer AfD-Abgeordneter und Funktionär der „Patriotischen Plattform“. Nach dem Ende seines Bürgerschaftsmandats setzte er seine politische Laufbahn in Brandenburg fort. 2024 übernahm er den Vorsitz des Potsdamer Kulturausschusses. [6]
Der Vorsitz eröffnet Einfluss auf die Tagesordnung; die Ausschussmehrheit blieb bei den demokratischen Parteien. Unser Dossier verfolgt Tassis’ Höcke-Nähe, antimuslimische Positionierungen und Geschichtspolitik von Bremen bis in den parlamentarischen Betrieb Brandenburgs. [6]
Organisation und Mobilisierung über Landesgrenzen
Wahlkampf, religiöse Netzwerke, Kundgebungen und Veranstaltungsorganisation verbinden Bremen mit Niedersachsen und weiteren Regionen. Die folgenden Dossiers erschließen die konkreten politischen Tätigkeiten; Baakes Profil behandelt ihre dokumentierte frühere Mitwirkung.
Andreas Iloff
Völkische Netzwerke mit Zugang zur AfD. Iloff organisierte 2017 einen Wahlkampfauftritt Alexander Gaulands in Brinkum bei Bremen. Andrea Röpke und Andreas Speit dokumentierten zugleich seine Rolle als „Gemeinschaftssprecher“ des „Deutschen Bundes“ und dessen völkische Reichsideologie. [7]
2018 trat Iloff in Kirchweyhe gemeinsam mit Frank Magnitz und Marvin Mergard auf. Das Dossier erschließt diese Verbindungen zur Bremer AfD, seine Vorgeschichte in extrem rechten Zusammenschlüssen und die Nutzung von Kundgebungen und Wahlkampfveranstaltungen für gemeinsame Mobilisierung.
Adam Golkontt
Religiöse Identität für rechte Mobilisierung. Golkontt zog 2015 für die AfD in den Beirat Huchting ein. 2020 organisierte er in Bremen einen nationalistischen Aufmarsch zum polnischen Unabhängigkeitstag. Seine Laufbahn führte außerdem in die Arbeit für AfD-Parlamentsbüros.
Als Sprecher der „Christen in der AfD“ im Regionalverband Nord rief er 2021 zur Kündigung von „Tagespost“-Abonnements auf, nachdem die Zeitung die AfD kritisiert hatte. Das Dossier untersucht diesen religiösen Vertretungsanspruch und seine politischen Verbindungen zur polnischen Rechten. [8]
Olaf Kappelt
Gleichstellung zum religiösen Feindbild erklärt. Kappelt führte 2021 die Bremer AfD-Landesliste zur Bundestagswahl an. Bereits 2017 war er zum evangelischen Sprecher der „Christen in der AfD“ im Regionalverband Nordost gewählt worden. Die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare bezeichnete er als Sünde gegen die christliche Familie. [9]
Das Dossier verfolgt seine rechte Aufbauarbeit in christlichen und gewerkschaftlichen Milieus, seinen Bezug zur Bremer St.-Martini-Gemeinde und seine Kandidaturen in unterschiedlichen Regionen. Es zeigt, wie religiöse Autorität für die Abwehr gleicher Rechte beansprucht wird.
Kathrin Baake
Parteiarbeit hinter dem Etikett „überparteilich“. Nach dem Angriff auf Frank Magnitz meldete Baake im Januar 2019 eine Bremer Mahnwache als Initiative eines überparteilichen Bündnisses an. Gegenüber der taz bestätigte sie ihre AfD-Mitgliedschaft; zur Teilnahme hatten ausschließlich AfD-Kreisverbände aufgerufen. [10]
2021 dokumentierte die taz auch ihre Mitwirkung an Bremer Parteitagen sowie ihre juristische Arbeit für die AfD. Das Dossier erschließt diese eigene politische und organisatorische Tätigkeit in beiden Bundesländern. [11]
Wie aus Kontakten politische Handlungsmöglichkeiten werden
Die Laufbahnen machen drei Zusammenhänge sichtbar: Parlamentsbüros bieten Beschäftigung und institutionelle Zugänge. Medien und Bildungsangebote verbreiten ideologische Deutungen. Veranstaltungsorganisation und gemeinsame Auftritte schaffen politische Öffentlichkeit. Die weiterführenden Recherchen untersuchen diese Formen der Zusammenarbeit und ihre Folgen für demokratische Gleichheit.
- Parlamentarische Stellen und rechte Netzwerke
Wie Beschäftigung in Abgeordnetenbüros Personal, Einkommen und organisatorische Möglichkeiten für das extrem rechte Umfeld schafft.
- Junge Alternative Bremen
Die Geschichte der früheren Parteijugend: rassistische Positionen, Identitäre, Führungskämpfe und spätere Karrieren.
- Rechte Medien und Propaganda
Wie Verlage, Magazine und Publizist:innen völkische Deutungen verbreiten und der AfD politische Begriffe liefern.
- Christliche Rechte
Religiös begründete Angriffe auf Gleichstellung und Selbstbestimmung sowie die Schnittstellen zur AfD.
- Transnationale extreme Rechte
Grenzüberschreitende politische Zusammenarbeit, Ideologietransfer und internationale Verbindungen mit Bremen-Bezug.
- Das Netzwerk
Die übergreifende Recherche zu rechten Organisationen, Straßenmobilisierung, Medien, Räumen und Finanzierung.
Weitere Zugänge bieten die zentrale Personenübersicht, Weitere Akteur:innen und Rechte im Parlament.
Quellen und weiterführende Recherchen
Ausgewählte Belege zu den Kurzprofilen und aktuellen Ergänzungen. Die Personendossiers enthalten die ausführlichen Recherchen, Bilddokumentationen und weiteren Quellen zu den Bremer Verbindungen.
Höcke fordert mehr Durchgriffsrechte für die Polizei
Höckes aktuelle Aussagen zur Abschiebepolitik und ihr ausdrücklich genannter rechtlicher Bezug.
AfD und die Neonazis: Abgeordnete finanzieren rechtsextremes Treffen
Recherche zum Verlagstreffen in Altenburg, zu Teske, Kaiser und den Verbindungen zwischen Partei und militantem Milieu.
AfD-Podium in der Bremer Bürgerschaft: Rechte Türpolitik
Vor-Ort-Bericht über Kaiser, Jongen und Teskes Mitwirkung an der Bremer Veranstaltung.
Kulturkampf von rechts: „Die Entsiffung des Kulturbetriebs“
Jongens kulturpolitische Forderungen und der Angriff auf die Förderung kritischer Kultur.
Die Kehre
Analyse der völkischen Ökologie, der Verlagsstruktur und von Schicks politischen Stationen.
AfD-Mann leitet künftig Potsdams Kulturausschuss
Tassis’ Übernahme des Vorsitzes und die tatsächlichen Einflussmöglichkeiten im Ausschuss.
Der völkische Wahlkampfhelfer: Was rechts von Gauland so kommt
Iloffs Veranstaltung in Brinkum und seine Rolle im „Deutschen Bund“.
„Christen in der AfD“ kündigen „Tagespost“-Abos: Nicht mehr katholisch
Golkontts Kündigungsaufruf nach einem AfD-kritischen Kommentar und die Antwort der Redaktion.
„Christen in der AfD“ jetzt auch in Berlin
Kappelts Funktion bei den ChrAfD und seine Position gegen die Ehe für alle.
Demos nach Angriff auf Magnitz: AfD mahnt überparteilich
Baakes Bremer Mahnwache, die bestätigte Parteimitgliedschaft und die Mobilisierung durch AfD-Kreisverbände.
Eine rechte Adresse
Baakes juristische und organisatorische Arbeit für die AfD in Niedersachsen und Bremen.
