Handlungsfähig bleiben

Broschüren für Gremien und Betriebe

Materialien für eine wehrhafte demokratische und antifaschistische Zivilgesellschaft

Eine wehrhafte demokratische Zivilgesellschaft entsteht dort, wo Menschen sich organisieren, Betroffene schützen, menschenfeindlichen Positionen Grenzen setzen und öffentliche Räume demokratisch gestalten. Das betrifft Initiativen und Vereine ebenso wie Schulen, Jugendverbände, Kulturorte, Gastronomie, Betriebe, Verwaltungen und kommunalpolitisch Engagierte.

Alle aufgeführten Materialien sind frei zugänglich oder kostenlos als PDF verfügbar.

Die folgende Auswahl ersetzt die frühere Sammlung von AfD Watch Bremen. Sie ist als Werkzeugkasten für konkrete Situationen aufgebaut: von der Vorbereitung einer Veranstaltung über den Umgang mit rechtsextremen Vereinnahmungsversuchen bis zur Krisenkommunikation nach einer Drohung. Im Mittelpunkt stehen aktuelle, praxiserprobte und möglichst dauerhaft nutzbare Veröffentlichungen.

Wichtig: Zivilgesellschaftliche Gegenwehr sollte von den Bedürfnissen gefährdeter und betroffener Menschen ausgehen. Sicherheit ist eine gemeinsame Aufgabe – keine Erwartung an Einzelne, sich allein einer Bedrohung auszusetzen. Bei akuter Gefahr gelten 110 und 112. Beratungsstellen können bereits vor einem Vorfall vertraulich einbezogen werden.

Orientierung und strategische Vorbereitung

Engagiert & demokratisch bleiben

Bundesverband Mobile Beratung · 2025 · 64 Seiten · kostenloses PDF
Für: Einzelne Engagierte, Initiativen, Schulen, Kirchen, Kultur, Unternehmen und Kommunalpolitik

Die Handreichung bündelt die Erfahrung von rund 50 Mobilen Beratungsteams. Nach einer kompakten Einordnung der AfD folgen nach Arbeitsfeldern geordnete Empfehlungen: Wie lassen sich demokratische Standards sichern? Wo sind klare Grenzen erforderlich? Wie können Organisationen reagieren, ohne rechtsextreme Kommunikationsstrategien zusätzlich zu verstärken?

Besonders nützlich: als gemeinsame Grundlage für Vorstandsklausuren, Teamsitzungen und die Entwicklung einer organisationsweiten Haltung. Für konkrete Rechtsfragen sollte ergänzend fachkundige Beratung eingeholt werden.

Zur Themenübersicht

Handbuch Zivilgesellschaft

Aktionsbündnis Brandenburg · aktualisierte Ausgabe 2025 · kostenlos
Für: lokale Bündnisse, Initiativen und neu Engagierte

Das Handbuch sammelt Erfahrungswissen aus langjähriger lokaler Arbeit. Die zugehörige Materialseite bietet zusätzlich kurze Schritt-für-Schritt-Anleitungen: Demonstrationen anmelden und leiten, Ordner:innen vorbereiten, Infostände organisieren, Sitzblockaden einordnen oder mit Angriffen auf die Gemeinnützigkeit umgehen.

Besonders nützlich: als Einstieg für Gruppen, die aus einem ersten Protest eine tragfähige Struktur machen möchten. Versammlungsrechtliche Hinweise stammen aus Brandenburg; für Bremen sind örtliche Zuständigkeiten und Auflagen gesondert zu prüfen.

Zur Themenübersicht

Feindbild Zivilgesellschaft

Amadeu Antonio Stiftung · 2026 · Sicherheitsreport · kostenloses PDF
Für: Leitungen, Fördermittelverantwortliche, Politik, Verwaltung, Medien und Beratungsstellen

Der Report ordnet tätliche Angriffe, Bedrohungen, Einbrüche, rechtsextreme Mobilisierungen und politische Interventionen gegen Demokratieprojekte systematisch ein. Grundlage ist ein Medienmonitoring; für 2025 wurden 112 Angriffe dokumentiert. Damit liefert die Publikation ein Lagebild zu den Mustern, mit denen zivilgesellschaftliche Arbeit delegitimiert, verunsichert oder materiell geschwächt werden soll.

Redaktionelle Einordnung: Die dokumentierten Fälle bilden das öffentlich feststellbare Geschehen ab, nicht das gesamte Dunkelfeld. Für die Entwicklung eigener Schutzmaßnahmen ist der Report am stärksten in Verbindung mit den folgenden Praxisleitfäden.

Zur Themenübersicht

Organisationen und Engagierte schützen

Feindliche Angriffe auf gemeinwohlorientierte Organisationen

Amadeu Antonio Stiftung · Mai 2026 · Leitfaden für Gegenmaßnahmen · kostenloses PDF
Für: Vereine, Demokratieprojekte, Kultur- und Bildungsträger, soziale und ökologische Organisationen

Der Leitfaden behandelt organisierte Empörungswellen, Desinformation, Einschüchterung, parlamentarische Anfragen und persönliche Bedrohungen als zusammenhängende Angriffsformen. Er zeigt, wie Organisationen Risiken früh erkennen, Zuständigkeiten festlegen, sensible Informationen schützen, Kommunikationswege vorbereiten und im Ernstfall arbeitsfähig bleiben können.

Besonders nützlich: für einen verbindlichen Krisenplan mit Rollen, Kontaktketten, Dokumentationsregeln und externer Unterstützung.

Zur Themenübersicht

BEWARE – Praxistool zur Strategieentwicklung

Amadeu Antonio Stiftung und Projekt BEWARE · 2025 · Praxistool plus Begleitheft · kostenlos
Für: Teams, Bündnisse und Personen, die mit wiederkehrenden Bedrohungen rechnen

BEWARE ist ein moderiertes Arbeitsinstrument. Es hilft Teams, unterschiedliche Gefährdungswahrnehmungen sichtbar zu machen, Zielkonflikte zu besprechen und Maßnahmen zu entwickeln, die zum eigenen Arbeitsfeld passen. Grundlage sind qualitative Untersuchungen und eine Befragung von mehr als 500 Engagierten aus dem Jahr 2024.

Besonders nützlich: wenn Standardchecklisten zu allgemein bleiben oder innerhalb eines Teams unterschiedliche Sicherheitsbedürfnisse bestehen. Die Anwendung sollte in einem geschützten Rahmen stattfinden; bei konkreten Drohungen empfiehlt sich die Begleitung durch eine spezialisierte Beratungsstelle.

Zur Themenübersicht

Hass, Gewalt und Lügen im Netz sind nicht Teil des Jobs

HateAid · 2025 · Leitfaden, Krisenplan und ausfüllbares Poster · kostenlos
Für: kommunalpolitisch und zivilgesellschaftlich Engagierte, Arbeitgeber und Teams

Der Leitfaden verbindet Prävention, Dokumentation, Plattformmeldungen, rechtliche Schritte und Fürsorgepflichten. Der ergänzende Krisenplan „Engagement in Gefahr?“ übersetzt diese Informationen in Zuständigkeiten und konkrete Abläufe. Ein weiterer Flyer erklärt die Auskunftssperre im Melderegister, wenn die Veröffentlichung einer Privatadresse befürchtet wird.

Besonders nützlich: vor Kampagnen, Wahlkämpfen oder öffentlich angekündigten Veranstaltungen. Beweissicherung sollte so erfolgen, dass Betroffene belastendes Material nicht wiederholt selbst sichten müssen.

Zur Themenübersicht

Gegenwind oder doch schon ein Sturm?

Amadeu Antonio Stiftung · April 2026 · kostenloses PDF
Für: kommunale Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte sowie Verbündete in Verwaltung, Politik und Zivilgesellschaft

Die Handreichung untersucht antifeministische Angriffe auf kommunale Gleichstellungsarbeit – von Abwertung und organisierten Beschwerden bis zu massiven Drohungen. Sie verbindet empirische Befunde mit Vorschlägen für kollegiale Unterstützung, institutionelle Rückendeckung, Kommunikation und Schutz.

Besonders nützlich: weil sie Antifeminismus nicht als persönlichen Konflikt, sondern als Angriff auf Gleichstellung und demokratische Institutionen bearbeitet.

Zur Themenübersicht

Veranstaltungen, Gastronomie und Kulturorte

Rechtsextreme Bedrohungen bei Veranstaltungen und Demonstrationen

Opferperspektive und Aktionsbündnis Brandenburg · März 2026 · kostenloses PDF
Für: Organisator:innen von CSDs, Demokratiefesten, Kundgebungen und öffentlichen Veranstaltungen

Die Broschüre führt durch Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung. Sie unterstützt bei der Einschätzung möglicher Störungen, bei Schutz- und Kommunikationskonzepten, der Einweisung von Teams sowie beim Umgang mit Bedrohungen während einer Veranstaltung.

Besonders nützlich: als Grundlage für eine Sicherheitsbesprechung mit klaren Verantwortlichkeiten. Die Perspektive der Betroffenen und die Zusammenarbeit mit unabhängigen Beratungsstellen sollten dabei fest eingeplant werden.

Zur Themenübersicht

Kein Raum für Hetze

NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln · 2024 · kostenloses PDF
Für: Gastronomie, Hotels, Vermieter:innen, Tagungshäuser, kommunale Räume und Kulturstätten

Die Handreichung erklärt, wie extrem rechte, rassistische oder antisemitische Gruppen Räume anmieten, welche Warnzeichen erkennbar sein können und wie Vermietende organisatorisch und vertraglich vorsorgen. Damit ist sie der zeitgemäße Nachfolger des früher auf AfD Watch Bremen verlinkten Gastronomie-Ratgebers.

Besonders nützlich: vor der Überarbeitung von Mietbedingungen, Hausordnung und internen Buchungsabläufen. Vertragsklauseln und Absagen können erhebliche Rechtsfolgen haben; Formulierungen sollten deshalb für den konkreten Betrieb juristisch geprüft werden.

Zur Themenübersicht

Haltung zeigen – extrem rechte Angriffe auf die Club- und Festivalkultur abwehren

LiveKomm und Bundesverband Mobile Beratung · 2026 · kostenloses PDF
Für: Clubs, Festivals, Konzertveranstalter:innen, Crews, Booking, Awareness und Sicherheitspersonal

Der Leitfaden behandelt rechte Gäste und Beschäftigte, Kampagnen gegen Kulturorte, Codes of Conduct, Ausschlussklauseln, Awareness- und Sicherheitskonzepte sowie einschlägige Symbole und Marken. Er verbindet Haltung mit betrieblichen Abläufen – vom Booking bis zum Einlass.

Besonders nützlich: für eine gemeinsame Schulung aller Gewerke. Ein Schutzkonzept wirkt erst dann zuverlässig, wenn Kommunikation, Hausrecht, Einlass, Awareness und Nachsorge aufeinander abgestimmt sind.

Zur Themenübersicht

Vereine: Satzung, Gemeinnützigkeit und politische Haltung

Im Verein – gegen Vereinnahmung

RAA Mecklenburg-Vorpommern · 4. aktualisierte Auflage 2024, Download aktualisiert 2026 · 48 Seiten · kostenlos
Für: Vorstände, Mitgliedervertretungen, Sport-, Kultur- und Heimatvereine

Die Handreichung beschreibt Strategien rechtsextremer Unterwanderung und zeigt demokratisch legitimierte Reaktionsmöglichkeiten. Sie enthält Muster für Satzungen und Präambeln sowie Hinweise zu Aufnahme, Mitgliedschaft, Ausschluss und persönlicher Sicherheit.

Besonders nützlich: bevor ein Konflikt eskaliert. Satzungsänderungen sollten mit vereinsrechtlicher Beratung abgestimmt und von den zuständigen Vereinsorganen ordnungsgemäß beschlossen werden.

Zur Themenübersicht

Zivilgesellschaft ist nicht neutral

Heinrich-Böll-Stiftungen · 2025 · acht Seiten · kostenloses PDF
Für: gemeinnützige Vereine, Vorstände, Haupt- und Ehrenamtliche

Die kompakte Handreichung erklärt, warum Gemeinnützigkeit kein allgemeines politisches Schweigegebot bedeutet. Sie unterscheidet parteipolitische Betätigung von der sachbezogenen öffentlichen Positionierung im Rahmen des Satzungszwecks und beantwortet typische Fragen zur demokratischen Haltung von Vereinen.

Besonders nützlich: für die Vorbereitung öffentlicher Erklärungen und interner Beschlüsse. Steuer- und gemeinnützigkeitsrechtliche Risiken hängen vom Einzelfall, vom Satzungszweck und von Art und Umfang der Aktivität ab; im Zweifel ist spezialisierte Rechts- oder Steuerberatung erforderlich.

Zur Themenübersicht

Gemeinnützigkeit in Gefahr?

Aktionsbündnis Brandenburg · 2025 · kostenlos
Für: Initiativen und Vereine, deren Förderung oder Gemeinnützigkeit politisch angegriffen wird

Die Arbeitshilfe ordnet Kampagnen ein, mit denen demokratisch engagierte Vereine eingeschüchtert oder finanziell geschwächt werden sollen. Sie hilft dabei, Vorwürfe zu prüfen, Unterlagen zu sichern, kommunikative Reaktionen vorzubereiten und fachkundige Unterstützung einzubeziehen.

Besonders nützlich: als Ergänzung zur juristischen Einzelfallprüfung und zum Leitfaden über feindliche Angriffe auf gemeinwohlorientierte Organisationen.

Zur Themenübersicht

Schule, Jugendverbände und Arbeitswelt

Handlungsleitfaden für den Umgang mit Rechtsextremismus an Schulen

Miteinander e. V. · März 2026 · kostenloses PDF
Für: Schulleitungen, Lehrkräfte, Schulsozialarbeit, Elternvertretungen und pädagogische Fachkräfte

Der Leitfaden verbindet Prävention, unmittelbare Reaktion und Nachsorge. Er bietet strukturierte Handlungsschritte für rechtsextreme Vorfälle und einen fachlichen sowie rechtlichen Rahmen gegen den Mythos einer „wertneutralen Schule“.

Besonders nützlich: für ein schulweites Verfahren, das Verantwortlichkeiten, Dokumentation, Schutz Betroffener, pädagogische Bearbeitung und externe Beratung zusammenführt. Schulrechtliche Einzelheiten des jeweiligen Bundeslandes sind zusätzlich zu berücksichtigen.

Zur Themenübersicht

Haltung statt Neutralität

Deutscher Bundesjugendring · 2025 · Schwerpunktheft und Rechtsinformationen · kostenlos
Für: Jugendverbände, Ehrenamtliche, Geschäftsstellen und Vorstände

Die Materialien behandeln rechtsextreme Anfeindungen, Neutralitätsforderungen und die demokratische Positionierung von Jugendverbänden. Praxisbeispiele und rechtliche Einordnungen helfen, den eigenen Auftrag klar zu vertreten und Mitglieder zu schützen.

Besonders nützlich: wenn Fördermittelgeber, politische Akteur:innen oder Öffentlichkeit eine vermeintliche parteipolitische Neutralität einfordern.

Zur Themenübersicht

Leitlinien zum Umgang mit der AfD und anderen rechtsextremen und rechtspopulistischen Akteuren

Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe · 2024 · kostenloses PDF
Für: Träger, Einrichtungen und Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe

Die Leitlinien formulieren fachliche Maßstäbe für Kooperationen, Einladungen, Gremienarbeit, Veranstaltungen und die Unterstützung junger Menschen. Ihr Ausgangspunkt sind die Rechte und Schutzbedürfnisse von Kindern und Jugendlichen sowie der demokratische Auftrag der Jugendhilfe.

Besonders nützlich: für verbindliche Entscheidungen auf Trägerebene, damit Fachkräfte in Konfliktsituationen nicht allein gelassen werden.

Zur Themenübersicht

Handbuch Initiative für betriebliche Demokratiekompetenz

Initiative für betriebliche Demokratiekompetenz · 2024 · kostenloses PDF
Für: Beschäftigte, Betriebs- und Personalräte, Gewerkschaften, Führungskräfte und Bildungsarbeit

Das Handbuch überträgt die Auseinandersetzung mit Rassismus, Rechtsextremismus und Verschwörungserzählungen in den Arbeitsalltag. Es stellt Bildungsansätze, betriebliche Instrumente und Erfahrungen aus Modellprojekten vor.

Besonders nützlich: um demokratische Betriebskultur nicht auf einzelne Streitgespräche zu reduzieren, sondern mit Beschwerdewegen, Beteiligung, Qualifizierung und Antidiskriminierung zu verbinden.

Zur Themenübersicht

Hilfe und Beratung in Bremen und Bremerhaven

Mobiles Beratungsteam gegen Rechtsextremismus Bremen und Bremerhaven

Das MBT berät Einzelpersonen, Initiativen, Vereine, Bildungseinrichtungen, Betriebe, Verwaltung und Politik bei Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus und weiteren Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Die Beratung kann bei einer ersten Lageeinschätzung beginnen und bis zur Entwicklung einer langfristigen Strategie reichen.

Kontakt: info@mbt-hb.de · 0421 692 722 12

Zur Themenübersicht

soliport – Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt solidarisch beraten

soliport unterstützt Betroffene, Angehörige und Zeug:innen in Bremen und Bremerhaven. Die Beratung ist kostenlos, vertraulich, auf Wunsch anonym und unabhängig von Polizei und Sicherheitsbehörden. Sie kann bei der Verarbeitung des Erlebten, bei Sicherheitsfragen, medizinischer Dokumentation, rechtlichen Schritten und im Kontakt mit Behörden begleiten.

Kontakt: 0421 178 312 12 · weitere sichere Kontaktwege auf der Website

Zur Themenübersicht

Beratungsstellen des Demokratiezentrums Land Bremen

Das Verzeichnis bündelt die spezialisierten Angebote im Land Bremen. Neben MBT und soliport finden sich dort unter anderem die Distanzierungs- und Ausstiegsberatung Sichtwechsel, das Zentrum für queeres Leben, KELAM für das Themenfeld muslimisches Leben sowie akriba für antisemitismuskritische Bildungsarbeit. Die angeschlossenen Beratungsangebote arbeiten nach den Grundsätzen von Freiwilligkeit und Vertraulichkeit und sind für Ratsuchende kostenlos.

Zur Themenübersicht

So werden die Materialien praktisch nutzbar

Die Broschüren entfalten ihren Wert, wenn aus Wissen verbindliche Abläufe werden. Für Vereine, Einrichtungen und Bündnisse empfiehlt sich ein regelmäßiger Arbeitsprozess:

  1. Risiken gemeinsam erfassen: Welche Personen, Veranstaltungen, Daten, Räume und Kommunikationskanäle könnten angegriffen werden?
  2. Betroffene beteiligen: Schutzmaßnahmen an ihren Bedürfnissen ausrichten und Entscheidungen nicht über ihre Köpfe hinweg treffen.
  3. Verantwortung verteilen: feste Rollen für Sicherheit, Presse, Social Media, Dokumentation, Awareness und externe Kontakte bestimmen.
  4. Regeln schriftlich festhalten: Satzung, Hausordnung, Mietbedingungen, Moderationsregeln, Beschwerdewege und Krisenplan aufeinander abstimmen.
  5. Szenarien üben: Drohmail, Störversuch, Doxing, Presseanfrage oder Angriff als kurze Teamübung durchspielen.
  6. Früh Beratung hinzuziehen: Mobile Beratung, Betroffenenberatung und bei Bedarf spezialisierte Rechtsberatung bereits in der Vorbereitung einbinden.
  7. Nachsorge organisieren: Vorfälle dokumentieren, Betroffene entlasten, das Team informieren und Schutzmaßnahmen nach jeder Lage auswerten.

Redaktioneller Hinweis: Diese Übersicht dient der politischen Bildung und praktischen Orientierung. Sie ersetzt keine Rechtsberatung, Gefährdungsanalyse oder psychosoziale Beratung im Einzelfall.