(links vorn) Ann Katrin Magnitz und Lars Steinke im Haus der Burschenschaft Hannovera in Göttingen – 21.5.2015 – Quelle: Recherche 370

Falsch verbunden

Ein weiteres Beispiel für die überregionale Vernetzung der Bremer JA ist Lars Steinke. Dieser war zum Gründungstreffen der JA am 16.10.2016 in Bremen Fa
rge anwesend. In Göttingen, dem letzten Wohnort von Lars Steinke, ist er kein unbeschriebenes Blatt und steht dort seit 2013 im Fokus antifaschistischer Recherchen. Ungefähr seitdem versuchte er auch, in Göttingen und Umland die AfD sowie die JA zu etablieren – ohne großen Erfolg.

Gründungsfoto mit Steinke (Links) Mergard (Mitte) Teske (Rechts) Schick (Hinten links) Efraimidis (Ganz hinten)  Quelle: Facebook

Neben diesen Parteiaktivitäten war Lars Steinke Ende des Jahres 2015 außerdem maßgeblich an der Etablierung einer neuen extrem rechten Gruppierung in Göttingen und Umland aktiv – dem Freundeskreis Thüringen/Niedersachsen (Inzwischen Freundeskreis/Thügida) um Thorsten Heise. Für diesen Freundeskreis, damals noch unter dem Namen “Freiheitlicher Bürgertreff“, meldete Steinke, im Windschatten der AfD-Demos in Erfurt, die ersten Kundgebungen an, die schon von Beginn ein Sammelbecken, sowohl für die Neue Rechte als auch militante Neonazi-Kader waren. Zu Beginn des Jahres 2016 zog sich Lars Steinke nach und nach aus der Organisation der Kundgebungen zurück. Nichtsdestotrotz hält er seitdem den Kontakt mit den ebenfalls an der Organisation beteiligten Nazis von NPD und Thorsten Heise’s “Arischer Bruderschaft” sowie anderen militanten Neonazis lose aufrecht. Parallel zum weiteren AfD und JA-Engagement, knüpfte er Kontakt zur Identitären Bewegung (IB) und fuhr zur Demonstrationen nach Wien und Berlin.  

Steinke auf Demo der Identitären Bewegung 2016             Quelle: Screenshot Youtube

Sein kontinuierliches Engagement in der extremen Rechten führte im Laufe des Jahres 2016 dazu, dass Lars Steinke aus seiner Burschenschaft, der “Hannovera” in Göttingen ausgeschlossen wurde, die schon seit ihrem Austritt aus dem extrem rechten Dachverband DB versucht sich, eher nur vordergründig, von der extremen Rechten zu distanzieren. Des Weiteren läuft seit geraumer Zeit ein Parteiausschlussverfahren gegen Lars Steinke. Diese Verfahren wurden seit der Gründung der AfD allerdings nur selten zu einem Abschluss im Sinne eines tatsächlichen Ausschlusses gebracht. Auch wenn Lars Steinke durch das Parteiausschlussverfahren ein wenig in seinem Engagement gehindert zu sein scheint (kein Stimmrecht auf Bundesparteitagen) ist er ein wichtiger Funktionär, wenn es um den Aufbau neuer JA Strukturen geht. So besteht nachweislich durch ihn der Kontakt zu den Strukturen in Kassel und Bremen. Durch sein paralleles Engagement bei der IB, kann er als wichtiger überregionaler Akteur und Netzwerker des national-völkischen Flügels in der AfD und JA gesehen werden, der als Bindeglied zur außerparlamentarischen Neuen Rechten fungiert.