Falsch verbunden

Ann Katrin Magnitz (Tochter des AfD Landeschefs Bremen) und Steinke auf Veranstaltung im Haus der Burschenschaft Hannovera in Göttingen, 21.5.2015 Quelle: Recherche 370

Anlässlich der aktuellen Austrittswelle in der “Jungen Alternative” (JA) Niedersachsen, berichten wir über den für die JA Bremen wichtigen Netzwerker Lars Steinke. Durch seine Wahl im Juli 2017 zum Landesvorsitzenden der JA Niedersachsen und den bekannten Verbindungen zur “Identitären Bewegung” sowie zu gewaltbereiten Nazikadern, wurde Steinke als Vorsitzender nun selbst Teilen der AfD Jugendorganisation zu viel. 

Ein weiteres Beispiel für die überregionale Vernetzung der Bremer JA in extrem rechte Kreise ist Lars Steinke. Dieser war zum Gründungstreffen der JA am 16.10.2016 in Bremen Farge anwesend. In Göttingen, dem letzten Wohnort von Steinke, ist er kein unbeschriebenes Blatt und steht dort seit 2013 im Fokus antifaschistischer Recherchen. Ungefähr seitdem versuchte er u.a. in Göttingen, sowie in Braunschweig, die JA zu etablieren – bislang ohne großen Erfolg.

Verbindung zum Netzwerk militanter Neonazis

Zu Beginn des Jahres 2016 zog sich Lars Steinke nach und nach aus der Organisation der Kundgebungen zunächst zurück. Nichtsdestotrotz hält er seitdem den Kontakt mit den ebenfalls an der Organisation beteiligten Neonazis der NPD und zum extrem gewalttätigen Thorsten Heise “Arischer Bruderschaft“, sowie weiteren militanten Neonazis aufrecht. Parallel zum weiteren AfD und JA-Engagement, knüpfte er Kontakt zur Identitären Bewegung (IB) und fuhr zu deren Aufmärschen nach Wien und Berlin. Bei einem seiner Besuche der Burschenschaft Thuringa in Braunschweig, wurde Steinke u.a. mit Neonazis aus dem Umfeld der sogenannten Jungen Nationaldemokraten (JN), Die Rechte und Aktionsgruppe 38 bei einem “Zeitzeugenvortrag” gesehen. Ebenso paktierte er mit Neonazis bei seinem Besuch des IB Aufmarsches in Wien 2016. Von diesen Kontakten wussten die  Akteure der JA Bremen schon vor ihrer Gründung. Statt aber Steinke zu meiden, wurde er speziell zur Gründung der JA Bremen eingeladen und besuchte auch später immer wieder die Akteure der JA Bremen.

Netzwerker zwischen Kameradschaften, Burschenschaften, Identitären und AfD

Steinke beim Aufmarsch der “Identitären Bewegung” 2016 – Quelle: Screenshot Youtube, Lars Steinke

Sein kontinuierliches Engagement in der extremen Rechten führte im Laufe des Jahres 2016 dazu, dass Lars Steinke aus seiner Burschenschaft, der “Hannovera” in Göttingen ausgeschlossen wurde, die schon seit ihrem Austritt aus dem extrem rechten Dachverband DB versucht sich, eher vordergründig, von der extremen Rechten zu distanzieren. Des Weiteren läuft seit geraumer Zeit ein “Parteiausschlussverfahren” gegen Steinke. Diese parteiinternen Verfahren wurden seit der Gründung der AfD allerdings nur selten zu einem Abschluss, im Sinne eines tatsächlichen Ausschlusses, gebracht. Auch wenn Lars Steinke durch das Parteiausschlussverfahren ein wenig in seinem Engagement gehindert zu sein scheint (kein Stimmrecht auf Bundesparteitagen) ist er ein wichtiger Funktionär, wenn es um den Aufbau neuer JA Strukturen geht.

So besteht nachweislich durch ihn der direkte Kontakt zu den Strukturen in Kassel, Göttingen, Braunschweig und Bremen. Durch sein paralleles Engagement bei der IB, kann er als wichtiger überregionaler Akteur und Netzwerker des völkisch-nationalistischen Flügels in der AfD und JA gesehen werden, der als Bindeglied zur außerparlamentarischen “Neuen Rechten” fungiert, mit Verbindungen zur militanten Neonazi-Szene.

Im März 2018 trat Steinke erneut mit der JA Bremen in Erscheinung. Diesmal instrumentalisierte Steinke mit der AfD Bremen/Niedersachsen den tragischen Tod eines Jugendlichen in Kirchweyhe.

Anfang August 2018 berichtete der Spiegel, wurde Lars Steinke als Landesvorsitzender der “Jungen Alternative” Niedersachsen abgesetzt. Dieser Schritt erfolgte, nachdem Steinke den Hitler-Attentäter Claus Schenk von Stauffenberg einen “Feigling” und “Verräter” genannt hatte. Die AfD rügte allerdings nicht seine Äußerung, sondern der “Schaden” der durch seine Äußerung der Partei entstanden sei, führte zu der Maßnahme Steinke abzusetzen. Widersprüchlich erscheint Steinke’s Verhalten deshalb, da Steinke als Anhänger von Höcke die AfD – Stauffenberg Propaganda der AfD torpediert. Mit seiner Äußerung restaurierte Steinke NS Propaganda, etwas das die Bundes-AfD bislang bei allen solch gelagerten Äußerungen anderer AfD AkteurInnen nur vordergründig sanktionierte.

Redaktion
AfD Watch Bremen

Gründungsfoto mit Steinke (Links) Marvin Mergard (Mitte) Robert Teske (Rechts) Jonas Schick (hinten links) Efraimidis (Ganz hinten) Quelle: Facebook, Lars Steinke

Schwund in der Jungen Alternative – Andreas Speit

Robert Teske – Junge Alterative Bremen

Marvin Mergard – Junge Alternative Bremen

Ann-Katrin Magnitz – Junge Alternative Kassel

Junge Alternative Bremen beim IB Aufmarsch

Ehemaliges JA Mitglied outet sich als IB Akteur

The Walking Deutsch