
Was ist NS-Ideologie?
Die nationalsozialistische Ideologie sprach Menschen gleiche Würde und Rechte ab. Sie verband rassistische Ausgrenzung, Antisemitismus und unbedingten Gehorsam mit dem Anspruch auf Eroberung und Vernichtung. Ihre Umsetzung bedeutete Diktatur, Krieg, die Shoah und weitere Massenverbrechen.
Darum geht es auf dieser Seite
- Verstehen: Welche Menschen- und Gesellschaftsbilder bestimmten die nationalsozialistische Ideologie?
- Zusammenhänge erkennen: Wie wurden aus rassistischen Vorstellungen staatliche Verfolgung und Massenmord?
- Einordnen: Was wirkt nach 1945 fort – und welche Verantwortung wird an Bremer Tatorten sichtbar?
01 · Entstehung und Machtübertragung
Die Diktatur kam nicht aus dem Nichts
Die NSDAP griff ältere antisemitische, völkische, rassistische und antidemokratische Vorstellungen auf und radikalisierte sie. Hinzu kamen Antikommunismus, Militarismus und die Überzeugung, Menschen und Gesellschaften müssten sich in einem angeblich natürlichen Kampf behaupten. Der Nationalsozialismus verband diese Vorstellungen zu einer Politik, die Gleichheit und Selbstbestimmung grundsätzlich verwarf. Zur begrifflichen Einordnung.
Am 30. Januar 1933 ernannte Reichspräsident Paul von Hindenburg Adolf Hitler zum Reichskanzler. Konservative Machteliten ermöglichten diese Regierung und glaubten, Hitler durch die Zusammensetzung des Kabinetts kontrollieren zu können. Die Darstellung des Deutschen Historischen Museums zeigt: Die Machtübertragung war das Ergebnis politischer Entscheidungen und Verhandlungen.
Die Ernennung war ein entscheidender Schritt, aber noch nicht mit der vollständig errichteten Diktatur identisch. Terror gegen politische Gegner:innen, die Außerkraftsetzung von Grundrechten, das Ermächtigungsgesetz und die Zerstörung unabhängiger Organisationen beseitigten anschließend demokratische Handlungsmöglichkeiten. Die Demokratie wurde von Menschen zerstört, die Macht ausübten, Gewalt organisierten oder diesen Prozess unterstützten.
02 · Rassismus und Antisemitismus
„Volksgemeinschaft“ bedeutete Zugehörigkeit durch Ausschluss
Die NS-Ideologie ordnete Menschen nach zugeschriebener Abstammung und behaupteten erblichen Eigenschaften. Ihre Einteilung in höher- und minderwertige menschliche „Rassen“ besaß keine wissenschaftliche Grundlage. Dennoch beteiligten sich Wissenschaft, Medizin und Verwaltung daran, diese Kategorien herzustellen und durchzusetzen. Das United States Holocaust Memorial Museum erläutert diese Verbindung von rassistischer Behauptung und Verfolgung.
Antisemitismus bildete einen Kern dieser Weltanschauung. Die NS-Propaganda erklärte Jüdinnen und Juden zu einer angeblich allgegenwärtigen Bedrohung. Sie unterstellte ihnen widersprüchliche Formen verborgener Macht und machte sie für gesellschaftliche Krisen verantwortlich. Verfolgt wurden Menschen aufgrund der rassistischen Zuordnung des Regimes – unabhängig davon, ob und wie sie ihren jüdischen Glauben praktizierten.
Die Nürnberger Gesetze von 1935 und ihre Ausführungsbestimmungen verankerten diese Entrechtung. Jüdinnen und Juden wurden vom Reichsbürgerrecht und damit von politischen Rechten ausgeschlossen. Ehen und sexuelle Beziehungen zwischen jüdischen und als „deutschblütig“ eingeordneten Menschen wurden verboten.
Das Versprechen
Die Propaganda stellte eine solidarische Gemeinschaft in Aussicht, die soziale Gegensätze überwinden sollte.
Die Bedingung
Zugehörigkeit hing von rassistischen Zuschreibungen und politischer Unterordnung ab. Ausgeschlossene verloren Rechte, Sicherheit und schließlich vielfach ihr Leben.
03 · Herrschaft und Beteiligung
Terror von oben, Beteiligung aus der Gesellschaft
Das Führerprinzip ersetzte demokratische Kontrolle durch den Anspruch auf unbedingten Gehorsam. Opposition wurde verfolgt, Parteien und Gewerkschaften ausgeschaltet, Medien und Kultur kontrolliert. Die Herrschaft griff über Behörden und NS-Organisationen in Schule, Jugend, Beruf und Freizeit ein. Die historische Übersicht des Deutschen Historischen Museums beschreibt das Zusammenspiel von Gewalt, Propaganda und gesellschaftlicher Durchdringung.
Die Stabilität des Regimes lässt sich jedoch nicht allein aus Angst erklären. Die Inszenierung der „Volksgemeinschaft“ bot Identifikation und Anerkennung. Beruflicher Aufstieg, politische Privilegien und Vorteile aus der Ausgrenzung anderer konnten Zustimmung fördern. Behörden bearbeiteten Verfolgungsmaßnahmen, Unternehmen nutzten Zwangsarbeit, Menschen denunzierten Nachbar:innen.
Das bedeutet keine gleichförmige Beteiligung aller. Handlungsspielräume, Verantwortung und Verhalten unterschieden sich. Es gab Überzeugungstäter:innen, Mitwirkende, Angepasste, Helfer:innen von Verfolgten und Widerstand. Die Verantwortung für die Verbrechen auf Hitler und eine kleine Führungsschicht zu beschränken, blendet ihre gesellschaftlichen Voraussetzungen aus.
04 · Eugenik und Krankenmorde
Als der vermeintliche Nutzen über das Lebensrecht entschied
Sozialdarwinistische Vorstellungen übertrugen einen angeblich natürlichen Überlebenskampf auf die Gesellschaft. Menschen wurden nach Leistungsfähigkeit, Gesundheit und vermeintlichem „Erbwert“ bewertet. Wer Unterstützung brauchte oder von der behaupteten Norm abwich, konnte als Belastung für die Gemeinschaft verfolgt werden.
Auf Grundlage des Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses wurden bis 1945 schätzungsweise 400.000 Menschen zwangssterilisiert. Die organisierten NS-Krankenmorde begannen 1939, zunächst auch an Kindern. Für die Krankenmorde insgesamt nennt der Historiker Ingo Loose beim Gedenkort T4 Schätzungen zwischen 200.000 und 300.000 Opfern; die Spannweite hängt insbesondere mit lückenhaften Kenntnissen über die Morde in Osteuropa zusammen.
Die Bezeichnung „Euthanasie“ verschleierte die Tötungen. Ärzt:innen begutachteten Menschen, Einrichtungen meldeten Patient:innen, Verwaltungen organisierten Transporte und vertuschten Todesursachen. Medizinisches Fachwissen und bürokratische Routine schützten nicht vor Verbrechen. Sie wurden zu Werkzeugen ihrer Durchführung.
Warum „Aktion T4“ nicht alle Krankenmorde bezeichnet
Der Name verweist auf die Berliner Tiergartenstraße 4, den Sitz einer zentralen Organisationsstelle. Die dort koordinierte Mordaktion war ein Teil des Verbrechenskomplexes. Nach ihrem formalen Stopp im August 1941 gingen Tötungen weiter, unter anderem durch Medikamente, Hunger und systematische Vernachlässigung. Auch die Krankenmorde in besetzten Gebieten lassen sich nicht vollständig unter „Aktion T4“ fassen.
05 · Eroberung und Vernichtungskrieg
„Lebensraum“ hieß Vertreibung, Ausbeutung und Mord
Die nationalsozialistische Expansion zielte auf die Eroberung und rassistische Neuordnung großer Teile Europas. Besonders im Osten sollten Gebiete beherrscht und ausgebeutet werden. Die dort lebenden Menschen wurden als Hindernis, Arbeitskräfte oder zu vernichtende Feind:innen behandelt. Krieg war damit Bestandteil des politischen Projekts.
Mit dem Überfall auf Polen am 1. September 1939 begann der Zweite Weltkrieg in Europa. Der Angriff auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 war von Anfang an als Vernichtungskrieg angelegt. Antisemitismus, Antislawismus und Antikommunismus verbanden sich mit der Planung von Hunger, Vertreibung und Massenmord. Das United States Holocaust Memorial Museum dokumentiert die Vorbereitung und Durchführung.
Die Wehrmacht war daran beteiligt. Militärische und polizeiliche Stellen bereiteten die Besatzungspolitik gemeinsam vor; Wehrmachtsangehörige unterstützten auch Verfolgungs- und Mordmaßnahmen. Die Vorstellung einer von den NS-Verbrechen getrennten „sauberen Wehrmacht“ hält dieser Geschichte nicht stand.
06 · Shoah und weitere Verbrechen
Millionen Ermordete. Unterschiedliche Verfolgungsgeschichten.
Die Shoah, auch Holocaust genannt, war der systematische Völkermord an den europäischen Jüdinnen und Juden. Das nationalsozialistische Deutschland sowie seine Verbündeten und Kollaborateur:innen ermordeten rund sechs Millionen jüdische Menschen. Sie starben bei Massenerschießungen, in Vernichtungslagern und durch gezielt herbeigeführte Lebensbedingungen in Ghettos und Lagern. Die Holocaust-Enzyklopädie erläutert die historischen Belege und die Ermittlung der Opferzahlen.
Das Regime verfolgte und ermordete darüber hinaus Millionen weitere Menschen: darunter Sinti und Roma, Menschen mit Behinderungen, polnische und sowjetische Zivilist:innen, sowjetische Kriegsgefangene, politische Gegner:innen, Gewerkschafter:innen, homosexuelle Männer, Zeug:innen Jehovas sowie Menschen, die als „asozial“ oder „Berufsverbrecher“ stigmatisiert wurden. Schwarze Menschen waren ebenfalls rassistischer Entrechtung, Verfolgung und Zwangssterilisation ausgesetzt. Zum rassistischen Verfolgungssystem.
Gemeinsames Erinnern verlangt historische Unterscheidung. Gründe, Ausmaß und Formen der Verfolgung waren nicht bei allen Gruppen identisch. Die Shoah darf ebenso wenig in einer allgemeinen Kriegsopferzahl verschwinden, wie andere Verfolgungsgeschichten ausgeblendet werden dürfen.
Sinti und Roma: Völkermord und verweigerte Anerkennung
Das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma zeigt den Weg von rassistischer Erfassung und Ausgrenzung über Deportation bis zum Völkermord. Die Ausstellung widmet sich auch der fortgesetzten Diskriminierung nach 1945 und dem Kampf der Überlebenden um Anerkennung. Familienbilder und persönliche Zeugnisse machen die Menschen jenseits der Kategorien ihrer Verfolger sichtbar.
Homosexuelle Menschen: Unterschiede in der Verfolgung
1935 verschärfte das Regime den Paragrafen 175. Es folgten mehr als 50.000 Verurteilungen wegen männlicher Homosexualität; mehrere Tausend Männer wurden in Konzentrationslager verschleppt. Weibliche Homosexualität wurde im Deutschen Reich – anders als im annektierten Österreich – nicht entsprechend strafrechtlich verfolgt. Lesbische Frauen konnten dennoch Repressionen und Verfolgung ausgesetzt sein. Die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas dokumentiert diese Unterschiede und die lange verweigerte Anerkennung.
07 · Arbeit und Geschlechterordnung
Soziale Versprechen, zerstörte Selbstbestimmung
Das Wort „sozialistisch“ im Parteinamen der NSDAP macht den Nationalsozialismus nicht zu einer linken Befreiungsbewegung. Die NS-Herrschaft bekämpfte die unabhängige Arbeiter:innenbewegung und verfolgte Kommunist:innen, Sozialdemokrat:innen und Gewerkschafter:innen. Am 2. Mai 1933 wurden die freien Gewerkschaften zerschlagen, ihre Häuser besetzt, Funktionäre verhaftet und Vermögen beschlagnahmt. Zur historischen Darstellung.
Die Deutsche Arbeitsfront ersetzte unabhängige Interessenvertretung durch Kontrolle und ideologische Einbindung. Ihre Mitgliedschaft war formal freiwillig, stand aber unter erheblichem Anpassungsdruck. Private Unternehmen bestanden fort; wirtschaftliche Tätigkeit wurde zunehmend den Zielen von Aufrüstung und Krieg untergeordnet. Sozialangebote galten innerhalb einer rassistischen Ordnung und begründeten keine gleichen Rechte für alle. Entscheidend ist, welche Macht Beschäftigte verloren und wer von den Versprechen ausgeschlossen blieb.
Auch die Geschlechterpolitik diente dieser Ordnung. Frauen, die das Regime als „erbgesund“ und zugehörig definierte, sollten Kinder gebären und im Sinne der NS-Ideologie erziehen. Andere wurden verfolgt, zwangssterilisiert oder ermordet. Die Unterordnung von Frauen schloss ihre Mitwirkung an der Herrschaft nicht aus: Frauenorganisationen mobilisierten Millionen, und Frauen beteiligten sich in unterschiedlichen Funktionen an der Durchsetzung des Regimes. Zur Frauenpolitik und organisatorischen Einbindung.
08 · Fortwirkungen und Neonazismus
1945 endete der NS-Staat. Seine Ideologie verschwand nicht.
Antisemitische, rassistische und autoritäre Vorstellungen bestanden nach der Niederlage des NS-Regimes fort. Verfolgte mussten vielfach lange um Anerkennung und Entschädigung kämpfen. Besonders deutlich dokumentieren dies die Geschichte der Sinti und Roma nach 1945 und die fortgesetzte Ausgrenzung homosexueller Menschen.
Neonazismus bezeichnet die positive Bezugnahme auf wesentliche Elemente des historischen Nationalsozialismus. Dazu können NS-Verherrlichung, rassistischer Antisemitismus oder das Ziel einer entsprechend geordneten „Volksgemeinschaft“ gehören. Das IDA-Glossar unterscheidet diese Strömung vom weiteren Spektrum der extremen Rechten. Eine extrem rechte Organisation muss nicht sämtliche NS-Vorstellungen übernehmen oder offen Hitler verehren.
Für die Gegenwart kommt es auf konkrete Inhalte an: Werden Menschen nach Herkunft hierarchisiert? Werden NS-Verbrechen geleugnet oder verharmlost? Wird demokratische Gleichheit verworfen? Historische Genauigkeit schärft die Kritik an der extremen Rechten. Sie macht ideologische Verbindungen erkennbar, ohne jede autoritäre Forderung mit dem NS-Staat gleichzusetzen.
Rechtlicher Hintergrund: Was kann strafbar sein?
Es gibt keinen allgemeinen Straftatbestand namens „NS-Ideologie“. Strafbar sein können konkrete Handlungen: § 86a StGB betrifft insbesondere das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen. § 130 StGB erfasst unter seinen jeweiligen Voraussetzungen unter anderem Volksverhetzung, Holocaustleugnung und bestimmte Formen der Billigung oder Verherrlichung nationalsozialistischer Gewalt- und Willkürherrschaft.
Aufklärung, Wissenschaft, Kunst und Berichterstattung werden durch gesetzliche Ausnahmen berücksichtigt. Maßgeblich sind die konkrete Handlung, ihr Zusammenhang und die Voraussetzungen der jeweiligen Vorschrift. Politische und historische Kritik reicht über die Frage der Strafbarkeit hinaus.
09 · Tatorte und Erinnerung in Bremen
Die Verbrechen hatten Bremer Adressen
Deportation, Zwangsarbeit und Kriegswirtschaft gehörten zur Geschichte Bremens. Die Verbrechen geschahen nicht nur an weit entfernten Orten. Bahnhöfe, Behörden, Betriebe und Lager verbanden lokale Entscheidungen mit dem nationalsozialistischen Verfolgungs- und Kriegssystem.
Vom Bremer Hauptbahnhof nach Minsk
Am 18. November 1941 wurden 570 jüdische Menschen aus Norddeutschland vom Bremer Hauptbahnhof nach Minsk deportiert, darunter 440 aus Bremen. Nur sechs Menschen dieses Transports überlebten. Diese Angaben dokumentiert die Landeszentrale für politische Bildung Bremen in ihrer Mitteilung zur Erinnerung an die Deportierten.
Bunker „Valentin“: Rüstungsbau durch Zwangsarbeit
In Bremen-Farge wurden zwischen 1943 und 1945 Tausende Menschen aus Europa und Nordafrika zum Bau einer verbunkerten U-Boot-Werft eingesetzt: zivile Zwangsarbeiter:innen, Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge. Mehr als 1.600 starben durch Unterernährung, Krankheiten und willkürliche Tötungen. Der Denkort Bunker Valentin dokumentiert die Verbindung von militärischer Planung, wirtschaftlichen Interessen und organisierter Ausbeutung.
Erinnerung verlangt Verantwortung
Die Auseinandersetzung mit NS-Ideologie muss die Verfolgten sichtbar machen und die Beteiligung von Institutionen und Gesellschaft offenlegen. Für AfD Watch Bremen gehört dazu, antisemitische, rassistische und völkische Vorstellungen auch in der Gegenwart zu kritisieren. Gleiche Menschenwürde darf weder von Herkunft noch von Gesundheit, Leistung oder politischer Gefolgschaft abhängen.
Wissen anwenden
Drei Beispiele zum Weiterdenken
Die folgenden Aussagen sind erfundene Lernbeispiele, keine historischen Zitate. Prüfe zuerst selbst, welche Zusammenhänge sie ausblenden. Öffne anschließend die Einordnung.
1. „Wer damals nur Listen führte oder Transporte plante, hatte mit der Verfolgung nichts zu tun.“
Organisierte Verfolgung brauchte Verwaltung. Erfassung, Auswahl, Enteignung und Deportation wurden auch durch Akten, Meldungen und Transportplanung ermöglicht. Ob und in welchem Umfang eine Person Verantwortung trug, muss anhand ihrer konkreten Tätigkeit und Handlungsmöglichkeiten untersucht werden. Eine Büroarbeit war nicht automatisch unpolitisch oder folgenlos.
Nachfrage: Wofür wurden die Informationen genutzt – und welche Folgen hatte die eigene Tätigkeit für andere Menschen?
2. „Die Nationalsozialisten waren sozialistisch. Das steht doch schon im Namen.“
Ein Parteiname ersetzt keine Untersuchung der Politik. Das NS-Regime zerschlug Gewerkschaften, verfolgte die politische Linke und unterwarf Beschäftigte einer autoritären Ordnung. Seine sozialen Versprechen galten innerhalb einer rassistisch begrenzten Gemeinschaft. Gleiche Rechte und unabhängige Interessenvertretung wurden zerstört.
Nachfrage: Wer konnte seine Interessen selbst vertreten, wer profitierte – und wer wurde ausgeschlossen oder verfolgt?
3. „Wer keine NS-Symbole verwendet, kann mit NS-Ideologie nichts zu tun haben.“
Symbole sind ein möglicher Hinweis; politische Inhalte müssen eigenständig geprüft werden. Antisemitismus, völkische Hierarchien oder NS-Verherrlichung können auch ohne Hakenkreuz auftreten. Umgekehrt ist nicht jede rassistische oder autoritäre Aussage bereits eine vollständige Übernahme der NS-Ideologie. Eine genaue Einordnung benennt die jeweils belegbaren Vorstellungen und Bezüge.
Nachfrage: Welche Vorstellung von Menschen, Zugehörigkeit und Herrschaft wird tatsächlich vertreten?
Nachlesen und vertiefen
Quellen und weiterführende Recherchen
Historische Forschung, Gedenkstättenarbeit und zivilgesellschaftliche Bildungsangebote. Die Gesetzestexte dienen ausschließlich der rechtlichen Einordnung.
Nationalsozialismus und Neonazismus
Begriffliche Grundlagen und Unterscheidung zwischen historischem Nationalsozialismus, Neonazismus und weiteren extrem rechten Strömungen.
Aktion T4 – Die „Euthanasie“-Verbrechen im Nationalsozialismus
Zwangssterilisationen, organisierte Krankenmorde, Täterstrukturen und die Grenzen des Begriffs „Aktion T4“.
Der nationalsozialistische Völkermord an den Sinti und Roma
Verfolgungsgeschichte, persönliche Zeugnisse und der lange Kampf um Anerkennung nach 1945.
Die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler
Politische Entscheidungen, konservative Bündnispartner und die Machtübertragung am 30. Januar 1933.
Überblick über Diktatur, Terror, Propaganda, gesellschaftliche Durchdringung und Widerstand.
Das propagandistische Gemeinschaftsversprechen und seine Verbindung mit Unterordnung und rassistischem Ausschluss.
Rassistische Kategorien, Antisemitismus, wissenschaftliche Scheinbegründungen und Verfolgungspolitik.
Die rechtliche Verankerung antisemitischer Entrechtung seit 1935.
Einmarsch in die Sowjetunion, Juni 1941
Ideologische Kriegsziele, Besatzungspolitik und die Beteiligung militärischer und polizeilicher Stellen am Vernichtungskrieg.
Wie viele Menschen wurden von den Nazis ermordet?
Quellen und Forschungsmethoden zu den Opferzahlen der Shoah und weiterer nationalsozialistischer Verbrechen.
Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen
Verfolgung homosexueller Menschen, Unterschiede der Repression und die Geschichte ihrer Anerkennung.
Die Zerschlagung der Gewerkschaften 1933
Zerstörung unabhängiger Interessenvertretung. Ergänzend: Die Deutsche Arbeitsfront und ihre Funktion für Kontrolle und Indoktrination.
Geschlechterordnung, rassistische Bevölkerungspolitik und die organisatorische Mobilisierung von Frauen.
Erinnerung an die nach Minsk deportierten Bremer Jüdinnen und Juden
Dokumentation zur Deportation vom 18. November 1941 und zur späteren Erinnerungsarbeit.
Historische Einführung zum Bunker „Valentin“
Rüstungsprojekte, Zwangsarbeit, Lager und Todesopfer in Bremen-Farge und der Unterweser-Region.
