Die identitäre AfD Bremen

Sellner (rechts im Bild) als neurechte Identifikationsfigur verbindet jugendlichen Lifestyle mit extrem Rechter Ideologie. Quelle: racocatala.cat

In Bremen wurden die vom VS beobachtete Gruppierung mit dem ursprünglichen Namen “IB Freundeskreis Bremen” fast ausschließlich von einschlägig bekannten Neonazis 2012 aus dem Kreis, u.a. um Gerold Schibblok, nach anfänglichen Stammtischen lediglich nur in den Sozialen Medien organisiert. Ende 2016 erneuerte sich die Gruppierung und wurde auch auf der Straße aktiv. Die zeitgleich zur Erneuerung der “IB Bremen” gegründete Bremer JA, bezieht sich auf die “IB” wie sie hauptsächlich von Daniel Fiß sowie Martin Sellner, den Chefideologen dieser selbsternannten “Bewegung” konzeptioniert wurde. Die JA Bremen zieht ihre politische Unterstützung zur “IB” unter anderem durch ihre intensiven Kontakte nach Berlin, Hamburg und Niedersachsen. Sellner steht bereits seit 2015 wiederum im engen Kontakt zu Björn Höcke und hat seit dem erreicht, besonders zwischen der JA, ultrarechten Burschenschaften und der “IB” mit verschiedenen Strategien zur Rekrutierung von Neurechten Nachwuchs beizutragen. Vgl. Seite 3 Punkt 3. Leak Strategie-Handbuch der IB.

Innerer Aufbau der Identitären Bewegung – Leak des autoritären Aufbaus auch auf Störungsmelder

Ein schleichender Prozess

Während der Ableger der “IB” in Bremen 2012 von einschlägigen Neonazis, wie Gerold Schibblock und Andreas Hackmann, ins Netz gestellt wurde, liegt das Interesse der JA Bremen bisher auf die IB wie sie in Wien, Hamburg oder Berlin mit medienwirksamen Aktionen in Erscheinung treten. Auch hier finden sich diverse gewaltbereite Neonazis in den Ablegern anderer Bundesländer. Aber auch schlagende Burschenschafter, ehemalige NPD Funktionäre und immer wieder VertreterInnen der Junge Alternative. Dies unterschied bis Ende 2016 die “IB” in Bremen. Hier hat die IB erst Ende 2016 damit begonnen ihre Ziele umzusetzen und erlangte zuvor nie den nötigen Background, um mit Burschenschaftern, Neonazi und AfD gemeinsam auf die Straße zu gehen. Schlagende Burschenschaften sind in Bremen nicht ansässig und die überschaubare etablierte Nazi-Szene in Bremen hadert mit Formen, die zwar völkisch-nationalistisch sind, aber vorgeben normal bürgerlich zu sein. So mangelt es der lokalen JA und IB Stuktur an ausreichend Klientel, um eine stabile Organisation zu etablieren.

Dies schloss bislang aber nicht aus, dass die JA und “IB” bereit ist Kooperationen einzugehen, um die bis Ende 2017 immer häufiger werdenden hit & run Aktionen auf Bremens Straßen durchführen zu können. Auch unterstützen “Identitäre” wiederum den Wahlkampf der AfD in Bremen. Eine Trennung zwischen diesen beiden Gruppen behauptet inzwischen nur noch die beiden Gruppen selbst. Der Verfassungsschutz in Bremen sah bereits 2017 zwischen beiden Gruppierungen “fließende Übergänge“.

Die Leichtigkeit mit der die IB in Hamburg oder Berlin, die JA und Burschenschaften unterwandert, ist gemäß der in Bremen vorhandenen Strukturen für die AkteurInnen der Jungen Alternative ungleich schwieriger. Das sie darauf dennoch ausgerichtet ist, zeigt bspw. die IB Propaganda des Bremer JA Vorsitzenden Robert Teske.

Die Bremer Junge Alternative unmittelbarer Teil der Identitären?

Teske leugnet öffentlich seine unmittelbare Unterstützung der “IB” – Diese Aufnahme vom Januar 2016 in Bremen verdeutlicht das Teske bereits vor der Gründung der JA Bremen die “IB” Unterstützt hat

Auch wenn die JA in Bremen aufgrund ihrer erst Ende 2017 erfolgten Gründung nicht klassischer Weise direkt mit der “IB Bremen” verknüpft zu sein scheint, ist die generelle Verbundenheit der Bremer JA zu der vom Verfassungsschutz beobachteten international agierenden “Bewegung” dennoch nicht weniger von Brisanz. Ihre Kontakte zur “IB” reichen in verschiedene Bundesländer u.a. von Berlin über Kassel nach Hamburg. Durch die enge Bindung von Sellner zum Höcke-Flügel und der engen Bindung der Bremer JA zu beiden, besteht auch für die JA Bremen die Möglichkeit zum direkten Austausch zwischen den Führungsstäben. So wird das Ziel der “IB Deutschland” bis in kleinere Regionen durchzuwirken, mit Hilfe der JA in den verschiedenen Bundesländern oftmals erst möglich. Die JA muss dabei als parlamentarischer und die IB als außerparlamentarischer Arm der Neuen Rechten verstanden werden. Oftmals lässt sich dabei wie in Bremen Personalunion feststellen.

Dies belegt auch der unmittelbare Kontakt und enge Austausch mit Lars Steinke (AfD Niedersachsen) oder jener zur Tochter des Bremer AfD Landesvorsitzenden Frank Magnitz, Ann-Katrin Magnitz. Ebenso die entlarvende Kontaktliste von Robert Teske. Die sich wie das Who is who der Hardliner des extrem rechten Flügels der AfD liest. Sie alle unterstützen ebenso einen Erfolg der “IB”. Ebenso auch die sogenannte “Patriotische Plattform”, der auch der Bremer Bürgerschaftsabgeordnete Alexander Tassis angehört. Diese Verbindungen zur IB sind typisch für fast alle Landesgruppen und werden in weiten Teilen auch von der AfD mal offen, mal versteckt, unterstützt. Wie Thorsten Weiß, zuletzt Chef der JA Berlin, im Januar 2017 selbst einräumte. Eben jene Landesgruppe in der Robert Teske, nun Landesvorsitzender der JA Bremen, 2015 politisch aktiv wurde.

Rechts im Bild – Robert Teske, Marvin Mergard und Jonas Schick zusammen mit Daniel Fiß am Berliner Bahnhof nach ihrem gemeinsamen Aufmarsch auf der “IB” Demonstration am 17.06. 2017

Nach anfänglicher Leugnung überhaupt auch nur irgendetwas mit der “IB” zutun zu haben, hat die JA in Bremen, u.a. durch die Konfrontation mit unseren Recherchen, ihr Versteckspiel aufgegeben und nimmt demonstrativ an den Aufmärschen der “IB” teil oder tritt gemeinsam mit “Identitären” öffentlich auf. Hierzu ein Hintergrundbericht. Externe Recherchen dokumentieren die enge Zusammenarbeit zwischen der AfD, JA und “IB” in Bremen. Einer der Führungsfiguren der Bremer “IB”, Jonas Schick, arbeitet seit Anfang 2018 gemeinsam mit Robert Teske, als Büroleiter im Wahlkreisbüro des Bremer AfD Bundestagsabgeordneten, Frank Magnitz. Seit dem FB die Accounts der “IB” europaweit löschen ließt, ist es auch in Bremen still um die “IB Bremen” geworden. Während in Bremen die “IB” also keinen Fuß in die Tür bekommen konnte, versucht sich Jonas Schick neben seiner Tätigkeit als Büroleiter für einen AfD Bundestagsabgeordneten, nun in Niedersachsen mit Aktionen nach immer gleichen Muster. Im Gegensatz zur Hochphase der IB im Jahr 2017, kann weder die “IB Bremen”, noch “IB Niedersachsen” an ihre Erfolge um Aufmerksamkeit in den Medien, anschließen. Der rechtsextreme Hype hipper Neofaschisten ist bis auf weiteres am Ende.

Redaktion
AfD Watch Bremen