Thomas Rettig: Kargida-Organisator und AfD-Akteur
Archivprofil · Dokumentierte Aktivitäten 2015 und 2020 · Recherchestand 2026
Thomas Rettig organisierte in Karlsruhe islamfeindliche Aufmärsche, an denen Neonazis und rechte Hooligans teilnahmen. In Bremen wurde er 2020 beim AfD-Landesparteitag fotografiert. Seine eigene Darstellung verbindet ihn außerdem mit einer Querdenken-Kundgebung vor dem Bremer Hauptbahnhof.

Kargida: Eine Bühne für die extreme Rechte
Rettig meldete den ersten Kargida-Aufmarsch in Karlsruhe an, der am 24. Februar 2015 stattfand. Die Antifaschistische Aktion Karlsruhe beschreibt ihn im Antifaschistischen Infoblatt als Organisator und Hauptredner. Bereits bei diesem ersten Aufmarsch waren Mitglieder der Neonazi-Partei „Die Rechte“ und die rechten Hooligans der „Berserker Pforzheim“ vertreten. Rettig organisierte damit einen gemeinsamen Auftritt unterschiedlicher rechter Spektren. [1]
Auch der Journalist Christian Martischius dokumentierte Rettig als Anmelder des Aufmarschs vom 3. März 2015. Sein Bericht im ZEIT-Blog Störungsmelder nennt ihn als AfD-Kandidaten der Kommunalwahl des Vorjahres und beschreibt die Mobilisierung als islamfeindlich. Parteipolitisches Engagement und rechte Straßenmobilisierung liefen bei Rettig bereits damals zusammen. [2]
Bremen 2020: Parteitag und Querdenken
Die Aufnahme von Recherche Nord zeigt Rettig beim Bremer AfD-Landesparteitag am 17. Oktober 2020. Unser damaliger Bericht zum Parteitag in Huchting schildert die innerparteilichen Machtkämpfe um den Landesvorstand. [3]
Nach eigener Darstellung nahm Rettig am 31. Oktober 2020 an einer Querdenken-Kundgebung vor dem Bremer Hauptbahnhof teil. In einem Eintrag vom 8. September 2022 auf seiner Website neoliberal-egal.de schildert er, dort die Mund-Nasen-Bedeckung verweigert zu haben. [4]
Seine politische Deutung hatte er bereits in einem auf den 25. September 2020 datierten Beitrag auf Glückes Unterpfand formuliert: Die geplante Durchsetzung von Quarantäne in Bremen bezeichnete er als weiteren Schritt in die „Coronadiktatur“. Damit erklärte er Maßnahmen des Infektionsschutzes zum Ausdruck diktatorischer Herrschaft. Diese Rhetorik delegitimiert demokratische Institutionen und macht die eigene Regelverweigerung zur Widerstandserzählung. [5]
Redaktion
AfD Watch Bremen
Quellen und weiterführende Recherchen
Journalistische und antifaschistische Recherchen belegen die Kargida-Aktivitäten. Das Archivfoto dokumentiert den Bremer Parteitag; Rettigs eigene Texte belegen seine Selbstdarstellung und politische Rhetorik.
Die Karlsruher „Wutbürger“ von Kargida und Co.
Dokumentiert Rettigs Rolle als Anmelder und Organisator seit Februar 2015, das beteiligte rechte Spektrum und die späteren Brüche im Organisationsteam.
Karlsruhe: Polizeigewalt bei Protesten gegen Pegida-Aufmarsch
Zeitgenössischer Bericht zum 3. März 2015. Rettig wird als Anmelder und AfD-Kommunalwahlkandidat von 2014 benannt.
Archivaufnahme: Thomas Rettig beim Bremer AfD-Landesparteitag
Die auf dieser Seite überlieferte Aufnahme dokumentiert Rettigs Auftreten beim Parteitag. Bildnachweis und Datierung folgen der ursprünglichen Bildunterschrift.
Ziviler Ungehorsam: Rettigs Darstellung der Bremer Querdenken-Kundgebung
Unter dem Datum 08.09.22 beschreibt Rettig seine Teilnahme am 31. Oktober 2020 vor dem Bremer Hauptbahnhof. Eigenangabe zur Teilnahme und Maskenverweigerung; keine unabhängige Darstellung eines Verfahrens.
Bremen plant mit der Zwangs-Quarantäne einen weiteren Schritt in die Coronadiktatur
Eigenveröffentlichung als Beleg für Rettigs politische Rhetorik. Der Beitrag enthält spätere Ergänzungen; die Tatsachendarstellung zu Pandemie und Rechtslage wird hier nicht als unabhängiger Nachweis übernommen.
