
Maxim Maier nach seiner Wahl auf Platz drei des AfD-Wahlvorschlags für den Wahlbereich Bremerhaven. Das Foto veröffentlichte Maier am 23. August 2026 auf seinem X-Konto. Quelle: Screenshot X/@MaximMaier92.
Maxim Maier: Vom AfD-Landesvorstand auf Listenplatz drei
Er gehört seit Oktober 2025 zur Führung der Bremer AfD. Jetzt kandidiert Maxim Maier auf Platz drei der AfD-Liste im Wahlbereich Bremerhaven für die Bürgerschaftswahl 2027. Öffentlich tritt der bislang wenig bekannte Funktionär erst seit wenigen Wochen in Erscheinung.
Am Tag nach der Listenaufstellung verkündet Maxim Maier seinen nächsten parteipolitischen Schritt selbst. Die Mitglieder der Bremerhavener AfD hätten ihn „mit großer Mehrheit“ auf Platz drei der Landesliste für den Wahlbereich Bremerhaven gewählt, schreibt er auf seinem neu eingerichteten X-Konto. Dazu veröffentlicht er ein Foto, das ihn hinter einem AfD-Wahlkampfstand zeigt. Die Wahl fand am 22. August 2026 bei einer Landeswahlversammlung in Bremerhaven statt. Vor dem Veranstaltungsort protestierten nach Angaben von Radio Bremen rund 400 Menschen. Das Aktionsbündnis „Bremerhaven bleibt bunt“ und die „Omas gegen Rechts“ hatten zu einer Menschenkette gegen den AfD-Listenparteitag aufgerufen.
Für Maier bedeutet die Nominierung einen deutlichen politischen Aufstieg. Seit dem 25. Oktober 2025 gehört er dem Landesvorstand der AfD Bremen an. Gewählt wurde er auf jenem Parteitag, bei dem Sergej Minich angeblich mit mehr als 95 Prozent als Landesvorsitzender bestätigt wurde. Marvin Mergard übernahm den stellvertretenden Vorsitz. Neben Maier wurden Ahmet Görgülü, Jürgen Hauschild, Stephan Hilbers und Mario Timmermann in das insgesamt siebenköpfige Führungsgremium gewählt. Weibliche Personen wurden nicht gewählt. Eine öffentlich verbreitete Parteimeldung führte Maier dabei als weiteres Mitglied des Landesvorstands.
Ein rechter Funktionär wird sichtbar
Vor seiner Wahl in den Landesvorstand trat Maier öffentlich kaum in Erscheinung. Frühere Kandidaturen, kommunale Mandate oder eigenständige politische Veröffentlichungen sind bislang nicht dokumentiert. Auch auf der von der Bundes-AfD veröffentlichten Kandidat:innenseite zur Bundestagswahl 2021 wurde er nicht geführt. Dort präsentierte die Partei für Bremen ausschließlich Olaf Kappelt und Heiner Löhmann. Seit Juli 2026 verändert Maier seine öffentliche Präsenz. In diesem Monat richtete er unter dem Namen @MaximMaier92 ein eigenes Konto auf der Plattform X ein. Die Zuordnung zu dem Bremer AfD-Funktionär ist durch die dort veröffentlichten Fotos, Videos und Selbstauskünfte eindeutig. Maier zeigt sich sowohl als Teilnehmer des AfD-Bundesparteitags als auch als Kandidat der Bremerhavener AfD.
Am 6. Juli veröffentlichte er einen Videobeitrag mit der Überschrift „Bremerhaven beim 17. Bundesparteitag in Erfurt“. Das Video zeigt Maier auf dem AfD-Parteitag. Im Hintergrund sind Informationsstände der Partei und ein Stand der neuen AfD-Jugendorganisation „Generation Deutschland“ zu sehen. Dokumentiert ist damit seine Teilnahme an dem Bundesparteitag und seine Selbstdarstellung als Vertreter Bremerhavens. Die bislang gesicherten Beiträge folgen einem erkennbaren Muster: Maier präsentiert sich bei zentralen Parteiveranstaltungen, dokumentiert seinen Aufstieg und verknüpft seine Person mit der Bremerhavener AfD. Aus dem zuvor öffentlich kaum wahrnehmbaren Vorstandsmitglied wird so innerhalb weniger Wochen ein Kandidat für die Bremische Bürgerschaft. Qualifikationen werden selten bei der Bremer AfD genannt oder gebraucht.
Platz drei ist mehr als eine symbolische Kandidatur
Die Bremische Bürgerschaft wird in den beiden getrennten Wahlbereichen Bremen und Bremerhaven gewählt. Parteien stellen für beide Städte eigene Wahlvorschläge auf; auch die Mandate werden getrennt verteilt. Nach Angaben der Bremer Landeswahlleitung werden 15 Bürgerschaftsmandate im Wahlbereich Bremerhaven vergeben. Das Bremer Wahlrecht ermöglicht es den Wähler:innen, ihre fünf Stimmen auf Parteien und einzelne Kandidat:innen zu verteilen. Die endgültige Reihenfolge innerhalb einer Liste kann sich deshalb durch Personenstimmen verändern. Dennoch verschafft Listenplatz drei Maier eine hervorgehobene Ausgangsposition innerhalb des Bremerhavener AfD-Personals. Die Kandidatur ist auch vor dem Hintergrund des Wahldebakels von 2023 bedeutsam. Damals konnte die AfD im gesamten Land Bremen nicht zur Bürgerschaftswahl antreten. Nach einem eskalierten Machtkampf hatten konkurrierende Parteivorstände unterschiedliche Wahlvorschläge eingereicht. Der Landeswahlausschuss ließ keine der Listen zu. Die anschließenden Beschwerden der AfD blieben erfolglos. Im August 2024 bestätigte der Bremer Staatsgerichtshof die Gültigkeit der Wahl und wies die Beschwerden zurück.
Vier Jahre später versucht der Landesverband unter Sergej Minich, geschlossen in die Bürgerschaft zurückzukehren. Maxim Maier gehört zu dem Personal, mit dem dieser Neustart gelingen soll. Sein Weg führt innerhalb weniger Monate vom Landesvorstand auf einen der vorderen Listenplätze in Bremerhaven.
Politischer Aufstieg ohne erkennbare inhaltliche Handschrift
Maiers bisherige öffentliche Kommunikation besteht vor allem aus parteiorganisatorischer Selbstdarstellung. Die gesicherten Beiträge zeigen ihn auf dem Bundesparteitag und nach seiner Nominierung. Eigene ausführliche Stellungnahmen zu Sozialpolitik, Migration, Demokratie, Geschlechterpolitik oder zur politischen Ausrichtung der AfD Bremen sind bislang nicht dokumentiert. Für die politische Einordnung bleibt deshalb zunächst seine Funktion entscheidend. Maier trägt als Mitglied des Landesvorstands Mitverantwortung für die organisatorische und politische Ausrichtung des Bremer Landesverbands. Mit Listenplatz drei im Wahlbereich Bremerhaven gehört er zugleich zum engeren Personalangebot der AfD für die Bürgerschaftswahl 2027.
Maxim Maier ist damit keine Randfigur mehr. Die Bremerhavener AfD hat ihn auf einem vorderen Listenplatz positioniert, der Landesverband hat ihn bereits zuvor in sein Führungsgremium gewählt. Seine öffentliche politische Biografie beginnt gerade erst – sein Anspruch auf ein parlamentarisches Mandat ist dagegen bereits formuliert.
Redaktion
AfD Watch Bremen
