Marvin Mergard 2016 – Quelle: Facebook

Völkisch bis ins Mark

Marvin Mergard’s Interesse am deutschen Nationalismus begann schon während seiner Schulzeit. Inzwischen studiert er Geschichte an der Uni Bremen und bastelt an seiner Karriere bei der Landes-AfD und der JA. Auch wenn Mergard das Spiel gut versteht, sich nach außen als unscheinbarer Konservativer zu verkaufen, hatte er bereits 2013 ein völkisch-nationalistisches Forum namens deutschpartioten.de aufgebaut. Bei diesem Forum geht ihm nach eigener Erklärung um ein neurechtes Social Media Netzwerk, das bundesweit Personen und Gruppen verbinden soll. Dieser Versuch scheiterte bisher.

Mergard ist nicht nur Eigentümer und Administrator dieser Domain, sondern darüber hinaus auch mit seinem Alias Dunkle Eule im Internet zu verschiedenen Themen aktiv. Dort produziert er u. a. eigene Videos und Materialien die einen deutlichen antimuslimischen Rassismus und sekundären Antisemitismus beinhalten. Die geradezu fanatische Abwehr alles Progressiven und ein angestrebter ersehnter Umsturz des Systems von Rechtsstaat und Demokratie durch einen neurechten Geist, sind Teil seiner Argumentation, mit Verweisen auf paraphrasierte Inhalte der Neurechten Denkschule. Hier ist vor allem Götz Kubitschek die Galionsfigur der Neurechten. Alle Produktionen von Mergard sind gefüllt mit typischen Inhalten der Neurechten. Spezfisch an Mergard ist seine Ausrichtung, an eine Form von absolutistisch regierter Gesellschaft anknüpfen zu wollen, wie sie vor allem im deutschen Kaiserreich/Großpreußen vorzufinden war.

O-Ton Mergard auf der Asyl braucht Grenzen AfD Demo in Berlin 07.11.2015 

Ideologische Einordnung

Das ganze Weltbild und die Zielrichtung des Marvin Mergard ist also in etwa Deckungsgleich mit dem von extrem rechten Burschenschaften. Hinter seinem Begriff von Konservativismus enttarnt sich eine weiterhin für manche rechte Strömungen bestehenden Zielrichtung, eines völkisch-großdeutschen Reiches, wie es in der präfaschistischen Phase Deutschlands um die Epoche Preußen – Bismarcks existiert habe. Mergard vermeidet es dabei bewusst positiv an das 3. Reich anzuschließen und umgeht mit wenigen Ausnahmen die Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland. Durch Anknüpfung an die politische Rechte in der Phase vor und während der Weimarer Republik, welche Demokratie und Menschenrechte als solche im Kern ablehnten. Daher mutet es befremdlich an, wenn ausgerechnet Mergard ein parlamentarisches Amt inne hat, dessen Diskurs er gleichzeitig zutiefest ablehnt und außerparlamentarisch bekämpft.

Mergard vor Kaiserdenkmal 2016 – Quelle: Facebook Marvin MErgard

Mergard geht es darum einen historisch legitimierten Deutschen Nationalismus zu propagieren. Dies kann ihm nur gelingen, wenn er den Nationalsozialismus aus der Geschichte der Deutschen Nation ausklammert. Dass die von Mergard genutzten Denkschulen im Nationalsozialismus zu sich selbst gekommen sind und dabei den Weg für die industrielle Vernichtung von Millionen Menschen bereitet haben, wird dabei von ihm in revisionistischer Manier ausgeblendet.

Patriotismus als Heilsversprechen in der AfD

Neben diesen Themen ist ihm besonders daran gelegen sich als den neuen Typus eines Patrioten zu präsentieren. Dabei zieht er moderne Erklärungsmuster heran, die am Ende jedoch immer wieder auf das alte Verständnis des völkisch-nationalistischen Sinns zurückfallen. Der in der AfD beliebte Begriff ‘Patriot’, dessen Mergard sich all zu gern bedient, muss als Chiffre verstanden werden. Unter diesem Begriff verbirgt sich bei Mergard ein ideologisches Gemisch aus völkisch und nationalistischen Ideen und Zielen. Damit ist Mergard ein typischer Vertreter der sogenannten patriotischen Plattform um Höcke. Neben diesen Tatsachen, zeigt Mergard ebenso wie Robert Teske eine große Anlehnung an die Identitäre Bewegung und an schlagenden Burschenschaften, sowie für Publikationen wie der Blaue Narzisse bzw. noch radikaleren neurechte Medien.

Weiter zu: Mergard mit Teske beim IB Aufmarsch in Berlin
Weiter zu: Recherchen zum Thema Mergard und IB
Weiter zu: Leseempfehlung ‘Die AfD – Der blaue Protofaschismus’