Recherche und Fachinformationen
Recherche, Fachmedien & Quellen
Für die journalistische und wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der extremen Rechten sind spezialisierte Rechercheprojekte, Facharchive, Monitoringstellen und journalistische Angebote von besonderer Bedeutung. Sie dokumentieren politische Aktivitäten, erschließen Primärquellen, beobachten Netzwerke und Veranstaltungen oder veröffentlichen vertiefende Analysen zu Rechtsextremismus, Antisemitismus und weiteren antidemokratischen Entwicklungen.
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Die folgende Auswahl umfasst unterschiedliche Arten von Angeboten. Ihre jeweilige Funktion – journalistische Recherche, Dokumentation, Monitoring, Archiv oder Faktencheck – wird deshalb ausdrücklich benannt. Die Übersicht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
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Investigative Recherche und Dokumentation
recherche nord
recherche nord ist ein unabhängiges Recherche- und Medienprojekt, das seit 2004 insbesondere militante und organisierte Neonazistrukturen beobachtet. Einen besonderen Wert besitzt das umfangreiche Fotoarchiv, das Veranstaltungen, Demonstrationen, Parteitage und Vernetzungstreffen dokumentiert.
Das Projekt beobachtet inzwischen neben klassischen Neonazistrukturen auch Aktivitäten der AfD, ihrer Jugendstrukturen und des neurechten Umfelds. Die Dokumentation reicht regelmäßig nach Norddeutschland und Bremen hinein.
Besonders relevant für: Neonazismus, AfD, extrem rechte Jugendstrukturen, Veranstaltungen, personelle Netzwerke, Norddeutschland, Bildrecherche.
EXIF – Recherche & Analyse
EXIF – Recherche & Analyse ist ein unabhängiges antifaschistisches Rechercheprojekt. Im Mittelpunkt stehen militante Neonazistrukturen, extrem rechte Netzwerke, Rechtsterrorismus sowie personelle und organisatorische Verbindungen innerhalb der extremen Rechten.
EXIF veröffentlicht ausführliche Dossiers und Netzwerkanalysen, die häufig auf langjähriger Szenebeobachtung und der Auswertung öffentlich zugänglicher sowie eigener Recherchematerialien beruhen.
Besonders relevant für: militante Neonazis, Rechtsterrorismus, Netzwerkrecherche, personelle Verbindungen, extrem rechte Organisationen.
NSU-Watch
NSU-Watch entstand aus antifaschistischen und antirassistischen Recherche- und Dokumentationszusammenhängen und begleitet die gesellschaftliche und juristische Aufarbeitung des NSU-Komplexes.
Das Projekt dokumentierte den ersten NSU-Prozess umfassend und begleitete 2025 und 2026 auch den zweiten NSU-Prozess gegen Susann Eminger vor dem Oberlandesgericht Dresden. Neben detaillierten Prozessberichten veröffentlicht NSU-Watch Analysen zu Rechtsterrorismus, Neonazismus, Sicherheitsbehörden und institutionellem Versagen.
Besonders relevant für: NSU-Komplex, Rechtsterrorismus, Neonazismus, Prozessbeobachtung, Sicherheitsbehörden, Betroffenenperspektiven.
a.i.d.a. – Antifaschistische Informations-, Dokumentations- und Archivstelle München
Die Antifaschistische Informations-, Dokumentations- und Archivstelle München e. V. (a.i.d.a.) sammelt und erschließt seit 1990 Materialien zur extremen Rechten.
Das Archiv umfasst unter anderem Publikationen, Flugblätter, Plakate, Aufkleber und weitere Primärmaterialien extrem rechter Organisationen. Darüber hinaus dokumentiert a.i.d.a. fortlaufend rechte Aktivitäten und Übergriffe, insbesondere in Bayern und im Raum München.
Besonders relevant für: Primärquellen, Neonazismus, extrem rechte Organisationen, rechte Publikationen, regionale Chronologien, historische Recherche.
apabiz – Antifaschistisches Pressearchiv und Bildungszentrum Berlin
Das apabiz gehört zu den bedeutenden unabhängigen Facharchiven zur extremen Rechten in Deutschland. Es sammelt und erschließt seit Jahrzehnten Originalmaterial extrem rechter Parteien, Organisationen, Medien und Bewegungen und verbindet diese Archivarbeit mit eigener Forschung, Analyse und politischer Bildung.
Mit dem regelmäßig erscheinenden monitor sowie vertiefenden Analysen behandelt das apabiz aktuelle Entwicklungen der extremen Rechten.
Besonders relevant für: Primärquellen, AfD, Neue Rechte, Neonazismus, rechte Medien, Ideologieanalyse, historische und gegenwartsbezogene Recherche.
Fachjournalistische Medien
ENDSTATION RECHTS.
ENDSTATION RECHTS. ist ein fachjournalistisches Onlineangebot zur extremen Rechten. Es veröffentlicht Recherchen, Hintergrundberichte, Prozessbeobachtungen und Buchbesprechungen. Zu den Themen gehören Neonazismus, AfD, rechte Netzwerke, Rechtsterrorismus und Antisemitismus.
Für Bremen und den Nordwesten bietet beispielsweise die Recherche „Dahinter steckt die NPD“ von Andrea Röpke und Johann Frerichs einen direkten Einstieg. Sie untersucht die Gruppe „weserems.aktion“ und ihre Verbindungen zu älteren Neonazistrukturen und überregionalen Netzwerken.
Besonders relevant für: AfD, Neonazismus, Rechtsterrorismus, NSU, rechte Jugendgruppen, Netzwerkrecherche, Bremen und Norddeutschland.
der rechte rand
der rechte rand – Magazin von und für Antifaschist:innen erscheint seit 1989 und gehört zu den traditionsreichen Fachpublikationen zur extremen Rechten in Deutschland.
Das Magazin veröffentlicht Recherchen, Analysen und Hintergrundberichte zu Neonazismus, AfD, Neuer Rechter, Rechtsterrorismus, Reichsbürger:innen, extrem rechten Parteien und internationalen rechten Netzwerken. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Verbindung konkreter Szenerecherche mit gesellschaftspolitischer Analyse.
Besonders relevant für: AfD, Neonazismus, Neue Rechte, Reichsbürger:innen, Rechtsterrorismus, internationale Rechte, antifaschistische Recherche.
Antifaschistisches Infoblatt – AIB
Das Antifaschistische Infoblatt (AIB) erscheint seit 1987 in Berlin und veröffentlicht überregionale Recherchen und Analysen zur extremen Rechten aus antifaschistischer Perspektive.
Thematisch reicht das Spektrum von Neonazismus und Neuer Rechter über Rassismus und Geschichtsrevisionismus bis zu internationalen extrem rechten Netzwerken.
Besonders relevant für: Neonazismus, AfD-Jugend, internationale extreme Rechte, rechte Netzwerke, Antifaschismus, historische Kontinuitäten.
Belltower.News
Belltower.News ist das journalistische Onlineportal der Amadeu Antonio Stiftung. Es berichtet kontinuierlich über Rechtsextremismus, Rechtspopulismus, Antisemitismus, Rassismus, Antifeminismus, Queerfeindlichkeit, Verschwörungsideologien und digitale Radikalisierung.
Besonders relevant ist die Verbindung von journalistischer Berichterstattung, Fachwissen aus der Zivilgesellschaft und Beobachtung digitaler extrem rechter Milieus.
Besonders relevant für: AfD, digitale Rechte, Antifeminismus, Queerfeindlichkeit, Antisemitismus, Verschwörungsideologien, Neue Rechte, politische Kommunikation.
CORRECTIV
CORRECTIV ist ein gemeinnütziges Recherchezentrum für investigativen Journalismus. Die Redaktion untersucht strukturelle Missstände und veröffentlicht langfristige, daten- und dokumentenbasierte Recherchen.
Für das Themenfeld extreme Rechte ist insbesondere die kontinuierliche Recherche zur AfD relevant. CORRECTIV hat unter anderem Parteienfinanzierung, extrem rechte Netzwerke, Verbindungen zwischen AfD und außerparlamentarischen Akteur:innen sowie das sogenannte Potsdamer Treffen recherchiert.
Besonders relevant für: AfD, Parteistrukturen, Parteienfinanzierung, extrem rechte Netzwerke, „Remigration“, investigative Dokumentenrecherche.
Störungsmelder / ZEIT ONLINE
Der Störungsmelder wurde 2007 als spezialisiertes Watchblog zu Rechtsextremismus gegründet. Zahlreiche Fachjournalist:innen dokumentierten dort über viele Jahre regionale extrem rechte Aktivitäten, Rassismus und Antisemitismus.
Das Angebot wird bei ZEIT ONLINE als Themenserie fortgeführt. Der Direktlink führt zur Übersicht der Beiträge.
Besonders relevant für: historische Recherche, regionale Neonazistrukturen, Rechtsextremismus, Reichsbürger:innen.
Monitoring und spezialisierte Fachstellen
Bundesverband RIAS – Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus
Der Bundesverband RIAS e. V. koordiniert ein bundesweites Netzwerk zivilgesellschaftlicher Recherche- und Informationsstellen zur Erfassung antisemitischer Vorfälle.
RIAS arbeitet mit einer eigenständigen, transparent dokumentierten Erfassungsmethodik und veröffentlicht regelmäßig Monitoringberichte, Problembeschreibungen und Jahresauswertungen.
Das Angebot ist eine zentrale fachliche Quelle für die Analyse gegenwärtiger Erscheinungsformen von Antisemitismus und ihrer gesellschaftlichen Kontexte.
Besonders relevant für: Antisemitismus, Vorfallsmonitoring, Betroffenenperspektive, israelbezogener Antisemitismus, Post-Schoa-Antisemitismus, rechtsextremer Antisemitismus.
Verband der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt – VBRG
Der VBRG ist der bundesweite Zusammenschluss unabhängiger Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt.
Neben Beratung und Interessenvertretung veröffentlicht der Verband fachliche Analysen und jährliche Auswertungen zum Ausmaß rechter Gewalt. Seine Perspektive ist insbesondere deshalb wichtig, weil sie dokumentierte Erfahrungen von Betroffenen und zivilgesellschaftlichen Beratungsstellen ergänzt und damit über rein polizeiliche Statistiken hinausgeht.
Besonders relevant für: rechte Gewalt, Rassismus, Antisemitismus, Betroffenenperspektive, Monitoring, Sicherheitsbehörden.
CeMAS – Center für Monitoring, Analyse und Strategie
Das Center für Monitoring, Analyse und Strategie (CeMAS) untersucht verschwörungsideologische, antisemitische und extrem rechte Mobilisierung mit besonderem Schwerpunkt auf digitalen Räumen.
CeMAS verbindet sozialwissenschaftliche Forschung mit systematischem Online-Monitoring und veröffentlicht Analysen zu Telegram, Desinformation, verschwörungsideologischen Bewegungen, Rechtsextremismus und digitaler Radikalisierung.
Besonders relevant für: Verschwörungsideologien, digitale Radikalisierung, Antisemitismus, Telegram, Desinformation, rechtsextreme Online-Netzwerke.
Regionale Rechercheangebote
AfD-Watch Hamburg
AfD-Watch Hamburg dokumentiert und analysiert Strukturen, Aktivitäten und personelle Netzwerke der Hamburger AfD und ihres politischen Umfelds.
Das Projekt entstand aus dem Hamburger Bündnis gegen Rechts und verbindet langjährige regionale Szenekenntnis mit der Beobachtung parlamentarischer und außerparlamentarischer Aktivitäten der extremen Rechten.
Besonders relevant für: AfD Hamburg, regionale Parteistrukturen, extrem rechte Netzwerke, Norddeutschland.
Geschlechterpolitische und antifeministische Dimensionen
Forschungsnetzwerk Frauen und Rechtsextremismus
Das Forschungsnetzwerk Frauen und Rechtsextremismus entstand mit dem Ziel, geschlechterreflektierende Perspektiven stärker in die Rechtsextremismusforschung einzubringen.
Das Netzwerk beschäftigt sich insbesondere mit Frauen als Akteurinnen der extremen Rechten, Geschlechterbildern, Antifeminismus und der Bedeutung geschlechtsspezifischer Rollen innerhalb rechter Bewegungen.
Die Veröffentlichungen des Netzwerks sind insbesondere für historische und theoretische Recherchen weiterhin relevant.
Besonders relevant für: Frauen in der extremen Rechten, Antifeminismus, Geschlechterpolitik, rechtsextreme Sozialisation, geschlechterreflektierende Forschung.
Faktenchecks, Desinformation und digitale Öffentlichkeit
Mimikama
Mimikama ist ein deutschsprachiges Angebot zur Überprüfung von Falschmeldungen, manipulierten Bildern, betrügerischen Inhalten und Desinformation im Internet.
Für die Recherche zur extremen Rechten ist Mimikama insbesondere dort hilfreich, wo rassistische, verschwörungsideologische oder politisch instrumentalisierte Falschbehauptungen über soziale Netzwerke verbreitet werden.
Mimikama ist dabei kein spezialisiertes Rechtsextremismus-Rechercheprojekt, sondern vor allem eine ergänzende Quelle für Faktenchecks und Medienkompetenz.
Besonders relevant für: Desinformation, Falschmeldungen, Bildmanipulation, Social Media, Medienkompetenz.
Volksverpetzer
Volksverpetzer ist ein publizistisches Onlineprojekt, das sich insbesondere mit politischer Desinformation, Falschbehauptungen, Rechtspopulismus und der AfD beschäftigt.
Das Angebot veröffentlicht Faktenchecks, Kommentare und Analysen und eignet sich insbesondere als Ausgangspunkt zur Überprüfung viraler Behauptungen und rechter Kommunikationsstrategien.
Es sollte bei vertiefender Recherche jedoch von Primärquellen, wissenschaftlichen Untersuchungen und spezialisierten Fachrecherchen unterschieden werden.
Besonders relevant für: AfD-Kommunikation, Desinformation, politische Falschbehauptungen, Social Media.
Archivierte und historische Angebote
Bremer Schattenbericht
Der Bremer Schattenbericht dokumentierte über mehrere Jahre extrem rechte Aktivitäten und gesellschaftliche Entwicklungen in Bremen und dem Bremer Umland.
Das Projekt wird seit 2017 nicht mehr fortgeführt. Das erhaltene Onlinearchiv kann jedoch weiterhin als historische Quelle für Recherchen zur Entwicklung extrem rechter Strukturen in Bremen herangezogen werden.
Status: Archiv – keine laufende Berichterstattung.
Besonders relevant für: historische Recherche zu Bremen, Neonazismus, regionale Szenestrukturen.
