Illustration von apabiz zum bundesweiten Netzwerk der AfD.

In den Jahren seitdem die AfD aktiv ist, hat sie eine Vielzahl von Organisationen gegründet und bestehende Organisationen mit ihren FunktionärInnen besetzt. Inzwischen hat die AfD ein wirkmächtiges Netzwerk aufgebaut mit vielen Organisationen und Projekten, die gemeinsam mit der AfD, als ihren parlamentarischen Arm, an einem völkisch-nationalistischen Umsturz der herrschenden Verhältnisse arbeiten. 

Die AfD | Ihre Netzwerke  | Ihre Organisationen  | Ihre Unterstützer

DER FLÜGEL ist eine als völkischnationalistisch eingestufte Gruppierung innerhalb der Partei Alternative für Deutschland, deren Führung nach Einschätzung von Extremismusforschern mit bewusster Anknüpfunganden rechtsextremistischen und nationalsozialistischen Sprachgebrauch agiert. Es bestehen enge Überschneidungen mit der Patriotischen Plattform. In einem Beitrag in der Wochenzeitung Die Zeit beschreibt Mely Kiyak den Flügel als ein „Sammelbecken für alles, was rechts von rechts steht; Pegida, Identitäre, Burschenschaften, Patriotische Plattform und viele mehr“. Laut Patrick Gensing auf tagesschau.de spricht sich der Flügel offen für eine Kooperation mit der Identitären Bewegung aus, sieht die AfD als parlamentarischen Arm einer nationalistischen Bewegung und sammle rechte Ideologen, die eine nationalistische Fundamentalopposition gegen die „Altparteien“ propagierten und von einer nationalen Revolution träumten. Die AfD sei dabei lediglich Mittel zum Zweck.

PATRIOTISCHE PLATTFORM e.V. (PP) ist ein Verein von Mitgliedern des völkischnationalistischen Rechtsaußen-Flügels der Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD). Sie wird vom sachsen-anhaltischen Landtagsabgeordneten Hans-Thomas Tillschneider geleitet. Die PP hat bundesweit Mitglieder, darunter einige Spitzenpolitiker der AfD, und strebt danach, als äußerst rechter Parteiflügel in die Partei zu wirken, ohne durch deren Parteistrukturen gefasst zu werden. Laut Bericht der dänischen Zeitung Politiken vom Januar 2017 sollen der PP etwa ein Drittel der 26.000 AfD-Mitglieder angehören. Innerhalb der AfD war die Nähe der PP zur verfassungsfeindlichen „Identitären Bewegung“ (IB) und deren Positionen umstritten. An den 2016 gefassten Unvereinbarkeitsbeschluss der AfD fühlt sich die PP nicht gebunden: „Wir wünschen uns eine engere Zusammenarbeit zwischen Identitärer Bewegung und AfD, denn auch die AfD ist eine identitäre Bewegung und auch die Identitäre Bewegung ist eine Alternative für Deutschland”. Der Bremer AfD Bürgerschaftsabgeordneter Alexander Tassis ist Schriftführer im Vorstand der PP.

ZENTRALE ERFASSUNGSSTELLE POLITISCH MOTIVIERTER STRAFTATEN (ZES) Eine AfD gestützte Plattform auf der vermeintliche Straftaten gegen AfD Akteure und Eigentum gesammelt werden. Die aufgeführten Fälle werden unwissenschaftlich erfasst und ohne belastbare Belege unter der selbst gefassten Kategorie “Linksextremismus” eingetragen. Als “Linksextrem” definiert die Plattform alle Formen von Kommunismus und Anarchismus. Selbst “Individualismus”, also die Freiheit der Selbstbestimmung jedes Einzelnen wird als “Linksextremismus” definiert. Zur Täuschung wird das offizielle Wikipedia-Logo verwendet, dass die vermeintliche Objektivität der AfD nahen Propaganda unterstreichen soll. Ohne eine wissenschaftliche Verwurzelung bspw. an eine Universität und ohne jede Reputation wird behauptet, die Plattform sei Teil der Erforschung von “Linksextremismus”. Ziel der Plattform ist es, alle politischen Auseinandersetzungen die sich gegen die Politik der Neurechten richten als Extremismus umzudeuten. Auch will die Plattform den Eindruck erwecken, sie sei gleich einer Verfassungsschutz-Behörde aufgestellt.

PEGIDA, Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes ist eine islam- und fremdenfeindliche, völkische, rassistische sowie weithin eine als rechtspopulistisch klassifizierte Organisation. Sie veranstaltet seit dem 20. Oktober 2014 in Dresden Demonstrationen gegen eine von ihr behauptete Islamisierung und die Einwanderungs und Asylpolitik Deutschlands und Europas, welche regelmäßig von Gegenveranstaltungen begleitet werden. Ähnliche, deutlich kleinere Demonstrationen finden, zum Teil durch rechtsextreme Personen oder Gruppierungen angemeldet und organisiert, in weiteren Städten statt. Ferner speise sich der Demonstrationszug der „Wutbürger“ im Wesentlichen aus Rechtsextremisten und -populisten, AfD-Anhängern und Personen, die in die Kategorie Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit (siehe Forschungsarbeiten von Wilhelm Heitmeyer u. a.) fallen. Mit dem Schlagwort „Islamisierung“ wolle man Rassismus und völkische Positionen salonfähig machen, so Samuel Salzborn. Die demokratiefernen PEGIDA-Anhänger hätten ein „autoritäre[s] und gegenaufklärerische[s] Weltbild“. Mit dem Islamismus seien sie unfreiwillig „Brüder im Geiste“.

AFD KOMPAKT Die Idee eines eigenen Medienangebots ist auch in der AfD nicht ganz neu. So gibt es etwa das Mitgliedermagazin „AfD Kompakt“. Bereits jetzt werden auf der Facebook-Seite der Partei, die mit 410 000 Abonnenten die höchste Reichweite unter den deutschen Parteien hat, Videos von „AfD TV“ geteilt. Der Kanal wird gemeinsam von Fraktionsmitarbeiter Hau und dem rheinland-pfälzischen Landtagsabgeordneten Joachim Paul betrieben. Der beurlaubte Lehrer hat einst bei der FPÖ-nahen Plattform „unzensuriert.at“ hospitiert. Der österreichische Verfassungsschutz hält die dort veröffentlichten Inhalte für „äußerst fremdenfeindlich“. (Quelle: Tagesspiegel)

IDENTITÄRE BEWEGUNG Als “Identitäre Bewegung” (auch Identitäre Generation, kurz Identitäre) bezeichnen sich mehrere aktionistischevölkisch orientierte Gruppierungen, die ethnopluralistischkulturrassistische Konzepte vertreten. Sie gehen von einer geschlossenen „europäischen Kultur“ aus, deren „Identität“ vor allem von einer Islamisierung bedroht sei. Fachjournalisten und Wissenschaftler ordnen die Gruppe dem Rechtsextremismus zu.  Unterstützt wird die Identitäre Bewegung Deutschland publizistisch durch die rechtsextreme Zeitschrift Blaue NarzisseEingang fanden Angehörige der Gruppe auch bei der AfD, sei es in der Jugendorganisation bis hin zum Landesvorsitzenden oder auch als Landtagskandidat. Dort ist es vor allem die „Patriotische Plattform“, die die Forderung nach einer „engeren Zusammenarbeit zwischen Identitärer Bewegung und AfD“ vertritt, da diese Bewegung ebenfalls eine „Alternative für Deutschland“ darstelle. Rechtsaußen taktisch zwischen konservativ und rechtsextremistisch changierend, stehen der Gruppe das Institut für Staatspolitik und die Wochenschrift Junge Freiheit nahe, bewerben sie oder verwenden sich für sie „als ihre Stichwortgeber“. Eine Studie der Berliner Senatsverwaltung für Inneres kam 2015 zu dem Schluss, es gebe eine Aktionseinheit gegen Flüchtlinge von Bürgerbewegung Pro DeutschlandHoGeSa Berlin, Identitärer Bewegung und Berliner NPD. Dieses „rechtsextremistische Teilnehmerpotenzial“ schlage sich auch in der Zunahme strafrechtlich relevanter Vorfälle nieder.[28] Aufgegriffen wurde das kulturrassistische Konzept auch durch die Jugendorganisation der NPD mit einer Kampagne „Identität – Werde, wer Du bist“. Es bestehen weiter enge personelle und finanzielle Verflechtungen mit dem von Jürgen Elsässer geführten Magazin Compact. Der Identitären-Sprecher Martin Sellner ist Mitarbeiter der Initiative Ein Prozent, eines Bündnisprojektes zusammen mit Elsässer und dessen Magazin, Götz Kubitschek (Institut für StaatspolitikSezessionVerlag Antaios) und Hans-Thomas Tillschneider (Alternative für Deutschland).

MARTIN SELLNER ist Funktionär der 2013 gemeinsam mit Alexander Markovics und Patrick Lenart gegründeten Identitären Bewegung Österreich (IBÖ), in der er eine Schlüsselrolle einnimmt. Die Bewegung wird unter anderem vom Dokumentationsarchiv und von Politikwissenschaftlern dem Rechtsextremismus zugerechnet. Sellner, derzeit Kassier (2016–2018) und „Leiter“ der IBÖ, war zuvor für etwa drei Jahre Leiter der IB in Wien. Bereits 2012 bildete sich um Sellner eine identitäre Gruppe, die sich nach dem Rechtsextremismusforscher Heribert Schiedel (DÖW) weithin aus dem neonazistischen Milieu rekrutierte und nach dem „Vorbild osteuropäischer Neonazis“ Veranstaltungen störte. Gegenwärtig betreibt Sellner gemeinsam mit Lenart, ebenfalls „Leiter“ der IBÖ, den Online-Versand Phalanx Europa mit selbst designten Artikeln. Er veröffentlicht seit 2013 Monologe auf dem Video-Blog Vlog Identitär. Dort führte er unter anderem die „Abwertung eines […] islamisch geprägten Kulturraums durch“, wie drei Autoren zum Thema kommentierten. Ferner bloggt er auf der Webseite der „Identitären“ einschlägige Beiträge. Durch das versuchte Stören von politisch linken Veranstaltungen und das Produzieren von Medienbeiträgen (etwa gegen den Bürgermeister und Landeshauptmann von Wien Michael Häupl) erweckte Sellner den Eindruck eines energischen Aktivwerdens im identitären Sinne. Seine Präsenz sei „ein Lehrstück für die Inszenierung neurechter identitärer Ideologie“.

RECONQUISTA GERMANICA (von spanisch reconquista, „Rückeroberung“, und lateinisch Germanicus, „germanisch“ oder „deutsch“; kurz: RG) ist ein Netzwerk von Netzaktivisten, das seit dem Wahlkampf zur Bundestagswahl 2017 in Erscheinung tritt. Die Aktivisten stellen es als satirisches Projekt von Gamern und LARPern dar. Tatsächlich koordinieren Rechtsextreme hier gezielte Online-Attacken auf politische Gegner, Medien und Institutionen. Die Gruppe gibt sich militärisch straff organisiert und verfügt über einen YouTube-Kanalmit 33.000 Abonnenten. Sie organisiert sich vor allem über die ChatApp Discord mit dem erklärten Ziel, die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD) zu stärken.

KONTRAKULTURHAUS Die Vorbildfunktion der italienischen „Casa Pound“ für das Hallenser Hausprojekt [Kontrakulturhaus] zeigt sich unter anderem darin, dass im April 2017 Vertreter von AfD, „Ein Prozent“ und der „Kontrakultur“ eine Konferenz der neofaschistischen Bewegung in Rom besuchten. Im Mai 2017 nahm Müller, neben zahlreichen Mitgliedern der IB Österreich und Vertretern der IB aus Frankreich und Italien, an einer Aktion in Catania auf Sizilien teil. Doch auch mit anderen Organisationen im Ausland findet eine Vernetzung statt. Mit Anna M. lebte zumindest zeitweise eine Ukrainerin mit Kontakten zum neonazistischen “Полк Азов” (Regiment Asow) in Halle. Asow ist ein dem ukrainischen Innenministerium unterstelltes Freiwilligenbataillon, das offen neonazistische Positionen vertritt. Im Dezember 2016 etwa veranstal­tete das „Reconquista“-Projekt von „Asow“ unter Leitung von Olena Semenyaka ein NS-Blackmetal-Festival mit angeschlossener Konferenz, zu der als offizieller Ehrengast der als „Satansmörder von Sonders­hausen“ bekanntgewordene Neonazi Hendrik Möbus eingeladen war. Mario Müller reiste mehrmals nach Kiew, um sich dort tätowieren zu lassen. Im Januar 2015 nahm Müller in Kiew an einem Gedenk-Fackelmarsch für den ukrainischen Nazi-Kollaborateur Stepan Bandera teil. Bei einer früheren Reise posierte er für ein Foto mit vermummten „Asow“-Kämpfern, welches er mit „Might need volunteers in Western Europe soon …“ kommentierte – ein deutlicher Verweis auf das Verständnis der „Identitären“, sich in einem „Vorbürgerkrieg“ zu befinden. (Quelle: AIB)

1 PROZENT

Götz Kubitschek

Bibliothek des Konservativismus

Schlagende Burschenschaften

Junge Freiheit

Compact

Sezession

Eigentümlich frei

Abgeordneten-Check.de und FreieWelt.net

Friedrich A. von Hayek – Gesellschaft

Plenum der Ökonomen

Europäisches Institut für Klima und Energie (EIKE)

Institut für Unternehmerische Freiheit (IUF)

AfD Mittelstandsforum

Liberales Institut der Friedrich-Naumann-Stiftung

Arbeitnehmer in der AfD (AIDA)

Alternativer Arbeitnehmerverband Mitteldeutschland (ALARM)

Migranten in der AfD
Mitbegründer Alexander Tassis Bremen

Homosexuelle in der AfD
Mitbegründer Alexander Tassis Bremen

Heinrich Weiss – SMS Group

Desiderius-Erasmus-Stiftung

Immanuel-Kant-Stiftung

Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft

Front National

FPÖ

FIDESZ

PiS

Partij voor de Vrijheid PVV

Sputnik News Agency SNA

… Liste in Bearbeitung