Jonas Schick neben Propaganda-Stand der AfD in Vegesack 2016 – Quelle: Facebook AfD Bremen

Vom Saulus zum Paulus? Wohl kaum! 

Jonas Schick war 2015 zum Studium aus der Region Mannheim nach Bremen gezogen und stieg nach der Gründung der JA in Bremen, im Herbst 2016, als aktives Mitglied in die Gruppierung mit ein. Gegenwärtig studiert Schick an der Uni Bremen Soziologie; nachdem er zuletzt in Mannheim Politikwissenschaften studierte.

Recherchen können belegen, dass Jonas Schick bereits im Jahre 2010 auf der BestellerInnen-Liste des Neonazi-Versandhauses Thor Steinar aufgeführt ist. Was die Frage bereits zu klären scheint, welch Geistes Kind Jonas wohl sein könnte.

Jonas Schick wohnt zusammen mit dem Beiratsmitglied und JA Vorstand Marvin Mergard in Vegesack in einer Wohngemeinschaft und war bei Propaganda-Auftritten der AfD zusammen mit dem Bremer Parteichef Frank Magnitz und dem JA Vorstand überwiegend im Bremer Norden unterwegs.

Nach Angaben des AfD Bürgerschaftsmitglieds Alexander Tassis, sei Jonas Schick zuständig für den Fachbereich Genderpolitik gewesen.

Seit Mitte 2017 ist Jonas Schick nach eigenen Angaben aus der Jugendorganisation der AfD Bremen ausgetreten. Er betreibt seit seinem Austritt ein Podcast namens “90 Grad“, bei dem seine Gesprächspartner u.a. Teile des Vorstands der JA Bremen, wie ‘Robert Teske’ und der inzwischen nach Ostdeutschland verzogene ‘Moritz Lange‘ (ehem. JA Bremen) regelmäßig zusammenkommen, um gegenwärtige politische Ereignisse ideologisch zu bewerten und der Öffentlichkeit über verschiedene Kanäle zugänglich machen.

Das öffentliche Interesse bleibt zu seiner Person auch trotz des Austritts aufrecht, da dieser nicht zuletzt durch seinen Podcast die JA Akteure zu politischen Themen nicht privat aufzeichnet, sondern an ein abstrakt öffentliches Publikum adressiert. Robert Teske als ständiger Gesprächspartner äußert sich zu politischen Ereignissen, die ihm in seiner Rolle als Akteur der AfD zugerechnet werden müssen. Die formale Betonung sich nicht als AfD Akteur, sondern privat zu äußern, greift nicht. Ein Funktionär einer Partei kann sich in diesem Kontext nicht auf das Persönlichkeitsrecht berufen, die getätigte Aussagen als Teil des privaten Kernbereichs abgrenzen wollen, wenn dieser sich gegenüber einer abstrakten Öffentlichkeit politisch positioniert. Gleiches gilt hier für den Betreiber des Podcast als Teilnehmer dieses öffentlichen Gesprächs. Zudem besteht das öffentliches Interesse an Jonas Schick, durch die geäußerte persönliche Befürwortung sowie politische Nähe zu der vom Verfassungsschutz überwachten ‘Identitäre Bewegung Bremen’.

Vgl. Urteil des EGMR