
Schmidt (links) Teske (mitte rechts) Schellenberg (außen rechts) in der Neurechten Bibliothek des Konservativismus Berlin 2015 – Quelle: Screenhsot, Facebook. Abgerufen 2018.
Robert Teske: Von der Bremer AfD-Jugend in Höckes Machtapparat
Identitäre auf der Straße, völkische Politik im Parlament: Robert Teskes Laufbahn verbindet die Bremer Junge Alternative mit Björn Höckes Umfeld und dem Bundestag. Seine Karriere zeigt, wie aus frühen Überschneidungen zwischen Partei und rechtsextremer Bewegung dauerhafte politische Zusammenarbeit wird.
Robert Teske gehört zu den früheren Bremer AfD-Funktionären, deren Bedeutung mit dem Wegzug aus der Stadt gewachsen ist. Nach seiner Zeit als Vorsitzender der Jungen Alternative Bremen arbeitete er sechs Jahre für Björn Höcke. Seit 2025 sitzt er selbst im Bundestag. Im Januar 2026 gehörte er zu den AfD-Politiker:innen, die Martin Sellner im Thüringer Landtag trafen. Damit setzt sich eine Verbindung fort, die in Bremen schon Jahre zuvor öffentlich sichtbar war: die Zusammenarbeit von Parteifunktionären mit dem Milieu der Identitären Bewegung.
An Teske lässt sich nachvollziehen, wie diese Verbindung politische Wirkung entfaltet. Jugendorganisationen vermitteln Kontakte und erste Funktionen. Abgeordnetenbüros bieten Beschäftigung, Erfahrung und Zugang zu parlamentarischen Strukturen. Später verfügen die früheren Mitarbeiter:innen selbst über Mandate und entscheiden, wem sie solche Zugänge eröffnen. Teske hat diesen Weg durchlaufen. Seine Bremer Geschichte gehört deshalb zur Vorgeschichte eines heute bundespolitisch wirksamen extrem rechten Netzwerks.
Bremen als Ausgangspunkt
Teske wurde 1990 in Brandenburg an der Havel geboren, absolvierte nach dem Abitur eine Ausbildung zum Speditionskaufmann und trat 2014 in die AfD ein. Diese Stationen verzeichnet auch das MDR-Porträt anlässlich seiner Bundestagswahl. Seine politische Aufbauarbeit führte zunächst über Berlin. AfD Watch Bremen dokumentierte bereits 2018 seine Kontakte zur dortigen Jungen Alternative sowie eine Aufnahme von 2015, die ihn mit Manuel Schmidt und Moritz Schellenberg in der Bibliothek des Konservatismus zeigt. Die Berliner Verbindungen gingen seiner Führungsrolle in Bremen voraus.
Im Oktober 2016 entstand der von Teske geführte Bremer JA-Landesverband. Zusammen mit seinem Stellvertreter Marvin Mergard prägte er dessen öffentlichen Auftritt. Im Dezember 2017 wurde Teske zweiter stellvertretender Vorsitzender der Bremer AfD. Der Nachwuchs rückte damit unmittelbar in die Führung der Landespartei auf. Der damalige Bürgerschaftsabgeordnete Alexander Tassis führte Teske zudem als zuständig für einen „Fachbereich Wissenschaft und Medien“. Unsere früheren Recherchen zu Teske beschrieben diese Verbindung von Nachwuchsarbeit, Medienarbeit und Parteifunktionen schon damals. Bis März 2019 blieb Teske JA-Landesvorsitzender; anschließend übernahm Marvin Mergard.

Teske leugnet öffentlich seine Mitgliedschaft und Unterstützung der IB – Dieses Bild vom Januar 2016 in Bremen, also lange vor Gründung der JA Bremen, lässt an seiner Behauptung jedoch stark zweifeln. Screenshot, 2017.
Die Identitären als politische Partner
Am 17. Juni 2017 marschierten Teske und Mergard bei einer Demonstration der Identitären Bewegung in Berlin mit. Die taz dokumentierte ihre Teilnahme mit einem Foto. Dabei hatte Teske zuvor behauptet, keine Kontakte zur IB zu haben und den Unvereinbarkeitsbeschluss umzusetzen. Mergard verteidigte die Teilnahme anschließend im Namen des Bremer JA-Landesverbandes mit dem Demonstrationsrecht: Eine exponierte Funktion, etwa als Ordner oder Redner, sei untersagt, eine allgemeine Teilnahme hingegen zulässig. Der damalige stellvertretende JA-Bundesvorsitzende Krzysztof Walczak widersprach dieser Auslegung gegenüber der Zeitung. Bereits hier zeigte sich, wie die Bremer Führung eine formale Abgrenzung durch eine möglichst enge Interpretation praktisch entwertete.
Teske machte aus seiner politischen Zustimmung zur IB zugleich wenig Hehl. Der Weser-Kurier zitierte ihn 2017: „Die Identitären machen gute Aktionen und werden zu Unrecht vom Verfassungsschutz beobachtet.“ Eine öffentliche Kritik und Einordnung diese Aussage blieb aus. Seine Berliner Demonstrationsteilnahme bezeichnete er als privat. Beim Besuch der damaligen Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkels auf dem Bremer Marktplatz am 15. August 2017 traten AfD-, JA- und IB-Akteur:innen erneut gemeinsam auf. AfD Watch Bremen berichtet darüber. Der Weser-Kurier berichtete lediglich über gemeinsam verteilte Flugblätter; Der damalige AfD-Landeschef Frank Magnitz bestritt eine koordinierte Aktion und verwies auf persönliche Bekanntschaften. Das Muster wiederholte sich: öffentlich sichtbare Kooperation, anschließend eine Erklärung, weshalb diese angeblich keine politische Zusammenarbeit darstelle. Auch heute noch nutzt die AfD diese Strategie.
Auch sprachlich übernahm Teske das Weltbild der Identitären. Das 2019 von netzpolitik.org veröffentlichte Gutachten des Bundesamtes für Verfassungsschutz dokumentiert seine Aussage: „Der große Austausch ist Wirklichkeit… #Remigration“. Der behauptete Austausch erklärt gesellschaftlichen Wandel zum Angriff auf ein als ursprünglich und geschlossen vorgestelltes Volk. Menschen mit Einwanderungsgeschichte erscheinen darin als Instrument oder Bestandteil dieser Bedrohung. Ein völkisches Narrativ. Dass die Bremer JA solche Deutungen verbreitete, zeigte sich auch in ihrer Medienarbeit: Das Gutachten hält fest, dass sie am 5. August 2017 einen Beitrag des IB-Akteurs Jonas Schick teilte, der unter Bezug auf die Kampagne „Defend Europe“ seinen Podcast „90 Grad“ bewarb. Parteijugend und Bewegung verstärkten gegenseitig ihre Botschaften.
Rassistische Ausgrenzung unter Teskes Vorsitz
Die politische Bedeutung dieser Sprache lässt sich an den Veröffentlichungen der Bremer JA ablesen. Der Bremer Verfassungsschutzbericht 2018, Seiten 28 und 29, dokumentiert einen Beitrag vom Mai 2018, der die Möglichkeit der Integration arabischer Kinder zurückwies: „Man kann aus Arabern keine Deutschen zaubern.“ Die Behörde analysierte darin ein ethnisches Volksverständnis, das Zugehörigkeit unabhängig von der Staatsangehörigkeit festlegt. Für die betroffenen Kinder bedeutet diese Logik einen dauerhaften Ausschluss: Ankommen, Lernen und Einbürgerung können die zugeschriebene Fremdheit demnach nicht überwinden. Teske führte den Verband, der solche Aussagen veröffentlichte.
Wie sich die Abwertung auch gegen solidarisches Engagement richtete, dokumentierte AfD Watch Bremen im August 2018 anhand eines entwendeten Banners der Seebrücke. Das Transparent mit der Aufschrift „Seenotrettung ist kein Verbrechen“ tauchte anschließend in einem Beitrag der Bremer JA auf. Der Verband feierte dessen Entfernung als Beseitigung von Müll. Gegenüber der taz verteidigte Teske das Vorgehen: Das Entfernen angeblich illegaler Banner sei aus Sicht der JA keine Konfrontation mit politischen Gegner. Zugleich bezeichnete er Seenotrettung als richtig und notwendig, erklärte sie aber zur Schlepperei, wenn die Geretteten anschließend nicht in ihre Heimatländer zurückgebracht würden. Seine Stellungnahme verband eine abstrakte Zustimmung zur Rettung mit der pauschalen Diskreditierung einer Rettungspraxis, die nicht seiner Rückführungsforderung folgte.
Am 3. September 2018 machte der Bremer Senat die Beobachtung der Jungen Alternative durch den Verfassungsschutz öffentlich. Die Mitteilung nannte tatsächliche Anhaltspunkte für verfassungsfeindliche Bestrebungen, rassistische Veröffentlichungen und Verbindungen zur IB. Sie hob außerdem die personelle Verflechtung mit dem AfD-Landesvorstand hervor. Teske reagierte mit einem Interview für „Ein Prozent“. Unsere damalige Recherche „Unbeirrt identitär“ dokumentierte, wie er die Beobachtung als politisch motiviert darstellte. Ausgerechnet ein Medium des rechten Netzwerks bot ihm die Bühne, die Prüfung seiner Verbindungen zu diesem Milieu zurückzuweisen.
Vom Magnitz-Büro zu Höcke
Die Kontakte hatten zu diesem Zeitpunkt längst eine berufliche Dimension. Im April 2018 veröffentlichte AfD Watch Bremen die Recherche „Unter identitärer Leitung“: Teske und Jonas Schick arbeiteten im Bremer Büro des Bundestagsabgeordneten Frank Magnitz. Auch die taz berichtete über ihre regelmäßige gemeinsame Anwesenheit. Magnitz erklärte gegenüber Radio Bremen, zwei Teilzeitkräfte für den Büroaufbau eingestellt zu haben. Eine mögliche Beschäftigung Schicks relativierte er mit dem Argument, dieser arbeite dann als Person und nicht als Identitärer. Entscheidend sei die berufliche Qualifikation. Die politische Herkunft eines Mitarbeiters wurde so sprachlich von seiner Tätigkeit getrennt, während das Abgeordnetenbüro tatsächlich gemeinsame Arbeitsmöglichkeiten eröffnete.
Ende 2018 brach zwischen Teske und Magnitz ein offener Konflikt aus. Der AfD-Landesvorstand empfahl der JA wegen der Verfassungsschutzbeobachtung die Selbstauflösung. Die Jugendorganisation verweigerte sie. Die taz berichtete zugleich über konkurrierende Ambitionen auf Listenplätze; Teske bestätigte, einen der ersten drei Plätze für die Bürgerschaftswahl anzustreben. Alexander Tassis stellte sich demonstrativ hinter ihn: „Ich stehe uneingeschränkt auf der Seite von Teske.“ Der Konflikt zeigt, dass personelle und taktische Auseinandersetzungen innerhalb dieses Milieus keine verlässliche ideologische Trennlinie bildeten. Tassis unterstützte die JA, obwohl deren rassistische Positionen und die Beobachtung öffentlich bekannt waren.
2019 wechselte Teske als Büroleiter zu Björn Höcke nach Thüringen. Bis 2025 arbeitete er im unmittelbaren organisatorischen Umfeld des dortigen AfD-Fraktionschefs. Bei der Bundestagswahl am 23. Februar 2025 gewann er den Wahlkreis Suhl – Schmalkalden-Meiningen – Hildburghausen – Sonneberg mit 42,1 Prozent der Erststimmen. Gemeinsam mit Torben Braga und Stefan Möller gehörte er zu den Höcke-Vertrauten, deren Einzug die Jungle World als Stärkung des völkischen Lagers im Bundestag analysierte. Aus der Bremer Jugendfunktion war über eine langjährige Tätigkeit im Machtzentrum der Thüringer AfD ein eigenes Bundestagsmandat geworden.
Ein Mandat und ein Arbeitsplatz für Benedikt Kaiser
Teske nutzte seine neue Stellung für eine personell aufschlussreiche Entscheidung. Seit April 2025 beschäftigte er Benedikt Kaiser als wissenschaftlichen Mitarbeiter, wie t-online im Juni 2025 recherchierte. Kaiser war zuvor für den ausgeschiedenen AfD-Abgeordneten Jürgen Pohl tätig gewesen. Er hatte eine Vergangenheit in der Neonaziszene und war später zu einem einflussreichen Autor der Neuen Rechten geworden. Teske erklärte die Übernahme mit langjähriger Bekanntschaft und Kaisers Expertise. Auch von einer politischen Emanzipation gegenüber Höcke wollte er gegenüber t-online nichts wissen: Beide seien weiterhin enge Mitstreiter. Teske präsentierte seine neue Position damit ausdrücklich als Fortsetzung bestehender Zusammenarbeit.
Die Personalentscheidung passt zu seinem parlamentarischen Schwerpunkt: Teske gehört dem Bundestagsausschuss für Arbeit und Soziales an. Kaiser wiederum beschäftigt sich mit einer Sozialpolitik von rechts. Schon die Verlagsbeschreibung seines Buches „Solidarischer Patriotismus“ erklärt soziale und nationale Fragen für untrennbar und fragt, wem Solidarität gelten solle. Das Buch richtet sich ausdrücklich auch an die AfD. Mit seiner Beschäftigung erhielt ein Autor dieser strategischen Debatte einen Arbeitsplatz im Büro eines für Sozialpolitik zuständigen Abgeordneten. In Bremen hatte Teske nach Recherchen von AfD Watch Bremen gemeinsam mit IB-Akteur Jonas Schick für Magnitz gearbeitet. In Berlin stellte er nun selbst einen Mitarbeiter aus dem neurechten Milieu ein. Die Rollen wechselten; die Verbindung von parlamentarischer Beschäftigung und außerparlamentarischem Netzwerk blieb bestehen.

Der damalige Vorstand der Bremer JA nimmt am Aufmarsch von Neonazis, Pegida, Burschenschaftern , AfD unter dem Label IB am 17.06.2017 in Berlin teil,
Sozialpolitik nach Namen und Herkunft
Bereits im Bundestagswahlkampf verband Teske Sozialpolitik mit migrationsfeindlicher Mobilisierung. Das MDR-Magazin FAKT berichtete im Februar 2025, dass er mit dem hohen Anteil ausländischer Bürgergeldbezieher argumentierte. Dabei blieb nach Darstellung der Recherche unerwähnt, dass mehr als die Hälfte der ausländischen Bezieher anerkannte Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine, Syrien und Afghanistan waren. FAKT hielt außerdem fest, dass Teske seit Jahren für millionenfache „Remigration“ warb. Die Verbindung ist politisch folgenreich: Soziale Unsicherheit wird mit dem Versprechen beantwortet, große Gruppen von Menschen aus dem Land zu entfernen.
Wie dieser Ansatz im Parlament konkret wird, zeigt eine Kleine Anfrage vom 29. Juni 2026. Teske steht neben René Springer und weiteren AfD-Abgeordneten unter den Antragsteller. Unter dem Titel „Anteil von Personen im Bürgergeld“ fragt die Fraktion ausführlich nach Vornamen von Leistungsberechtigten: verschiedenen Schreibweisen von Mohammed, Ahmad, Ali oder Aishe, aber auch ukrainischen beziehungsweise osteuropäischen Namen wie Olena und Irina. Wiederholt verlangt sie eine Unterscheidung zwischen Deutschen und Ausländer. Damit endet die politische Sortierung erkennbar nicht beim Pass. Auch deutsche Leistungsberechtigte werden anhand von Namen auf eine vermutete Herkunft hin betrachtet. Ein Vorname erklärt weder Bedürftigkeit noch Erwerbschancen oder einen Leistungsanspruch. Seine Hervorhebung macht Menschen als vermeintlich fremd identifizierbar. Hier erhält die ethnische Perspektive der früheren JA-Propaganda eine parlamentarische Form.
Teske greift gleichzeitig reale soziale Belastungen auf. Am 5. Juli 2026 sprach er sich gegen eine Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung aus und verwies auf Menschen mit jahrzehntelanger körperlicher Arbeit. Seine Antwort mündete in die Forderung, Mittel für von ihm als ideologisch bezeichnete NGO-Förderung und für Entwicklungshilfe stattdessen den eigenen Bürger:innen zugutekommen zu lassen. Eine Berechnung, wie diese Umschichtung die gesetzliche Rente nachhaltig finanzieren soll, enthielt die Antwort selbstverständlich nicht. Die Kritik an einer weiteren Anhebung des Rentenalters wurde mit einer Gegenüberstellung von verdienten Leistungen für die eigene Bevölkerung und angeblich fragwürdigen Ausgaben für andere verknüpft.
Sellner bleibt Gesprächspartner – Kontrolle wird delegitimiert
Am 26. Januar 2026 traf Teske gemeinsam mit weiteren AfD-Politikern Martin Sellner im Thüringer Landtag. Die dpa-Berichterstattung über den Besuch stützt sich unter anderem auf Fotos, die Fraktionsvize Daniel Haseloff veröffentlichte. Nach dessen Angaben ging es um Sellners „Remigrationskonzept“, das der Thüringer AfD und Unterschiede zwischen beiden. Haseloff bezeichnete das eigene Konzept als verfassungskonform. Sellners Vorstellungen beziehen hingegen auch deutsche Staatsbürger:innen mit Migrationsgeschichte ein, die er für unzureichend assimiliert hält: Sie sollen durch Druck zum Weggehen bewegt werden. Der öffentliche Empfang wertete einen zentralen Vertreter dieser Politik als Gesprächspartner auf.
Für Teske ist das Treffen eine Fortsetzung seiner Bremer Positionierung. 2017 verteidigte er die Identitären und demonstrierte mit ihnen. 2026 war er als Bundestagsabgeordneter bei einem Gespräch mit ihrem prominentesten Ideologen in einem Landesparlament anwesend. Die Räume sind institutioneller geworden, die politische Nähe ist geblieben. Seine Laufbahn zeigt dabei, wie wenig die wiederkehrenden Abgrenzungserklärungen der AfD über die tatsächliche Zusammenarbeit einzelner Funktionäre aussagen.
Parallel richtet sich Teskes parlamentarische Aufmerksamkeit auf demokratische Initiativen. Im Juli 2025 beantwortete die Bundesregierung seine schriftlichen Fragen zur Förderung des Jugendhilfevereins Fähre, der Partnerschaft „Suhl bekennt Farbe“ und eines Bündnisses gegen Rechtsextremismus. Er verlangte detaillierte Angaben über Mittel aus „Demokratie leben!“. Zusammengenommen mit seiner späteren Polemik gegen NGO-Förderung zeigt das, welche zivilgesellschaftlichen Strukturen er zum Gegenstand politischer Auseinandersetzung macht. Seine eigenen Verbindungen zur extremen Rechten beantwortet er dagegen seit der Bremer Zeit mit dem Vorwurf politisch motivierter Beobachtung.
Wie weit dieser Abwehrmechanismus reicht, erklärte Teske am 1. Juli 2026 selbst. Auf die Frage, ob er bei einer gerichtlichen Feststellung der Verfassungsfeindlichkeit aus der AfD austreten würde, unterstellte er zunächst dem Verfassungsschutz eine politische Agenda und äußerte einen entsprechenden Verdacht gegenüber dem Gutachten der Gesellschaft für Freiheitsrechte. Sollte ein Gericht auf Grundlage eines solchen Gutachtens die Partei als verfassungsfeindlich bewerten, würde er politische Interessen vermuten. Die Frage stelle sich für ihn letztlich nicht, weil die AfD keine verfassungsfeindliche Partei sei. Seine Antwort schirmt die eigene Gewissheit gegen eine mögliche gerichtliche Widerlegung ab: Selbst ein entgegenstehendes Urteil wird bereits vorsorglich unter politischen Verdacht gestellt.
Robert Teskes Karriere zeigt, was aus dem Bremer Zusammenspiel von AfD, Junger Alternative und Identitären werden konnte. Auf gemeinsame Auftritte folgten gemeinsame Arbeitszusammenhänge, auf die Jugendfunktion ein Platz an Höckes Seite und schließlich ein eigenes Mandat. Es zeigt in der Rückschau, wie bürgerliche Medien in Bremen an ihrem Auftrag scheitern, extrem rechte Ideologie verantwortungsvoll einzuordnen. Es zeigt ein Versagen des Bremer Landesparlaments und demokratischer Fraktionen, sich frühzeitig und ausreichend der Normalisierung extrem rechter Ideologie entgegen zu stellen. Heute verbindet Teske parlamentarische Sozialpolitik mit einer Sortierung nach Herkunft, beschäftigt einen neurechten Autor und hält den Kontakt zu Sellner. Die Bremer Jahre erklären diese Gegenwart: Dort wurde eine Zusammenarbeit sichtbar, die im parlamentarischen Aufstieg ihre Fortsetzung fand.
Redaktion
AfD Watch Bremen

Beispiel Teske auf Twitter (Heute: X) sowohl Header als auch die Kontaktliste werben für die extrem rechte IB – Quelle: Screenshot Twitter 2017.

Der damals neu gewählte Vorstand der Jungen Alternative Bremen, am 27.01.2018. Bildquelle: FB, JA Bremen

