Stadt Bremerhaven · Rechte Parteien, Netzwerke und lokale Konflikte

Politische Rechte in Bremerhaven

In Bremerhaven kämpfen AfD und Bürger in Wut um Stimmen, Mandate und öffentliche Räume. Parteiaustritte und neue Namen verändern ihre Organisation; ausgrenzende Politik bleibt anschlussfähig. Unsere Recherchen zeigen, wer davon profitiert und wie der Druck auf Betroffene und demokratisches Engagement entsteht.

Diese Übersicht erschließt die Stadt Bremerhaven: Parteien und Personen, lokale Netzwerke, Wahlergebnisse und konkrete Konflikte. Die Stadtverordnetenversammlung ist das kommunale Parlament; die Bremische Bürgerschaft ist als Landtag für beide Städte zuständig. Zur anderen Stadt führt die Übersicht Bremen.

Recherche- und Redaktionsstand: Oktober 2026

Aktuell: Rechte Neuaufstellung, Einschüchterung und Gegenwehr

24. September 2026 · Hochschule und Solidarität

Pride-Flagge an der Hochschule verbrannt

Mitte September wurde auf dem Campus eine Pride-Flagge heruntergerissen und angezündet. Die Hochschule bewertet dies als politisch motivierten Angriff auf die queere Community und informierte die Polizei. Am 24. September erklärten sich Hochschul- und Wissenschaftseinrichtungen gemeinsam solidarisch. Zur Mitteilung der Hochschule.

Weiterführende Analyse zu queerfeindlichen Feindbildern

Gemeinsame Erklärung der Wissenschaftseinrichtungen

16. September 2026 · Parlamentarischer Druck

Antifaschistisches Engagement unter Beobachtung

Eine Kleine Anfrage der BIW-Fraktion vom 16. September 2026 verlangt Auskünfte über die Unterstützung der Proteste gegen den Erfurter AfD-Parteitag. Sie erfasst auch Organisationen, Räume, Fördermittel und Beschäftigte aus Bremen und Bremerhaven. Unsere Analyse untersucht diesen Zugriff auf die Voraussetzungen politischen Widerspruchs.

Recherche zu den parlamentarischen Vorstößen

5. September 2026 · Neuaufstellung der BIW

Bürger in Wut: Neue Partei, vertraute Führung

Nach der Rückkehr der Landtagsfraktion zum alten Namen folgt der organisatorische Aufbau: Nach eigenen Angaben gründete die im Juli 2026 neu aufgestellte Partei am 5. September ihren Landesverband in Bremerhaven. Jan Timke wurde Vorsitzender; Julia Tiedemann gehört ebenfalls zum Vorstand. Zur Parteimitteilung.

Parteigeschichte und aktuelle Neuaufstellung

4. September 2026 · Festivalankündigung

United We Stand: Jugendkultur gegen Rechts

Für den 5. September kündigten die Falken ihr Festival auf der Wiese vor dem Haus der Jugend an. Zum Programm gehörten Konzerte sowie Angebote der IG-Metall-Jugend und des AWO-Jugendwerks. Der Aufruf verbindet den Widerspruch gegen rechte Gewalt mit politischer Bildung und der Frage, wie soziale Unzufriedenheit zum rechten Feindbild wird.

Aufruf und angekündigtes Programm

22. August 2026 · Kandidaturen und Gegenprotest

AfD-Listenversammlung ohne Presse

Am 22. August stellte die AfD ihre Bremerhavener Kandidat:innen für die Bürgerschaftswahl 2027 auf. Die Versammlung im Havenhostel schloss die Presse aus; rund 400 Menschen demonstrierten dagegen. Das Ereignis verbindet Wahlvorbereitung, private Raumvergabe und die Abwehr kritischer Öffentlichkeit.

Kreisverband und Wahlvorbereitung

Zur Analyse von Vermietung und Presseausschluss

11. Juli 2026 · Queeres Leben und Gegenwehr

CSD: Sichtbar bleiben unter rechter Bedrohung

Am 11. Juli demonstrierten laut Polizei rund 900 Menschen beim Bremerhavener CSD. Queerhaven veröffentlichte die Route vorab nicht, um Teilnehmende vor rechter Gewalt zu schützen. Der Verein verwies auf Bedrohungen im Vorjahr. Damit prägt Einschüchterung bereits die Planung öffentlicher Sichtbarkeit.

Bericht über den Bremerhavener CSD

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Parteien, Mandate und Personen

Die Stadtverordnetenversammlung entscheidet über kommunale Angelegenheiten Bremerhavens. Die Bremische Bürgerschaft als Landtag vertritt beide Städte. Parteiwechsel wirken auf diesen Ebenen unterschiedlich: Ein Landtagsmandat, eine kommunale Gruppe und die Mitgliedschaft in einer Partei sind jeweils eigene politische Funktionen.

AfD: Mandate und kommunale Gruppe

Seit Juni 2026 bilden Sven Lichtenfeld und Claudia Baltrusch die „AfD Bremerhaven Gruppe“. Beide wurden 2023 über die BIW-Liste gewählt. Lichtenfeld gehört inzwischen wieder der AfD an und sitzt auch im Landtag. Die Dossiers erklären den Umbau und die damit verbundenen parlamentarischen Handlungsmöglichkeiten.

AfD in der Stadtverordnetenversammlung

Parteiwechsel, Gruppenbildung und Ressourcen

AfD-Kreisverband: Personal und Wahl 2027

Der Kreisverband organisiert Wahlkampf und Kandidaturen. Stefan Dettmann trat im August 2026 als Kreisvorsitzender auf. Die Übersicht erschließt auch Stephan Hilbers und Maxim Maier, die nach Parteiangaben für den Wahlbereich Bremerhaven zur Bürgerschaftswahl 2027 nominiert wurden.

Kreisverband und Wahlvorbereitung

Bürger in Wut / Bündnis Deutschland

Bremerhaven ist ein Schwerpunkt des Projekts um Jan Timke. Die Landtagsfraktion trägt seit August 2026 wieder den Namen Bürger in Wut. Nach eigenen Angaben gründete die neu aufgestellte Partei am 5. September hier ihren Landesverband. Die Recherchen verfolgen Organisation, personelle Übergänge und ausgrenzende Kommunalpolitik.

Parteigeschichte, Politik und Personal

Bürgerallianz und fraktionslose Mandate

Sascha Schuster gehört im Landtag zur Bürgerallianz mit Holger Fricke und Meltem Sağiroğlu. Im Stadtparlament wird er als Einzelstadtverordneter geführt. Die Dossiers zeigen, wie politische Laufbahnen nach Partei- und Fraktionsaustritten weitergehen.

Bürgerallianz Bremen/Bremerhaven

Fraktionslose und ihre politischen Wege

Zur Parteiorganisation: Stefan Dettmann, Stephan Hilbers und Maxim Maier. Zur Verbindung mit Landesführung und Bundespolitik: Sergej Minich.

Personendossiers aus Bremerhaven

  • AfD · Landtag und Stadtparlament

    Sven Lichtenfeld

    Von der AfD zu BIW und zurück: Landtagsmandat, kommunale Gruppe und Vorstöße gegen politisches Engagement.

  • AfD Bremerhaven Gruppe · Stadtparlament

    Claudia Baltrusch

    2023 über BIW gewählt; seit Juni 2026 stellvertretende Sprecherin der kommunalen Gruppe mit Lichtenfeld.

  • Bürger in Wut · Parteiführung und Landtag

    Jan Timke

    Langjährige Verankerung in Bremerhaven, Fraktionsführung und Rückkehr zur BIW-Parteimarke.

  • BIW/BD · Kommunale und Landespolitik

    Julia Tiedemann

    Kommunale Fraktionsführung, Landtagsmandat und ordnungspolitische Initiativen, unter anderem zum Hanse-Carré.

  • BIW/BD · Stadtverordnetenversammlung

    Sandra Brinkmann

    Politische Laufbahn im BIW/BD-Projekt, kommunale Verankerung und Arbeit in der Stadtverordnetenversammlung.

  • Bürgerallianz · Landtag; Einzelstadtverordneter

    Sascha Schuster

    Austritt aus BD, Gruppenbildung mit Fricke und Sağiroğlu und fortgesetzte parlamentarische Tätigkeit.

Weitere kommunale Dossiers: Thomas Jürgewitz und Wolfgang Koch wechselten im Juni 2026 aus der AfD in die damalige BD-Fraktion. Kevin Schäfer verließ die AfD bereits 2024. Die Übersicht Rechte im Parlament ordnet die politischen Ebenen ein.

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Stadtteile, rechte Räume und Netzwerke

Rechte Politik wird an konkreten Orten wirksam: über Wahlerfolge in Leherheide, den Streit um Versorgung in der Innenstadt, Veranstaltungsräume und Einschüchterung auf der Straße. Diese Zugänge verbinden Stadtteile mit den jeweiligen Recherchen.

Innenstadt: Ausgrenzung am Hanse-Carré

Ein Antrag der damaligen BD-Fraktion rückte suchtkranke Menschen und die Methadonausgabe ins Zentrum einer Ordnungskampagne. 2024 beschloss die Stadtmehrheit eine geänderte Fassung mit dem Prüfauftrag, die Ausgabe zu verlegen. Die Analyse verfolgt politische Forderung und Beschluss.

Der Konflikt um Versorgung und öffentlichen Raum

Neonazis: Die Straße als Revier

Die Recherche zum „Nazi-Kiez“ dokumentiert Banner, Aufmärsche und Provokationen der Partei „Die Rechte“ von 2018 bis 2020. Sie zeigt an historischen Bremerhavener Fällen, wie organisierte Straßenpräsenz zur Drohkulisse wird.

Recherche zur neonazistischen Straßenpräsenz

Grünhöfe, Bürgerpark, Weihnachtsmarkt

Die Recherche zu migrantischem Leben behandelt auch rassistische Angriffe und Bedrohungen in Bremerhaven. Sie verbindet die Fälle mit den Folgen für Betroffene. Ein eigenes Dossier rekonstruiert die rassistische Weihnachtsmarkt-Drohung von 2024.

Migrantisches Leben im Visier

Dossier zur Weihnachtsmarkt-Drohung 2024

Weitere Zusammenhänge: die Brewag-Recherchen von 2018, die Bremerhavener Familien-Union im Lagebild Graue Wölfe und parlamentarische Ressourcen beim AfD-Umbau. Die Netzwerkübersicht erschließt weitere Organisationen, Medien und Verbindungen.

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Vertiefende Stadtanalyse und Wahlergebnisse

Die folgenden Kapitel verbinden Wahlergebnisse mit konkreter kommunaler Politik: am Hanse-Carré, gegenüber Schüler:innen und im Umgang mit antifaschistischem Protest. Sie zeigen auch, wo Entscheidungen anderer Parteien rechten Ordnungsvorstellungen den Weg öffnen.

Bremerhavens Rechtsruck: Wie Ausgrenzung Macht gewinnt

Am 22. August 2026 stellt die AfD in Bremerhaven ihre Kandidat:innen für die Bürgerschaftswahl auf. Die Presse bleibt draußen. Landeschef Sergej Minich verteidigt den Ausschluss mit einer behaupteten Gefährdung der Mitglieder. Vor dem Veranstaltungsort demonstrieren rund 400 Menschen. Ihren Protest nennt Minich „zutiefst undemokratisch“. Die Partei beansprucht Öffentlichkeit für ihre Botschaften und schließt journalistische Beobachtung aus, sobald sie selbst die Zugangsregeln bestimmt. Den Widerspruch auf der Straße erklärt ihr Vorsitzender zum Angriff auf die Demokratie. Radio Bremen dokumentiert den Vorgang.

Dieser Auftritt verdichtet ein Problem der Seestadt: Rechte Akteur:innen gewinnen Stimmen, sichern sich Räume und nutzen Mandate, um Gegner:innen unter Rechtfertigungsdruck zu setzen. Die AfD und Bürger in Wut konkurrieren dabei um Einfluss auf die Stadtpolitik und um Personal. Ihre Wirkung reicht bis in Beschlüsse der Stadtmehrheit. Sichtbar wird das am Umgang mit suchtkranken Menschen, an Angriffen auf Schüler:innenvertretungen und an der Durchleuchtung antifaschistischen Engagements.

Offene Türen für die AfD, geschlossene Türen für die Presse

Für die Wahlversammlung nutzte die AfD Räume des Havenhostels. Dessen Geschäftsführer Jens Grotelüschen war früher FDP-Fraktionsvorsitzender im Stadtparlament. Er rechtfertigte die Vermietung gegenüber Radio Bremen mit Demokratie und Meinungsfreiheit; die Räume stünden allen offen. SPD, Grüne und Linke kritisierten seine Entscheidung. Die örtliche FDP verwies darauf, dass Grotelüschen kein Amt oder Mandat mehr habe und die Partei sein geschäftliches Handeln nicht bestimme. Zum Streit um die Vermietung.

Die politische Bedeutung einer solchen Geschäftsentscheidung liegt in ihrem praktischen Nutzen: Die AfD erhält einen Ort, an dem sie ihre Kandidaturen organisiert und den nächsten Wahlkampf vorbereitet. Grotelüschens Berufung auf demokratische Offenheit liefert zugleich eine öffentliche Rechtfertigung. So funktioniert Normalisierung vor Ort: Ein Unternehmen stellt Infrastruktur bereit, ein ehemaliger Kommunalpolitiker verteidigt den Zugang, die Partei nutzt beides für ihren Aufbau.

Im Umgang mit der Presse zeigt die AfD, wie eng sie diese Offenheit selbst auslegt. Alle Journalist:innen auszuschließen und gleichzeitig Protestierende als Demokratiegegner:innen anzugreifen, ist eine autoritäre Umkehrung: Die Partei erhebt ihren ungestörten Organisationsbetrieb zum Maßstab demokratischen Verhaltens. Kritische Beobachtung und öffentlicher Widerspruch werden zu Störungen erklärt.

Bremerhaven als Sprungbrett rechter Parteien

Bremerhaven besitzt für die parlamentarische Rechte seit Jahrzehnten strategischen Wert. Bei der Bürgerschaftswahl wird die Fünfprozenthürde für die Wahlbereiche Bremen und Bremerhaven getrennt angewandt. Die DVU gelangte über Bremerhaven ins Landesparlament; später versuchten weitere rechte Parteien, diese Konstellation zu nutzen. Jean-Philipp Baeck beschrieb diese Kontinuität bereits 2019 in der taz. Eine örtliche Hochburg kann damit weit über das Stadtparlament hinauswirken. Zur historischen Einordnung.

Bei der Wahl zur Stadtverordnetenversammlung 2019 erhielten AfD und Bürger in Wut zusammen rund 16,7 Prozent der gültigen Stimmen. 2023 waren es rund 25,5 Prozent. Die AfD sank von 8,67 auf 5,9 Prozent, während Bürger in Wut von 8,00 auf 19,6 Prozent stiegen. Hinter dem AfD-Verlust stand ein erheblicher Zugewinn der rechten Konkurrenz. Zusammengenommen besaßen beide Parteien anschließend eine deutlich breitere kommunale Stimmenbasis.

Stadtverordnetenwahl: AfD und Bürger in Wut
Wahljahr und Gebiet · Link zur Ergebnistabelle AfD Bürger in Wut
2019 · Stadt Bremerhaven 8,67 %17.804 Stimmen 8,00 %16.446 Stimmen
2019 · Ortsteil Leherheide-West 17,07 %1.515 Stimmen 6,60 %586 Stimmen
2023 · Stadt Bremerhaven 5,9 %9.770 Stimmen 19,6 %32.678 Stimmen
2023 · Ortsteil Leherheide-West 18,6 %1.198 Stimmen 21,4 %1.382 Stimmen
2023 · Ortsteil Mitte-Süd 2,8 %260 Stimmen 16,3 %1.531 Stimmen

Stimmenbasis: Listen- und Personenstimmen zusammen, einschließlich Briefwahl. Bei der Stadtverordnetenwahl stehen jeder wählenden Person bis zu fünf Stimmen zur Verfügung. Die verlinkten Ergebnistabellen weisen 2019 zwei, 2023 eine Nachkommastelle aus.

Besonders stark ist diese Konzentration in Leherheide-West: 2023 kamen AfD und Bürger in Wut dort gemeinsam auf rund 40 Prozent. In Mitte-Süd lagen Bürger in Wut mit 16,3 Prozent weit vor der AfD mit 2,8 Prozent. Die rechte Mobilisierung besitzt also mehrere örtliche Schwerpunkte und unterschiedliche organisatorische Träger.

2023 begünstigte zusätzlich das Scheitern der AfD bei der Zulassung zur Bürgerschaftswahl den Wahlkampf der Wutbürger. Zur Bremerhavener Stadtverordnetenwahl trat die AfD an; bei der gleichzeitig stattfindenden Landtagswahl konnten Bürger in Wut um deren bisherige Wähler:innen werben. Die Partei machte aus der Zerstrittenheit der Konkurrenz eine Aufstiegschance. Andreas Speit schilderte diese Wahlkampflage.

Wut bewirtschaften, Zugehörigkeit sortieren

Bürger in Wut entstanden 2004 aus dem Bremer Landesverband der Schill-Partei. Bremerhaven wurde ihr Schwerpunkt, Jan Timke ihre prägende Figur. Rainer Roeser und Alexander Häusler zeichnen diese Entwicklung in der antifaschistischen Fachzeitschrift LOTTA nach. Die Partei verbindet ihre örtliche Bekanntheit mit einer Politik demonstrativer Härte. Zur Fachanalyse.

Die Wahlplakate von 2023 brachten das Programm auf die Straße: „Messerstecher konsequent ausweisen!“ stand neben der Timke-Inszenierung „ER sagt, was WIR denken!“. Kriminalität wird zum Thema ausländischer Herkunft und Abschiebung gemacht; der Parteiführer erscheint als Vollstrecker eines gemeinsamen Volkswillens. Der ausgrenzende Kern liegt in dieser Auswahl: Das Versprechen von Sicherheit wird mit der Entfernung bestimmter Menschen verbunden.

Wie kalkuliert diese Ansprache ist, erklärte Piet Leidreiter im Wahlkampf gegenüber der FAZ, zitiert von der taz: „Unsere Wahlkampfthemen sind darauf ausgerichtet: Wo sind die Menschen wütend?“ Empörung dient als politischer Rohstoff. Wer soziale Unsicherheit und konkrete Konflikte auf vermeintlich störende Gruppen zuspitzt, organisiert Zustimmung für Ausgrenzung. Für die Betroffenen bedeutet das, im eigenen Wohnort immer wieder als Problem verhandelt zu werden.

Hanse-Carré: Suchtkranke sollen dem Stadtimage weichen

Wie diese Politik in kommunale Entscheidungen übersetzt wird, zeigt der Konflikt um das Hanse-Carré. Am 2. August 2023 beantragten Timke, Julia Tiedemann und ihre damalige Fraktion Bündnis Deutschland ein Alkoholverbot, um die sogenannte Trinkerszene aufzulösen. Sie schilderten Lärm, Übergriffe und Verschmutzung und verbanden diese Vorwürfe mit Umsatzeinbußen, abschreckenden Bildern und dem Ruf Bremerhavens. Die dortige Methadonausgabe rückte ins Zentrum ihrer Darstellung. Zum ursprünglichen Antrag.

Der vorgeschlagene Verbotsbereich umfasste mehrere Straßen und Plätze; gelten sollte das Verbot montags bis samstags von 9 bis 19 Uhr. Konzessionierte Gastronomie blieb ausgenommen. Darin steckt eine soziale Sortierung des öffentlichen Raums: Alkoholkonsum mit Bewirtung bleibt willkommen, die als störend markierte Gruppe soll verschwinden. Der Antrag erklärte die Sichtbarkeit von Armut und Suchterkrankung zum Schaden für den Standort.

SPD, CDU und FDP legten am 12. September 2023 einen Änderungsantrag vor. Er verlangte Gespräche zur Prüfung einer Verlegung der Methadonausgabe und die Suche nach einem Standort außerhalb der Innenstadt und des touristischen Zentrums. Hinzu kamen Sozialkonzepte, die Berücksichtigung der Bedürfnisse Betroffener sowie engmaschige Kontrollen und gegebenenfalls Platzverweise oder Aufenthaltsverbote. Am 8. Februar 2024 beschloss die Stadtverordnetenversammlung diese Fassung. Änderungsantrag und Beschlussprotokoll dokumentieren die einzelnen Schritte.

Die Stadtmehrheit machte damit eine räumliche Ausgrenzung zum Prüfauftrag: Medizinische Versorgung sollte möglichst außerhalb jener Bereiche stattfinden, die Handel und Tourismus für sich beanspruchen. Die zugesagten Hilfen stehen neben dieser Vorgabe. Gerade diese Verbindung macht den Vorgang politisch brisant. Ein rechter Vorstoß zur Beseitigung einer unerwünschten Szene mündete in einen Beschluss, den SPD, CDU und FDP selbst formulierten. Die Verantwortung für die Verdrängungslogik reicht bis in die regierende Mehrheit.

Die rechte Personalbörse: von der AfD zu BIW und zurück

Die Grenzen zwischen den konkurrierenden Parteien bleiben durchlässig. Sven Lichtenfeld wechselte 2021 aus der AfD zu Bürger in Wut und gewann 2023 für sie Mandate in Stadtparlament und Bürgerschaft. Nach der Wahl warf Timke ihm vor, wissentlich Unterstützung aus dem rechtsextremen Milieu angenommen und entsprechende Kontakte eingeräumt zu haben. Die neue Fraktion schloss ihn aus ihrer Zusammenarbeit aus. Lichtenfeld bestritt den Vorwurf. Im Dezember 2024 trat er erneut der AfD bei. Die taz-Recherche von 2023 und Radio Bremens Bericht über die Rückkehr halten diesen Verlauf fest.

Im Juni 2026 wechselten Thomas Jürgewitz und Wolfgang Koch in die Gegenrichtung: von der AfD zur damaligen BD-Fraktion. Sie begründeten den Schritt gegenüber Radio Bremen mit fehlender innerparteilicher Demokratie und berichteten von Gewalt bei einem Kreisparteitag. Tiedemann begrüßte die beiden und verwies auf gemeinsame politische Überzeugungen. Zum Bericht vom 12. Juni 2026.

Gerade dieser Empfang zeigt die politische Nähe. Langjährige AfD-Mandatsträger finden im konkurrierenden rechten Projekt eine neue parlamentarische Heimat. Mit dem Parteiwechsel nehmen sie Mandate, Erfahrung und öffentliche Bekanntheit in die neue Struktur mit. Die Wutbürger profitieren von Personal, dessen Karriere die AfD geprägt hat; die AfD profitiert ihrerseits von Lichtenfelds Rückkehr mit einem auf der BIW-Liste gewonnenen Mandat.

Ein weiterer Weg führt zur Bürgerallianz Bremen/Bremerhaven. Sascha Schuster gehört ihr im Landtag seit Oktober 2025 gemeinsam mit Holger Fricke und Meltem Sağiroğlu an. Alle drei waren 2023 über Bürger in Wut gewählt worden und verließen später die BD-Fraktion. Bei der Vorstellung der neuen Gruppe erklärte Fricke die Trennung vor allem mit internen Konflikten; inhaltlich stehe man BD weiterhin nahe. Radio Bremen dokumentiert diese politische Kontinuität.

BIW-Stimmen tragen heute eine Gruppe unter AfD-Namen

Seit Juni 2026 bilden Lichtenfeld und Claudia Baltrusch die „AfD Bremerhaven Gruppe“. Beide waren 2023 über den Wahlvorschlag von Bürger in Wut gewählt worden. Lichtenfeld gehört der AfD an, Baltrusch arbeitet mit ihm in dieser parlamentarischen Gruppe zusammen. Die Niederschrift vom 18. Juni führt beide gemeinsam auf und dokumentiert die neue Ausschussverteilung: Die Gruppe erhält einen Sitz in den dort erfassten Ausschüssen. Zum Sitzungsprotokoll.

Damit werden ursprünglich für Bürger in Wut gewonnene Mandate zur institutionellen Stütze der AfD. Ausschusssitze ermöglichen Beteiligung an Beratungen, Anfragen verschaffen Themen eine amtliche Bühne, parlamentarische Auftritte erzeugen Material für die nächste Kampagne. Der Kampf um diese Möglichkeiten war schon Ende 2025 offen sichtbar: Lichtenfeld, Baltrusch und Kevin Schäfer wollten eine Fraktion bilden. Lichtenfeld sprach gegenüber der taz von einem „Zweckbündnis“. Die Stadtverordnetenversammlung lehnte die Anerkennung am 4. Dezember ab. Ein halbes Jahr später folgte die Zweiergruppe. Zur Vorgeschichte.

Schüler:innen unter Neutralitätsverdacht

Wozu Lichtenfeld sein Mandat nutzt, zeigt seine Anfrage vom 10. November 2025 zur Sophie-Scholl-Schule. Er berief sich auf Berichte über eine Sitzung der Schüler:innenvertretung, behauptete Beratungen über ein Vorgehen gegen politische Oppositionspositionen und fragte nach Neutralitätsverstößen. Zudem thematisierte er eine erwogene Strafanzeige gegen einen YouTuber, der eine Demonstration gefilmt hatte. Damit stellte er die politische Selbstorganisation von Schüler:innen in den Zusammenhang eines möglichen Fehlverhaltens der Schule. Zur Anfrage.

Der Magistrat antwortete mit einer ausdrücklichen Unterstützung des Engagements: Die Schüler:innen hatten am 30. Oktober gegen die Abschaffung von Pauschalleistungen für Berufsfach- und Fachschüler:innen demonstriert. Die Verwaltung begrüßte diesen Protest einschließlich seiner Vorbereitung und Auswertung. Sie betonte die Eigenverantwortung der Schüler:innenvertretung und erklärte den Verdacht gegen das Schulpersonal im konkreten Fall für unbegründet. Zur Antwort vom 1. Dezember 2025.

Lichtenfeld hielt in der Sitzung vom 4. Dezember an seiner Darstellung fest und brachte Lehrkräfte mit einem angeblichen Vorgehen gegen Andersdenkende in Verbindung. Schuldezernent Hauke Hilz stellte klar, dass Schüler:innen die Protokolle ihrer Vertretung selbst beschließen. Das Sitzungsprotokoll hält den Wortwechsel fest.

Der politische Zugriff ist deutlich: Aus einer Auseinandersetzung selbstständig handelnder junger Menschen wird eine Frage an die staatliche Aufsicht. Der Neutralitätsvorwurf zieht Lehrkräfte und Schule in den Konflikt hinein. So kann parlamentarische Macht eingesetzt werden, um demokratisches Engagement unter Verdacht zu stellen. Die Antwort des Magistrats verteidigt an dieser Stelle die Eigenständigkeit der Schüler:innen.

Antifaschistischer Protest im Visier der Wutbürger

Auch Bürger in Wut richten parlamentarische Aufmerksamkeit auf die Voraussetzungen politischen Widerspruchs. Ihre Kleine Anfrage vom 16. September 2026 zum Erfurter AfD-Parteitag verlangt Auskünfte über Unterstützungsstrukturen in Bremen und Bremerhaven: beteiligte Organisationen, Busreisen, Räume, öffentliche Mittel und Förderbeziehungen bis zum Bundesprogramm „Demokratie leben!“. Sie fragt nach teilnehmenden Landesbediensteten und nach dienst- oder arbeitsrechtlichen Konsequenzen bei Pflichtverletzungen. Zur Drucksache 21/2004.

Die Anfrage nimmt dokumentierte Vorfälle bei den Erfurter Protesten zum Ausgangspunkt und unterscheidet im Wortlaut zwischen Demonstrationen, Blockaden und einzelnen Beteiligungsformen. Ihr Fragenkatalog erfasst zugleich das organisatorische Umfeld bis zu Finanzierung und Arbeitsverhältnissen. Genau darin liegt seine politische Reichweite: Die Ressourcen antifaschistischen Engagements werden zum Gegenstand einer umfassenden parlamentarischen Überprüfung. Für die AfD kann daraus eine Entlastung entstehen, wenn ihre Kritiker:innen ihre Kräfte auf die Abwehr solcher Verdächtigungen verwenden müssen. Unsere Recherche „Antifaschismus im Visier“ dokumentiert weitere Vorstöße gegen Räume und Mittel der Zivilgesellschaft.

Der Sicherheitsanspruch und die eigene rechte Vorgeschichte

Zum Anspruch der Wutbürger, über öffentliche Sicherheit und politische Zuverlässigkeit zu urteilen, gehört die Geschichte ihrer eigenen Verbindungen. 2018 wurde bekannt, dass ein am Columbus-Center eingesetzter Mitarbeiter der von Timke und Leidreiter geführten Sicherheitsfirma Brewag Verbindungen zur neonazistischen Bruderschaft Nordic 12 hatte. Wir hatten entsprechende Fotos veröffentlicht; die taz griff die Recherche auf. Brewag erklärte anschließend, den Mitarbeiter entlassen zu haben. Zum Bericht vom 16. Februar 2018.

Timke erklärte dem Weser-Kurier, der Mann sei zusammen mit einem übernommenen Auftrag in die Firma gekommen; seine rechten Verbindungen seien bei Brewag unbekannt gewesen. Er verwies auf die Kündigung und darauf, die Personalauswahl inzwischen selbst zu übernehmen. Zu Timkes Stellungnahme.

Im März berichtete Sebastian Heidelberger über einen weiteren Brewag-Wachmann, der auf Facebook Unterstützung für die NPD Bremen und Nordic 12 bekundete. Zu diesen neuen Vorwürfen äußerte sich das Unternehmen auf Anfrage der taz damals nicht. Zur Folgerecherche.

Diese Vorgänge berühren einen besonders sensiblen Bereich: Wer als Sicherheitskraft auftritt, übt gegenüber anderen Menschen praktisch Autorität aus. Rechtsextreme Verbindungen in einem solchen Betrieb verschärfen die Frage, wessen Sicherheit gewährleistet wird. Für eine Partei, deren führende Politiker Sicherheit zum Markenkern machen und zugleich das Umfeld ihrer Gegner:innen durchleuchten lassen, ist diese eigene Verantwortung politisch schwerwiegend.

2025 zeigt die Reichweite der AfD

Bei der Bundestagswahl 2025 erreichte die AfD in Bremerhaven 23,5 Prozent der gültigen Zweitstimmen. In Leherheide-West waren es 43,1 Prozent. Gegenüber der Bundestagswahl 2021 entspricht das einem Anstieg um 12,9 beziehungsweise 23,7 Prozentpunkte. Bündnis Deutschland blieb bei 0,5 Prozent stadtweit und 0,4 Prozent im Ortsteil. Auf Bundesebene bündelte die AfD die Zustimmung im rechten Parteienangebot mit großem Abstand.

Bundestagswahl 2025: gültige Zweitstimmen einschließlich Briefwahl
Gebiet · Link zur Ergebnistabelle AfD Bündnis Deutschland
Stadt Bremerhaven 23,5 %12.832 Stimmen 0,5 %256 Stimmen
Ortsteil Leherheide-West 43,1 %1.315 Stimmen 0,4 %13 Stimmen

Für die kommunal verankerten Wutbürger bleibt die eigene Bekanntheit ein politisches Kapital. Nach der Fusion mit Bündnis Deutschland 2023 kehrte die Landtagsfraktion im August 2026 zum alten Namen zurück. Timke begründete das mit dem schwachen Erfolg der neuen Marke und einer selbst beauftragten Befragung. Radio Bremen kennzeichnete deren Angaben zu möglichen Wahlabsichten als nicht repräsentativ. Die Partnerschaft mit Bündnis Deutschland soll fortbestehen. Zum Namenswechsel.

Zur Rückkehr des Namens kommt eine neue Parteiorganisation. Nach deren eigener Mitteilung wurde Bürger in Wut im Juli 2026 neu aufgestellt. Am 5. September gründete sich in Bremerhaven der Landesverband Bremen mit Timke als Vorsitzendem. Julia Tiedemann gehört dem Vorstand als Beisitzerin an. Die Seestadt ist damit erneut ein Ausgangspunkt für den organisatorischen Aufbau des rechten Projekts.

Die Rückkehr vor der Wahl 2027 setzt auf den Wiedererkennungswert jener Partei, die in Bremerhaven über Jahre mit Timke und rechten Ordnungskampagnen verbunden war. Die AfD erreichte bei der Bundestagswahl 2025 eine deutlich größere Stimmenbasis als 2021; die Wutbürger setzen auf ihre kommunale Verankerung. Das Ergebnis einer Bundestagswahl ist dabei keine Prognose für die nächste Kommunal- oder Bürgerschaftswahl. Der Austausch von Personal und die gegenseitige Anschlussfähigkeit begleiten diesen Wettbewerb.

Queere Sichtbarkeit wird zur Sicherheitsfrage

Beim Bremerhavener CSD am 11. Juli 2026 demonstrierten nach Polizeiangaben rund 900 Menschen. Queerhaven hielt die Route vorab zurück und begründete das mit dem Schutz vor rechter Gewalt. Der Verein verwies auf Bedrohungen gegen Teilnehmende im Vorjahr. Radio Bremen dokumentierte die Schutzmaßnahme. Eine Demonstration für gleiche Rechte muss ihre Bewegungsfreiheit damit schon bei der Planung gegen Einschüchterung absichern.

Mitte September wurde auf dem Campus der Hochschule Bremerhaven eine Pride-Flagge heruntergerissen und angezündet. Die Hochschule wertete die Tat als politisch motivierten Angriff auf die queere Community und informierte die Polizei. Am 24. September veröffentlichten Wissenschaftseinrichtungen eine gemeinsame Solidaritätserklärung.

Beide Vorgänge betreffen das Recht, im öffentlichen Raum sichtbar zu sein. Wenn Schutzmaßnahmen eine Demonstrationsroute bestimmen und ein Zeichen der Solidarität verbrannt wird, hat Queerfeindlichkeit konkrete Folgen für den Alltag. Die weiterführende Recherche zu queerfeindlichen Feindbildern untersucht die politischen und gesellschaftlichen Deutungen, die solche Ausgrenzung anschlussfähig machen.

Der Konflikt entscheidet sich an den Rechten der Betroffenen

Dem steht eine organisierte Stadtgesellschaft gegenüber. Den Aufruf von „Bremerhaven bleibt bunt“ zur Kundgebung im Februar 2025 unterstützten unter anderem IG Metall, Nord-Süd-Forum, CSD, Kirchen und Omas gegen Rechts. Das Bündnis stellte sich ausdrücklich an die Seite von Menschen mit Migrationsgeschichte und Betroffenen rechter Gewalt. Der bei der GEW veröffentlichte Aufruf zeigt die Breite dieses Engagements.

Die untersuchten Konflikte benennen, worum in Bremerhaven gerungen wird: um die medizinische Versorgung suchtkranker Menschen im Zentrum, um eigenständige Schüler:innenvertretungen, um journalistische Beobachtung und um die Räume antifaschistischen Protests. Rechte Politik macht diese Freiheiten und Teilhabemöglichkeiten zum Gegenstand ihrer Ordnungsansprüche. Unterstützung erhält sie dort, wo andere Parteien ihre Vorstellungen in eigene Anträge übernehmen oder gesellschaftliche Akteur:innen ihren Aufbau ermöglichen.

AfD und Bürger in Wut gewinnen Macht auf mehreren Wegen zugleich: durch Stimmen, durch personelle Übergänge, durch parlamentarische Rechte und durch Entscheidungen anderer. Am Hanse-Carré übernahm die Stadtmehrheit selbst Verantwortung für eine Politik der Verdrängung. Gegenüber der Sophie-Scholl-Schule verteidigte der Magistrat die politische Selbstständigkeit junger Menschen. Diese Entscheidungen haben konkrete Folgen. Bremerhavens Rechtsruck wächst dort, wo Ausgrenzung zur kommunalen Praxis wird und der Druck auf Widerspruch als normale politische Kontrolle durchgeht.

Zu den Wahldaten: Die Kommunalwahltabelle summiert Listen- und Personenstimmen; die Bundestagswahltabelle zeigt gültige Zweitstimmen. Alle Werte schließen Briefwahl ein. Vergleiche zwischen 2019 und 2023 betreffen dieselbe kommunale Wahlart; die angegebenen Zuwächse 2025 beziehen sich auf die Bundestagswahl 2021.

Zur Themenübersicht

Material für politische Bildung

In Bremerhaven gemeinsam lernen

Die Bremerhavener Falken bieten auf Anfrage antifaschistische Stadtrundgänge sowie Workshops zu Rassismus, Sexismus und Nationalismus an. Schulen, Vereine und andere Einrichtungen können Termine nach Kapazität vereinbaren. Die Stadtrundgänge verbinden lokale NS-Geschichte mit der Erinnerung an Verfolgte und Widerstand.

Antifaschistischer Stadtrundgang

Workshops und weitere Bildungsangebote

Zur Themenübersicht

Redaktion
AfD Watch Bremen

Quellen und weiterführende Recherchen

Journalistische Recherchen und fachliche Analysen stehen neben den jeweils zugehörigen Originaldokumenten. Die Quellenkarten benennen Gegenstand und Veröffentlichungsdatum; Parteimitteilungen sind als Eigenangaben gekennzeichnet.

Radio Bremen · 11. Juli 2026

Rund 900 Menschen beim CSD in Bremerhaven

Bericht über die Demonstration und Queerhavens Begründung, die Route zum Schutz vor rechter Gewalt vorab nicht zu veröffentlichen.

Hochschule Bremerhaven · 24. September 2026

Statement zu der verbrannten Pride-Flagge

Mitteilung über die Zerstörung der Flagge auf dem Campus und die Einschaltung der Polizei. Die Hochschule bewertet die Tat als politisch motivierten Angriff auf die queere Community.

Landesrektor:innenkonferenz und U Bremen Research Alliance · 24. September 2026

Gemeinsame Erklärung zum queerfeindlichen Vorfall

Die Wissenschaftseinrichtungen datieren die Tat auf Mitte September und erklären ihre Solidarität mit der Hochschule Bremerhaven und der queeren Community.

LOTTA · Rainer Roeser und Alexander Häusler · 25. Juli 2023

Alternative zu „Alternative?“

Fachanalyse zur Herkunft der Bürger in Wut, ihrer Wahlkampfrhetorik und der Fusion mit Bündnis Deutschland.

taz · Andreas Speit · 14. Mai 2023

Wutbürger mit Wahlerfolg

Recherche zum BIW-Wahlkampf und zur gescheiterten AfD-Kandidatur für die Bürgerschaft. Enthält auch die gegenüber der FAZ erklärte Wahlkampfstrategie Leidreiters.

taz · Alina Götz und Andreas Speit · 22. Mai 2023

Ein Rauswurf zur Image-Pflege

Bericht über Lichtenfelds Weg von der AfD zu Bürger in Wut und Timkes Angaben zu rechtsextremer Wahlkampfhilfe.

taz · Lotta Drügemöller · 4. Dezember 2025

Zwei, eine, keine AfD?

Bericht über den gescheiterten Fraktionsantrag von Lichtenfeld, Schäfer und Baltrusch und die damit angestrebten parlamentarischen Rechte.

Bürger in Wut · Parteimitteilung · 5. September 2026

Neuer Landesverband in Bremerhaven gegründet

Eigenangaben zur Neuaufstellung der Partei im Juli 2026 und zur Gründung des Landesverbandes Bremen am 5. September mit Jan Timke als Vorsitzendem.

Radio Bremen · Matthias Röhrs · 15. Oktober 2025

Vier Fakten zur Gruppe Bürgerallianz

Entstehung der Gruppe aus ehemaligen BIW/BD-Abgeordneten, Sascha Schusters Zugehörigkeit und die von Fricke erklärte fortbestehende inhaltliche Nähe zu BD.

Weser-Kurier · Nina Willborn · 5. März 2018

Neonazi arbeitete in Timke-Firma

Timkes Darstellung zur Übernahme des Mitarbeiters, zur fehlenden Kenntnis seiner Verbindungen und zur anschließenden Kündigung.

taz · Jean-Philipp Baeck · 28. Mai 2019

Bremerhavens Rechtsruck

Historischer und örtlicher Kontext rechter Wahlerfolge. Die Tabellen dieser Analyse verwenden die gesondert verlinkten amtlichen Endergebnisse.

taz · Sebastian Heidelberger · 16. Februar 2018

Rechte sorgen für Sicherheit

Bericht über den im Columbus-Center eingesetzten Brewag-Mitarbeiter, unsere vorausgegangene Recherche und die vom Unternehmen erklärte Entlassung.

taz · Sebastian Heidelberger · 7. März 2018

Schwarze Sheriffs, schwarze Schafe

Folgerecherche zu einem weiteren Brewag-Wachmann und dessen öffentlichen Bekundungen für NPD und Nordic 12. Der Artikel behandelt daneben einen anderen Sicherheitsdienst.

GEW Bremen · Bündnisaufruf · 9. Februar 2025

Bremerhaven bleibt bunt!

Aufruf und Unterstützer:innen der Kundgebung für Demokratie und gegen Rechtsextremismus. Primärquelle zur Positionierung des Bündnisses.

Stadtverordnetenversammlung Bremerhaven · 18. Juni 2026 · Protokoll

Niederschrift: Gruppenzusammensetzung und Ausschussverteilung

Seite 3 führt Baltrusch und Lichtenfeld als AfD Bremerhaven Gruppe. Seiten 72–73, TOP 3.11, dokumentieren den Beschluss zur Ausschussverteilung. Der konkrete institutionelle Nachweis ergänzt die journalistischen Recherchen.

Wahl zur Stadtverordnetenversammlung · 26. Mai 2019 · Stadt Bremerhaven

2019: Gesamtergebnis für Bremerhaven

Partei- und Kandidat:innenstimmen zusammen, einschließlich Briefwahl: AfD 17.804 Stimmen und 8,67 Prozent; Bürger in Wut 16.446 Stimmen und 8,00 Prozent.

Wahl zur Stadtverordnetenversammlung · 14. Mai 2023 · Stadt Bremerhaven

2023: Amtliches Endergebnis für Bremerhaven

Listen- und Personenstimmen zusammen, einschließlich Briefwahl: AfD 9.770 Stimmen und 5,9 Prozent; Bürger in Wut 32.678 Stimmen und 19,6 Prozent. Enthält auch die gewählten Bewerber:innen.

Bundestagswahl · 23. Februar 2025 · Stadt Bremerhaven

2025: Amtliches Endergebnis für Bremerhaven

Zweitstimmen einschließlich Briefwahl: AfD 12.832 Stimmen und 23,5 Prozent; Bündnis Deutschland 256 Stimmen und 0,5 Prozent. Die Tabelle weist Veränderungen gegenüber 2021 in Prozentpunkten aus.

BD-Fraktion Bremerhaven · 2. August 2023 · Antrag StVV – AT 6/2023

Der ursprüngliche Antrag zum Hanse-Carré

Politische Begründung und vorgeschlagener räumlicher und zeitlicher Umfang des Alkoholverbots. Die Schilderung der örtlichen Zustände stammt von der antragstellenden Fraktion.

SPD, CDU und FDP · 12. September 2023 · StVV – Ä-AT 2/2023

Änderungsantrag: Verlegung der Methadonausgabe prüfen

Enthält Standortvorgabe, Sozial- und Sicherheitskonzepte, Bedürfnisse der Betroffenen sowie Kontrollen und mögliche Platzverweise beziehungsweise Aufenthaltsverbote.

Stadtverordnetenversammlung Bremerhaven · 8. Februar 2024 · Beschlussprotokoll

Beschluss zum Hanse-Carré in der geänderten Fassung

Seiten 12–13, TOP 4.1 und 4.1.1: Beschlossen wurden die Prüfung der Verlegung und die begleitenden Maßnahmen des Änderungsantrags.

Sven Lichtenfeld · 10. November 2025 · StVV – FS 81/2025

Anfrage zur Sophie-Scholl-Schule

Wortlaut von Lichtenfelds Darstellung und seinen Fragen zu Neutralität und Pressefreiheit. Primärquelle für seine politischen Vorwürfe.

Magistrat Bremerhaven · 1. Dezember 2025 · MIT-FS 81/2025

Antwort zur politischen Selbstorganisation an der Schule

Vom Magistrat am 26. November beschlossene Antwort. Seite 2 erläutert den Schüler:innenprotest, die Eigenverantwortung der Vertretung und die Zurückweisung der Vorwürfe.

Stadtverordnetenversammlung Bremerhaven · 4. Dezember 2025 · Niederschrift

Lichtenfelds Nachfrage und Hilz’ Antwort

Seite 9, TOP 1.1 und 1.1.1: Wortwechsel über die Schüler:innenvertretung und die behauptete Beteiligung von Lehrkräften.

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Beratung und Unterstützung

Beratung für Initiativen und Einrichtungen

Mobile Beratung unterstützt unter anderem Vereine, Schulen und Initiativen im Umgang mit rechten Aktivitäten und Konflikten.

Mobile Beratung und weitere Anlaufstellen

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