Moria brennt. Bremen fordert Aufnahme statt Abschottung.
Historische Bild- und Kurzmeldung · Erstveröffentlichung: 10. September 2020
Nach dem Brand im Lager Moria demonstrierten am 10. September 2020 in Bremen Menschen für die sofortige Aufnahme der Geflüchteten. „Wir haben Platz“ war eine Absage an die Politik, Schutzsuchende unter menschenunwürdigen Bedingungen an Europas Außengrenzen festzuhalten.

Am Abend des 10. September 2020 zogen Menschen durch die Bremer Innenstadt, um die Aufnahme der Geflüchteten aus Moria zu fordern. Nach dem Bericht der beteiligten Omas gegen Rechts nahmen etwa 1.650 Menschen teil. Unter anderem hatte die Seebrücke aufgerufen. Der Zug begann um 19 Uhr am Hauptbahnhof und führte über den Brill in die Innenstadt. [2]
Unsere damalige Bild- und Kurzmeldung dokumentierte zwei zentrale Forderungen: die sofortige Aufnahme aller Geflüchteten aus Moria und den Rücktritt von Bundesinnenminister Horst Seehofer. Das Transparent „Leave no one behind – Grenzen töten“ verband die Solidarität mit den Betroffenen mit einer deutlichen Anklage gegen Europas Abschottungspolitik. [1]
Moria war eine politische Katastrophe
In der Nacht zum 9. September 2020 hatten Brände große Teile des Lagers auf Lesbos zerstört. Tausende Schutzsuchende verloren ihre Unterkunft. PRO ASYL verwies am selben Tag auf rund 13.000 Menschen in einem Lager, dessen offizielle Kapazität nur etwa ein Fünftel davon betrug, und auf die katastrophale Versorgung schon vor dem Feuer. [3]
Die Menschenrechtsorganisation kritisierte zugleich, dass Seehofer den Start eigener Aufnahmeprogramme von Berlin und Thüringen untersagt habe, während zahlreiche Kommunen zur Aufnahme bereit gewesen seien. Sie verlangte eine schnelle Evakuierung und Aufnahme in Deutschland und anderen europäischen Staaten. [3] Der Bremer Protest griff damit eine konkrete politische Entscheidung an: Aufnahmeangebote lagen vor, die zusätzlichen Landesprogramme blieben blockiert.
Bereits im März 2020 hatten Menschen in Bremen gegen die „Festung Europa“ und die Gewalt an den Außengrenzen demonstriert. Nach dem Brand in Moria stand die dringende Forderung im Zentrum, die Schutzsuchenden aus dem Lager herauszuholen und sicher unterzubringen.
Redaktion
AfD Watch Bremen
Quellen und weiterführende Recherchen
Die ursprüngliche Bildmeldung, ein Bericht vom Demonstrationstag und die damalige Stellungnahme von PRO ASYL.
„Leave no one behind – Grenzen töten“
Erhaltenes Originalfoto der Bremer Demonstration. Unsere Erstmeldung „Wir haben Platz“ dokumentiert die Forderungen nach sofortiger Aufnahme und Seehofers Rücktritt.
Bremen: Demo zum Brand in Moria/Lesbos
Bericht einer beteiligten Initiative. Nennt etwa 1.650 Teilnehmer:innen, den Aufruf unter anderem durch die Seebrücke sowie Beginn und Route des Demonstrationszugs.
Katastrophe von Moria: Folge der menschenverachtenden europäischen Politik
Zeitgenössische Darstellung von Bränden, Überbelegung und Versorgungslage. Begründet die Forderung nach Evakuierung und kritisiert die Blockade der Landesaufnahmeprogramme.
