Rechte im Parlament · Stadtanalysen und Parteienentwicklung
Politische Rechte im Land Bremen
Wo rechte Parteien Zustimmung gewinnen, wie sie miteinander konkurrieren und welche Personen ihre Entwicklung prägen.
AfD, Bürger in Wut und weitere rechte beziehungsweise extrem rechte Formationen haben sich in Bremen und Bremerhaven unterschiedlich entwickelt. Sie konkurrieren um Stimmen, gewinnen Mandate und organisieren sich unter wechselnden Namen neu. Aus dem BiW/BD-Umfeld ist mit der Bürgerallianz Bremen/Bremerhaven eine weitere parlamentarische Gruppe hervorgegangen. Die Stadtanalysen verbinden diese Entwicklung mit der räumlichen Verteilung von Wahlergebnissen und der Geschichte parlamentarischer Vertretungen.
Den Einstieg bilden die Dossiers zu Bremen und Bremerhaven. Von dort führen die Recherchen zu Parteien, parlamentarischen Gruppen, Mandatsträger:innen und ihren Netzwerken.
Zwei Städte, unterschiedliche Entwicklungen
Stadt Bremen
Stadtteile, Beiräte und rechte Wahlerfolge
Die Bremer Analyse untersucht die Unterschiede zwischen Stadt- und Ortsteilen: von Bremen-Nord über Gröpelingen, die Vahr und Huchting bis nach Tenever. Sie zeigt, wo AfD und BiW bei verschiedenen Wahlen überdurchschnittlich erfolgreich waren und welche Bedeutung die Beiräte für die lokale Verankerung rechter Parteien besitzen.
Die Geschichte beginnt vor der AfD-Gründung. Frühere Beiratsmandate von DVU, Republikanern und NPD sowie der lokale Aufbau der BiW bilden den Hintergrund für die späteren Verschiebungen.
Stadt Bremerhaven
BiW-Verankerung, AfD und parlamentarische Neuordnung
Die Bremerhavener Analyse verfolgt die Geschichte rechter Wahlerfolge, die langjährige kommunalpolitische Verankerung der BiW und die spätere Konkurrenz mit der AfD. Ortsteile wie Leherheide-West zeigen, wie unterschiedliche rechte Angebote im selben Gebiet gleichzeitig hohe Zustimmung erzielen können.
Hinzu kommen die Wechsel zwischen Parteien, Fraktionen und Gruppen. Das Dossier verbindet die Wahlgeografie mit der Frage, wer die gewonnenen Mandate anschließend politisch nutzt.
Verankerung, Konkurrenz und neue Zusammenschlüsse
Die lokale Geschichte reicht vor die AfD zurück
Rechte Parteien verfügten in beiden Städten bereits vor der AfD-Gründung über parlamentarische Anknüpfungspunkte. In Bremen waren einzelne Beiräte wichtig; in Bremerhaven entwickelten die Bürger in Wut eine längerfristige kommunale Präsenz. Die Stadtanalysen machen diese unterschiedlichen Voraussetzungen sichtbar und verfolgen, wie sich politische Kräfteverhältnisse über mehrere Wahlen verändern.
Dabei treffen personelle Kontinuitäten auf organisatorische Brüche. Eine Partei kann Stimmen verlieren, während eine andere im selben Gebiet gewinnt. Ebenso können frühere Funktionär:innen unter einem neuen Parteinamen weiterarbeiten. Welche politischen Positionen und Verbindungen dabei bestehen bleiben, erschließen die vertiefenden Partei- und Personendossiers. Das historische Dossier zu NPD, Republikanern und DVU erweitert diesen Blick auf frühere rechte Parteien im Land Bremen.
BiW, Bündnis Deutschland und die Rückkehr zur lokalen Marke
Nach dem Wahlerfolg von 2023 gingen die Bürger in Wut in Bündnis Deutschland auf. 2026 kehrte die Bremer Struktur zur Eigenständigkeit und zum Namen Bürger in Wut zurück. Das Dossier zum Parteienprojekt um Jan Timke untersucht diese Entwicklung, die politischen Schwerpunkte und die Bedeutung der etablierten lokalen Marke.
Die parlamentarische Geschichte der AfD verläuft zugleich über Wahlerfolge, Fraktionsbrüche und Parteiwechsel. Beide Entwicklungen gehören zum politischen Kräfteverhältnis im Land Bremen: Konkurrenz um Zustimmung und personelle Übergänge bestehen nebeneinander.
Bürgerallianz: ein eigener Zusammenschluss aus dem BiW/BD-Umfeld
Holger Fricke, Meltem Sağiroğlu und Sascha Schuster gewannen ihre Bürgerschaftsmandate 2023 über Bürger in Wut und gehörten anschließend der Fraktion von Bündnis Deutschland an. Nach ihren jeweiligen Austritten bildeten sie im Oktober 2025 die Bürgerallianz Bremen/Bremerhaven. Die drei parteilosen Abgeordneten arbeiten damit in einer eigenständigen parlamentarischen Gruppe zusammen.
Für die Entwicklung der politischen Rechten ist dieser Zusammenschluss relevant, weil er Mandate aus dem BiW/BD-Umfeld organisatorisch neu bündelt. Das Dossier untersucht die vom Vorsitzenden erklärte inhaltliche Nähe zur früheren Fraktion, die restriktive Asylpolitik und die Verbindung sozialer Anliegen mit ausgrenzender Rhetorik. Fricke und Sağiroğlu vertreten den Wahlbereich Bremen, Schuster den Wahlbereich Bremerhaven.
Was Wahlergebnisse und Mandate jeweils zeigen
2023 und 2025 hatten unterschiedliche Ausgangsbedingungen
Bei der Bürgerschaftswahl 2023 war die AfD nach innerparteilichen Konflikten nicht zugelassen. Zur gleichzeitig stattfindenden Wahl der Bremerhavener Stadtverordnetenversammlung trat sie dagegen an. Die BiW erzielten bei diesen Wahlen deutliche Zugewinne. Die Analyse der Bundestagswahl 2025 zeigt anschließend eine erheblich stärkere AfD in beiden Städten.
Die Stadtanalysen ordnen solche Veränderungen im jeweiligen Wahlkontext ein. Bundestags-, Bürgerschafts- und Kommunalwahlen unterscheiden sich in Kandidaturen, Themen, Wahlsystem und Beteiligung. Räumliche Überschneidungen zeigen, wo rechte Parteien wiederholt erfolgreich mobilisieren. Individuelle Wechsel von Wähler:innen zwischen Parteien lassen sich daraus allein nicht ablesen.
Wahlherkunft und spätere politische Zugehörigkeit
Auch die Zusammensetzung eines Parlaments verändert sich zwischen den Wahlen. Das Dossier Sven Lichtenfeld zeigt, wie ein über BiW gewonnenes Mandat durch einen späteren Parteiwechsel der AfD parlamentarische Präsenz verschaffte. Die Porträts von Thomas Jürgewitz und Wolfgang Koch dokumentieren den umgekehrten Weg aus der AfD zu Bündnis Deutschland.
Auch die Bürgerallianz beruht auf einer Neuordnung bereits gewonnener Mandate: Ihre drei Abgeordneten wurden 2023 über BiW gewählt; die Gruppe entstand während der laufenden Wahlperiode. Wahlergebnis, Parteimitgliedschaft und Fraktions- oder Gruppenzugehörigkeit beantworten deshalb unterschiedliche Fragen. Die Seite „Fraktionslos“ erläutert diese Unterscheidungen und ihre Bedeutung für die parlamentarische Arbeit.
Stadtteile bestehen aus mehr als einem Wahlergebnis
Hohe AfD- oder BiW-Ergebnisse beschreiben den Stimmenanteil einer Partei bei einer bestimmten Wahl. Ein Stadtteil umfasst zugleich Menschen, die andere Parteien wählen, nicht wählen oder kein Wahlrecht besitzen. Die Analysen betrachten deshalb auch Unterschiede innerhalb der Städte und vermeiden es, ganze Quartiere auf rechte Wahlerfolge zu reduzieren.
Das gilt besonders für die Vergleiche rund um Tenever und weitere Bremer Stadtteile sowie Leherheide-West und andere Bremerhavener Ortsteile. Die Ergebnisse benennen politische Entwicklungen; die dort lebenden Menschen bilden weiterhin eine vielfältige Stadtgesellschaft.
Von der Stadtanalyse zu Parteien, Gruppen und Personen
AfD: parlamentarische Entwicklung
Der AfD-Gesamtüberblick erschließt Wahlergebnisse, Mandate und innere Konflikte. Die Dossiers zur Bremischen Bürgerschaft und zur Bremerhavener Stadtverordnetenversammlung vertiefen die jeweilige Parlamentsgeschichte.
BiW und BD: Organisation und politische Praxis
Das Hauptdossier Bürger in Wut / Bündnis Deutschland führt zu Programmatik, Medienarbeit und dokumentierten Verbindungen. Die Porträts von Jan Timke und Piet Leidreiter zeigen zwei zentrale politische Laufbahnen.
Personelle Übergänge im Bremerhavener Stadtparlament
Die Dossiers zu Claudia Baltrusch und Kevin Schäfer verfolgen Fraktionswechsel und neue parlamentarische Zusammenschlüsse in Bremerhaven. Sie zeigen, wie sich die politische Nutzung eines Mandats während einer Wahlperiode verändern kann.
Bürgerallianz: Gruppe und drei Personen-Dossiers
Das Hauptdossier zur Bürgerallianz erschließt ihre Entstehung und politische Ausrichtung. Die Porträts vertiefen die jeweiligen Schwerpunkte: Holger Fricke mit Gruppenvorsitz, Bildungs- und Migrationspolitik, Meltem Sağiroğlu mit Sozialpolitik und ihrer Rolle bei der Gruppengründung sowie Sascha Schuster mit Hafen-, Beschäftigungs- und Kommunalpolitik.
Historische Parteien und personelle Vorgeschichte
Das Dossier zur rechten Parteiengeschichte untersucht NPD, Republikaner und DVU in Bremen und Bremerhaven. Die Archivübersicht führt ergänzend zu früheren Akteur:innen und ihren politischen Funktionen.
Alle parlamentarischen Zugänge
Die übergeordnete Rubrik Rechte im Parlament verbindet die politischen Ebenen mit den Partei- und Personendossiers. Dort findest du AfD, BiW/BD und Bürgerallianz ebenso wie die Zugänge zur Arbeit in den Bremer Beiräten, zu fraktionslosen Akteur:innen und zum Bundestag mit Bremer Bezug.
Die Verbindung zu den weiteren Rubriken
Die Stadtanalysen zeigen, wo rechte Parteien Zustimmung gewinnen und wie sich ihre parlamentarischen Vertretungen verändern. Die Rubrik Rechte im Parlament führt zur konkreten politischen Arbeit und zu den beteiligten Personen. Das Netzwerk erschließt ergänzend die Verbindungen zu Organisationen, Medien und außerparlamentarischer Infrastruktur.
Zusammen ermöglichen diese Zugänge einen Blick über einzelne Wahltage hinaus: auf die lokale Verankerung rechter Politik, die Konkurrenz zwischen Parteien und die Fortsetzung politischer Aktivitäten unter veränderten organisatorischen Bedingungen.
