Sie ist wieder da
Archivbeitrag · Erstveröffentlichung: 28. Juni 2018
Im Sommer 2018 wollte Sybill Constance De Buer die Bremer „Frauenmarsch“-Mobilisierung erneut auf die Straße bringen. Ein Bündnis gegen Rechts organisierte Gegenprotest. Dieser Archivbeitrag dokumentiert die Ankündigung für den 7. Juli 2018 und verweist auf den späteren Ereignisbericht.

Für den 7. Juli 2018 ab 14 Uhr kündigte Sybill Constance De Buer einen weiteren „Frauenmarsch“ unter dem Label „Kandel ist überall“ an. Nach unserer damaligen Ankündigung sollte die Route vom Marktplatz durch das Viertel zum Bahnhof und zurück führen. Der erneute Anlauf folgte auf eine Kundgebungsreihe, die bereits im Frühjahr kaum noch Menschen mobilisierte.
Der Schutz von Frauen lieferte der Kampagne ihre öffentliche Fassade. Belltower.News beschrieb im Jahresrückblick, wie die von De Buer und Alexander Tassis getragene Bremer Reihe den Mord an einer Jugendlichen in Kandel für eine rassistische Deutung sexualisierter Gewalt nutzte. Parolen gegen Angela Merkel verdrängten die Auseinandersetzung mit Gewalt gegen Frauen. [1] Die politischen Verbindungen der Organisatorin dokumentiert unser Dossier zu Sybill Constance De Buer.
RIKO TV: Medienauftritt mit AfD-Bezug

Auch RIKO TV kündigte die Fahrt nach Bremen an. Im erhaltenen Facebook-Screenshot schreibt der Kanal: „Am 07.07. sind wir in Bremen.“ Im selben Gespräch lobt Andreas Iloff die Arbeit und regt eine eigene Ausrüstung an. Zur Begründung verweist er darauf, dass die Kreisverbände von den Beiträgen profitierten. [2] Der Austausch macht den politischen Nutzen des Medienprojekts für das AfD-Umfeld deutlich. Der erhaltene Video-Screenshot zeigt diesen Bezug auch in der Bildgestaltung: Florian Meyer spricht vor den Logos der AfD Osnabrück.
Gegenprotest – und der tatsächliche Verlauf
Das Bremer Bündnis gegen Rechts kündigte für den 7. Juli eine Gegendemonstration ab 11 Uhr am Hauptbahnhof an. Ihr Motto lautete „Vehement & Solidarisch – Gemeinsam gegen Antifeminismus, Rassismus & Nationalismus“. Die Basisgruppe Antifa dokumentierte später ihr dort verteiltes Flugblatt. Es wandte sich gegen die rassistische Vereinnahmung von Frauenrechten und betonte, dass patriarchale Gewalt auch innerhalb der deutschen Gesellschaft bekämpft werden muss. [3]
Der angekündigte Marsch fand nicht statt. Am 7. Juli blieb eine kleine rechte Kundgebung mit elf Teilnehmenden auf dem Marktplatz; mehrere Hundert Menschen beteiligten sich am Gegenprotest. Den Ablauf, die unterschiedlichen Teilnehmer:innenzahlen und die beteiligten rechten Akteur:innen behandelt unser Folgebericht „Desaster perfekt: Bremer ‚Frauenmarsch‘ scheitert mit elf Teilnehmenden“ vom 8. Juli 2018. [4]
Redaktion
AfD Watch Bremen
Quellen und weiterführende Recherchen
Zeitgenössische Eigenveröffentlichungen, archivierte Bilddokumente und die spätere Berichterstattung zur Mobilisierung im Sommer 2018.
Bremen 2018: Bedrohungen, „Die Rechte“, „Nordadler“ und die AfD
Der Abschnitt zur Bremer „Frauenmarsch“-Reihe ordnet ihre rassistische Instrumentalisierung sexualisierter Gewalt, die Rolle von Tassis und De Buer sowie das Scheitern der Mobilisierung ein.
Ankündigung für Bremen und Iloffs Kommentar
Erhaltenes Bilddokument aus dem ursprünglichen Beitrag. Belegt die Ankündigung des Kanals für den 7. Juli und Iloffs Argumentation zum Nutzen für die Kreisverbände; kein Nachweis einer tatsächlich erfolgten Finanzierung.
Unser Feminismus ist antinational!
Zeitgenössische Positionierung aus dem Gegenprotest. Die Gruppe dokumentiert die Verteilung ihres Flugblatts auf der Demonstration des Bündnisses gegen Rechts.
Desaster perfekt: Bremer „Frauenmarsch“ scheitert mit elf Teilnehmenden
Bericht zum tatsächlichen Verlauf am 7. Juli mit Vor-Ort-Dokumentation, zeitgenössischen Medienberichten und getrennt zugeordneten Teilnehmer:innenzahlen.
