Abschlusskundgebung am Speicher XI in der Überseestadt. Die mobile Unterschriftentafel soll laut Protestbündnis an verschiedenen Orten Bremens stehen

Am vergangenen Sonntag fanden sich ca. 150 Menschen zusammen, um bei einem gemeinsamen Frühstück erneut Protest gegen die AfD auf die Straße zu tragen

Die OrganisatorInnen des Bündnisses „AfD Büro? Nirgendwo!“ starteten zum zweiten Mal ein Protestfrühstück gegen das vor einigen Monaten eröffnete Parteibüro der Bremer AfD, im Stadtteil Walle. In Redebeiträgen zeigten sich die TeilnehmerInnen empört über den Versuch der Landesführung der AfD, friedliche Proteste gleichzusetzen mit Straftaten und Extremismus. Besonderen Unmut, über das Eindringen des völkisch-nationalistischen AfD Flügels in einen multikulturellen Stadtteil, bekundeten die OrganisatorInnen über die Tatsache, dass der Bundestagsabgeordnete Magnitz einen der Führungsfiguren der Bremer „Identitären Bewegung“ in seinem Büro mit Steuergeldern unterhält. Die Protestierenden befürchten zudem, die AfD plane mit ihrer Ankündigung aus dem Parteibüro ein „Bürgerbüro“ zu machen, dass das dazu dienen solle eine öffentliche Anlaufstelle zu werden für weitere rechtsextreme Kreise. Gegen diese Zustände verwehren sich die VeranstalterInnen und kündigten an, langfristig gegen die AfD zu mobilisieren.

Vor Ort waren am Sonntag, wie beim letzten Protestfrühstück (Wir berichteten), erneut auch AkteurInnen der AfD und BiW. Der Waller AfD Beirat Gerald H., sowie sein BiW Begleiter Dr. Martin K., provozierten zu Beginn der Kundgebung mit ihrer Einmischung in den Protest. Bitten der Veranstaltungsleitung wurden ignoriert. Die offensichtlichen Provokationen seitens der AfD und BiW Akteure erreichen ihr Ziel letztlich nicht. Die Protestierenden blieben friedlich. Überraschenderweise war während des Protests auch die ehemalige AfD Direktkandidatin zur Bundestagswahl 2017, Silvia B. im Parteibüro.

Überraschend ist ihre Anwesenheit im Abgeordnetenbüro von Magnitz deshalb, da Silvia B. noch vor kurzem in einem FB Chat über ihren Landeschef Magnitz brisante Details auspackte. So äußerte sie sich im Zuge eines Dialogs, der uns im Original vorliegt, über das Scheitern der vergangenen AfD Aufmärsche auf dem Marktplatz:

„Und ja.. natürlich unterstützt Frank Magnitz das nicht“

Weiter monierte sie:

„Deshalb, trotz angeblicher Sympathie für Höcke glaub ich dem absolut nichts. Magnitz soll mit mehreren Millionen verschuldet sein, der braucht den Job im Bundestag. Der handelt nicht seiner Überzeugung entsprechend. Der braucht das Geld. Warum sagt ein Magnitz er sei Patriot, geht aber mit seiner türkischen Frau zum Halal-Schlachten nach Holland?“

Auf die Nachfrage einer Person im Chat, woher Silvia B. die Informationen habe, antwortet diese:

„Ich bin Mitglied der Bremer AfD und war 2017 Direktkandidatin. Ich weiß genug“

Wer in der Bremer AfD Mitglied ist, bräuchte eigentlich keine Feinde mehr. Zunehmender Protest vor der Tür des Parteibüros und eine AfD Direktkandidatin hinter der Tür, die offenkundig ihren Parteichef verachtet. Die Mär von Magnitz und der Bremer JA, es gäbe keine Konflikte in der Partei, sind gewohnte Augenwischerei. Dass es der Landesverband auf Rekord bringt bei den Parteiausschluss-Verfahren gegen aufbegehrende Mitglieder, dürfte genau in diesem Zustand begründet sein, dass innerhalb und unterhalb der Parteiführung jede Kritik unterdrückt wird. So wundern auch nicht die denunzierenden Äußerungen gegen Protestierende oder tätliche Ausfälle gegen JournalistInnen beim Landesparteitag. Und noch weniger wundert es, dass eine AfD Akteurin sich lieber im FB Chat Luft zu machen sucht, als innerhalb ihrer Partei. Austeilen ja, einstecken nein.

Die OrganisatorInnen und TeilnehmerInnen von „AfD Büro? – Nirgendwo!“ Bündnis nahmen den Sonntag hingegen gelassen und zogen nach ihrem Protestfrühstück mit ihrer mobilen Unterschriften-Tafel durch Walle, bis zum Speicher XI in der Überseestadt. Dort soll es nach Auskunft des Bündnisses am 15.07.2018, ab 11.00 Uhr, im Zuge des 15. Speichermarktes, einen Infostand über diese Zustände geben.

Redaktion 
AfD Watch Bremen

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