Bremer AfD 2021: Fast ein Drittel der Stimmen weg, Bundestagsmandat verloren

Archivbeitrag · Erstveröffentlichung: 27. September 2021

Die Bremer AfD verlor bei der Bundestagswahl 2021 fast ein Drittel ihrer Zweitstimmen und ihr einziges Bundestagsmandat. Nach Jahren innerparteilicher Machtkämpfe endete der Wahlkampf mit 6,9 Prozent und einer Niederlage auf beiden Wegen ins Parlament: über die Landesliste und in den Bremer Wahlkreisen.

Ein beschädigtes AfD-Wahlplakat liegt auf dem Boden.
Bildmotiv der ursprünglichen Wahlmeldung vom September 2021: ein beschädigtes AfD-Plakat. Bild: Archiv AfD Watch Bremen.

Bei der Bundestagswahl am 26. September 2021 verlor die AfD ihr Bremer Mandat. Der bisherige Abgeordnete Frank Magnitz schied mit dem Ende der Wahlperiode aus; die von Olaf Kappelt angeführte Bremer Landesliste erhielt keinen Sitz. Auch die beiden AfD-Direktkandidaten in Bremen gingen leer aus. [1] [3]

10.669 Zweitstimmen weniger als 2017

Nach dem am 15. Oktober 2021 festgestellten endgültigen Wahlergebnis erhielt die AfD im Land Bremen 22.575 Zweitstimmen beziehungsweise 6,9 Prozent. 2017 waren es 33.244 Stimmen und 10,0 Prozent gewesen. Der Stimmenanteil sank damit um 3,1 Prozentpunkte. Die absolute Stimmenzahl verringerte sich um 10.669; rechnerisch entspricht das einem Rückgang um rund 32,1 Prozent. [2]

Listenplatz eins brachte Kappelt keinen Sitz

Kappelt führte die Bremer Landesliste an, Heinrich, genannt Heiner Löhmann, stand auf Platz zwei. Bei den Direktkandidaturen trat Löhmann im Wahlkreis Bremen I an; Thomas Jürgewitz kandidierte in Bremen II – Bremerhaven. Die Partei dokumentierte diese Aufstellung in ihrer damaligen Kandidatenübersicht. [3]

Löhmann erhielt endgültig 9.099 Erststimmen und 4,9 Prozent, Jürgewitz 12.466 Erststimmen und 8,8 Prozent. Beide Direktmandate gingen an die SPD: an Sarah Ryglewski und Uwe Schmidt. [1] [4] Die Bremer AfD verlor damit ihre eigene Vertretung im Bundestag für die 2021 beginnende Wahlperiode.

Machtkämpfe und rechte Gemeinsamkeiten

Die Niederlage traf einen seit Jahren zerstrittenen Landesverband. Bereits 2019 war die AfD-Fraktion in der Bremischen Bürgerschaft nach dem Machtkampf zwischen Magnitz und Jürgewitz auseinandergebrochen. Magnitz, Mark Runge und Uwe Felgenträger bildeten anschließend eine eigene Gruppe; Jürgewitz und Peter Beck blieben Einzelabgeordnete. Mit der Spaltung gingen Fraktionsrechte und finanzielle Mittel verloren. [5]

Die Fronten wechselten: 2020 gingen Magnitz und Jürgewitz gemeinsam gegen den Landesvorsitzenden Beck und Schatzmeister Mertcan Karakaya vor. Simone Schnase arbeitete in der taz heraus, dass ausgerechnet Magnitz und Jürgewitz ihren Gegnern Kontakte ins rechtsextreme Milieu vorhielten, während sie selbst Verbindungen zur Identitären Bewegung unterhielten beziehungsweise diese öffentlich unterstützten. [6] Die innerparteilichen Machtkämpfe verliefen innerhalb eines Verbandes, dessen rechte Vernetzung über die rivalisierenden Lager hinweg reichte.

Mit dem Verlust des Bundestagsmandats büßte dieser Landesverband eine parlamentarische Bühne ein. Die politischen Verbindungen des bisherigen Abgeordneten dokumentiert unser Dossier zu Frank Magnitz. Den Listenführer von 2021 und seine weiteren politischen Stationen behandelt das Dossier zu Olaf Kappelt.

Redaktion
AfD Watch Bremen

Quellen und weiterführende Recherchen

Zeitgenössische Berichte zur Wahl und zu den Machtkämpfen. Amtliche Endergebnisse ergänzen die ursprüngliche vorläufige Wahlmeldung.

1 · Kreiszeitung · Jörg Esser · 27. September 2021

Fünf Bremer ziehen in den Bundestag ein

Zeitgenössischer Bericht zum Verlust des Bremer AfD-Mandats und zu den gewählten Abgeordneten. Die Zahlen im Fließtext folgen dem späteren endgültigen Ergebnis.

3 · AfD · Kandidatenübersicht zur Bundestagswahl 2021 · Eigenangabe

Listen- und Direktkandidaten für Bremen

Dokumentiert Kappelt und Löhmann auf der Landesliste sowie Löhmann und Jürgewitz in den beiden Bremer Wahlkreisen; Parteiquelle ausschließlich zur eigenen Kandidatenaufstellung.