Mobile Propaganda in der Falkenstraße. Das auf dem ersten Blick harmlos wirkende Plakat, verkörpert völkische Propaganda, wie sie in der Vergangenheit ähnlich bei der NPD in Szene gesetzt wurde

Der Landesvorsitzende Frank Magnitz und Vorstandsmitglied der sogenannten “Jungen AlternativeMarvin Mergard, waren am 02.08.2017, mit einem zum mobilen Werbeträger umgerüsteten Transporter in die Falkenstraße 24 anzutreffen, beim Reinigen der Fensterfront des aktuellen Partei-Quartiers der AfD.

Durch diskriminierende Reduzierung von Frauen auf ihren Körper, auf angeblich durch “den Islam” diskriminierte Frauen zu verweisen, ist in der AfD kein Widerspruch, sondern Programm

In den letzten Wochen bis zur Bundestagswahl 2017 startet die Bremer AfD nun ihren persönlichen Feldzug gegen all jene die nicht in ihr völkisches Weltbild passen, nicht mit Inhalten, sondern mit Propaganda.

Auffallend ist, das auf beiden Motiven jeweils Gruppen von Frauen auf funktionale Objekte reduziert werden. Das bisher geringe Interesse von Frauen der AfD beizutreten, bzw. sie zu wählen, versucht die AfD mit ihrer Motiv-Wahl offenbar auszugleichen. Angesichts der Tatsache, dass die AfD fast nur aus männlichen Mitgliedern besteht, wohl bitter nötig. Angesprochen werden sollen neben anti-emanzipatorischen Wählerinnen, jedoch vor allem diffuse Ängste gegen “den Islam”.

So transportieren beide Motive, diskriminierende Propaganda über erwünschte und unerwünschte Frauen. Welche Funktion den erwünschten Frauen zukommen soll, lässt sich unschwer aus der Ideologie der völkisch orientierten “Neurechten” ablesen. Frauen sind im Diskurs der Neurechten allein zur Zeugung von völkischen Nachwuchs, für häusliche Versorgung und zur Bedürfnisbefriedigung des Mannes bestimmt. Das auch Frauen in der Führungsspitze der Bundes-AfD vertreten sind, verstellt den Blick darauf, das AfD Frauen wie Weidel oder Petry, jederzeit von führenden AfD Männern entmachtet werden, wenn sie wagen ihren extrem rechten Diskurs zu stören oder schlicht nutzlos werden.

Frauen in Trachten-Kleidung, als gehorsame Dienerinnen des Volkes, waren als Motiv bereits im Nationalsozialismus für völkische Propaganda benutzt worden und werden hier von der AfD mit ähnlicher Intention restauriert. Selbst- und Mitbestimmung sowie Gleichberechtigung, lehnt die extrem rechte Ideologie, auf der die AfD gründet, ebenso ab, wie jene patriarchale Ideologie, die einer Frau abverlangt eine Burka zu tragen. Was sie unterscheidet ist lediglich das Mittel, nicht der Zweck.

Die Verachtung für jegliche Diversität, sowie die Stilisierung von Feindbildern, die durch die Propaganda-Plakate intendiert werden, richten sich nicht nur an Fans der AfD. Sie adressieren auch ausgrenzend an Menschen muslimischen Glaubens. So wie auch das völkische Motiv nicht nur positiv an anti-emanzipatorische Frauen adressiert. Sondern auch negativ an emanzipierte, bzw. feministisch geprägte Frauen. Sie sind im völkischen Narrativ vom “Volkskörper” unerwünscht und werden von der extrem Rechten seit jeher bekämpft und unterdrückt. – Die zur Normalisierung von Diskriminierung beitragende Propaganda von AfD bis NPD, ist nicht nur Ausdruck des permanenten Versuchs völkischer Organisationen, gesellschaftliche Spaltung voranzutreiben, sondern auch probates Mittel den gesamtgesellschaftlichen Diskurs schärfer nach rechts zu verschieben.

Aufschrift -Politisches Hilfswerk- soll die Assoziation zu etablierten Hilfsorganisationen wecken. Tatsächlich.aber existiert kein solches “Werk”

Es braucht nicht viel Vorstellungskraft, um zu dem Punkt zu gelangen, dass die AfD durch solche und ähnliche Provokationen, darauf geradezu spekuliert den Zorn verschiedenster diskriminierter Gruppen auf sich zu ziehen. Um sich je nach Reaktion gegen ihre Propaganda, erneut als vermeintliches Opfer inszenieren zu können.

Dass ihre völkische Ideologie, ihre rassistisch- und sexistische Propaganda und Agitation, bereits ein Frontalangriff auf die strukturell von Diskriminierung Betroffenen bedeutet, geht gesellschaftlich nicht nur bei den Fans der AfD unter.

Redaktion
AfD Watch Bremen