
In einem abgesperrten Bereich am Bremer Dom hetzte Pax Europa gegen Muslime. Außen links im Bild filmt ein Akteur der verschwörungsideologischen extrem rechten Szene Wolfgang Wiencierz für entsprechenden Content.
Die islamfeindliche Gruppierung „Bürgerbewegung Pax Europa“ (BPE) verbreitete mehrere Stunden antimuslimische Hetze im Zentrum Bremens. Auf Bannern und in Redebeiträgen wurden Muslim:innen pauschal als Gefahr für Demokratie, Freiheit und Menschenrechte dargestellt.
Vor Ort fielen mehrfach generalisierende und mutmaßlich volksverhetzende Aussagen wie „Muslime und Deutsche passen nicht zusammen“. Multikulturalismus wurde im Kern als gesellschaftliches „Verbrechen“ bezeichnet. Die Redebeiträge zeichneten ein geschlossenes Feindbild gegenüber Muslim:innen und dämonisierten islamisches Leben in Deutschland.
Zusätzlich verteilte die BPE Flyer und Broschüren, in denen eine angebliche „Allianz“ zwischen „Politischem Islam“ und linken Bewegungen konstruiert wurde. Pro-palästinensische Proteste, migrantische Communities, linke Gruppen und islamistische Organisationen wurden dabei pauschal miteinander vermischt und rechtspopulistisch als gemeinsame Bedrohung dargestellt.
Fachstellen und Journalist:innen ordnen die BPE seit Jahren als islamfeindliche rassistische Agitationsstruktur ein. Der Journalist Andreas Speit spricht von extrem rechten „Brückenmilieus“, in denen sich Rassismus, Verschwörungsideologien und rechte Mobilisierung gegenseitig verstärken.Trotz weithin hörbarer rassistischer Aussagen war kein sichtbares Einschreiten der Polizei erkennbar.
Ebenfalls auffällig: Der bekannte AfD-nahe Akteur Wolfgang Wiencierz aus dem extrem rechten und verschwörungsideologischen Milieu fertigte innerhalb des abgesperrten Bereichs Aufnahmen für seine Propaganda-Netzwerke an. Dieser soll zuletzt laut Zeug:innenberichten auf einer Kundgebung auf dem Marktplatz zum Thema „Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung“ am 5. Mai Teilnehmende belästigt und geschubst haben. Zudem trug ein Ordner der Veranstaltung sichtbar eine „Reconquista“-Tasche in rechten Szenefarben. Ein Begriff, der seit Jahren eng mit identitären und völkisch-nationalistischen Szenen verbunden ist.
Zum Ende der Veranstaltung formierte sich antifaschistischer Protest.
Redaktion
AfD Watch Bremen
