Bundestagswahl 2021: Bremer AfD verliert ihr Mandat
Wahlarchiv · Wahl vom · Erstveröffentlichung:
Die Bundestagswahl 2021 endete für die Bremer AfD mit deutlichen Verlusten: 6,9 Prozent der Zweitstimmen und kein Mandat über ihre Landesliste. Ein zerstrittener Landesverband verlor damit seine parlamentarische Vertretung in Berlin. Der Rückschlag prägte die Wahlperiode von 2021 bis 2025; bei der folgenden Bundestagswahl gelang der Partei die Rückkehr.
Stimmen verloren, Bundestagsplatz verloren
Nach dem amtlichen Endergebnis erhielt die AfD im Land Bremen, also in Bremen und Bremerhaven zusammen, 22.575 Zweitstimmen. Ihr Anteil sank gegenüber 2017 von 10,0 auf 6,9 Prozent, ein Minus von 3,1 Prozentpunkten. [1] Der Spitzenkandidat Olaf Kappelt blieb ohne Bundestagsmandat. Über die Bremer Landesliste zog 2021 niemand für die AfD in den Bundestag ein. [2]
Für den Landesverband war das ein erheblicher politischer Rückschlag. Der 2017 errungene Platz in Berlin ging verloren. Die AfD blieb bundespolitisch vertreten, doch ihre Bremer Landesliste stellte in der neuen Wahlperiode keine Abgeordneten mehr. Die Niederlage traf eine Partei, deren interne Konflikte bereits vor der Wahl öffentlich sichtbar geworden waren. [2] [3]
Der innerparteiliche Streit gefährdete bereits die Kandidatur
Am 30. Juli 2021 hatte der Landeswahlausschuss die Bremer AfD-Liste zunächst zurückgewiesen. Die Schriftführerin der Aufstellungsversammlung hatte die erforderliche eidesstattliche Versicherung nicht abgegeben. Der Tagesspiegel berichtete über Unstimmigkeiten im Landesverband als Hintergrund und erinnerte an den vorherigen Zerfall der AfD-Fraktion in der Bremischen Bürgerschaft. [3]
Am 5. August 2021 ließ der Bundeswahlausschuss die Liste nach einer Beschwerde der AfD doch zu. Zur Begründung verwies der damalige Bundeswahlleiter Georg Thiel auf eine Gesetzeslücke im Umgang mit der verweigerten Versicherung. [4] Die Partei konnte damit an der Wahl teilnehmen. Der Vorgang zeigte zugleich, wie tief die Auseinandersetzungen in die eigene Organisation hineinreichten: Selbst die Absicherung der Kandidatenaufstellung wurde zum Konfliktfall.
Frank Magnitz: Bundestag 2017 bis 2021
Frank Magnitz gehörte dem Bundestag von 2017 bis 2021 an. Er war über die Bremer Landesliste eingezogen. Die Jahre 2019 bis 2023 betreffen sein Mandat in der Bremischen Bürgerschaft. Abgeordnetenwatch dokumentiert beide Mandate getrennt. [5] Für die Einordnung des Wahlergebnisses ist diese Unterscheidung entscheidend: Der Verlust der Bremer Bundestagsvertretung trat mit dem Ende der Wahlperiode 2017 bis 2021 ein.
Nachtrag: Rückkehr in den Bundestag 2025
Bei der Bundestagswahl am 23. Februar 2025 gelang Sergej Minich der Einzug in den Bundestag. Radio Bremen führte ihn anschließend unter den fünf gewählten Abgeordneten aus dem Land Bremen auf. [6] Die Niederlage von 2021 blieb damit eine zeitlich begrenzte Schwächung. Vier Jahre später verfügte der Landesverband wieder über einen eigenen Abgeordneten in Berlin.
Die weitere Entwicklung dokumentieren unsere Auswertung der Bundestagswahl 2025 und das Dossier zu Sergej Minichs Arbeit im Bundestag. Den politischen Hintergrund des Spitzenkandidaten von 2021 erschließt das Dossier zu Olaf Kappelt.
Redaktion
AfD Watch Bremen
Quellen und weiterführende Recherchen
Belege zum Wahlergebnis 2021, zur umstrittenen Listenaufstellung, zu Magnitz’ Mandaten und zur späteren Entwicklung 2025. Die genauen Stimmenzahlen stammen aus dem amtlichen Endergebnis.
Endgültiges Ergebnis der Bundestagswahl 2021 im Land Bremen
Amtliche Tabelle für das gesamte Bundesland: 22.575 AfD-Zweitstimmen, 6,9 Prozent und ein Rückgang um 3,1 Prozentpunkte gegenüber 2017.
Olaf Kappelt: Spitzenkandidat der Bremer Landesliste 2021
Eigene Recherche zu Kappelts politischem Werdegang, seiner Spitzenkandidatur und dem ausgebliebenen Bundestagsmandat. Enthält weiterführende Belege zur Wahl und zu seiner Rolle im Landesverband.
Bremer AfD-Liste nicht zur Bundestagswahl zugelassen
Zeitgenössischer Bericht über die erste Entscheidung des Landeswahlausschusses, die fehlende eidesstattliche Versicherung und die Konflikte im Landesverband. Die spätere Zulassung ist in Quelle 4 dokumentiert.
Bundeswahlausschuss lässt Bremer AfD-Landesliste zu
Dokumentiert die erfolgreiche Beschwerde und die vom Bundeswahlleiter angeführte rechtliche Unklarheit. Die Zulassung ermöglichte der Liste die Teilnahme an der Bundestagswahl 2021.
Frank Magnitz: Mandate im Bundestag und in Bremen
Die zivilgesellschaftliche Parlamentsdokumentation unterscheidet Magnitz’ Bundestagsmandat 2017 bis 2021 von seinem Bürgerschaftsmandat 2019 bis 2023. Sie weist den Einzug in den Bundestag über die Landesliste Bremen aus.
Diese 5 Abgeordneten aus Bremen sind im neuen Bundestag vertreten
Bericht nach der Bundestagswahl 2025. Nennt Sergej Minich als gewählten AfD-Abgeordneten aus dem Land Bremen und belegt damit die Rückkehr der Bremer AfD in den Bundestag.
