Vorn im Bild: Wolfgang Rabe beim geplatzten AfD-Parteitag am 22.05.2021 im Stadtteil Mahndorf. Bild: Recherche Nord

Parteiaustritt ohne politische Distanzierung

Wolfgang Rabe verbreitete Inhalte aus verschwörungsideologischen und reichsbürgernahen Medienmilieus, rückte 2020 für die AfD in den Beirat Hemelingen nach und beteiligte sich am Kampf gegen den eigenen Bundestagsspitzenkandidaten. 2022 verließ er die Partei. Eine Abkehr von seinem autoritären und verschwörungsideologisch anschlussfähigen Politikverständnis ist nicht erkennbar.

Wolfgang Rabe gehörte von 2020 bis 2023 dem Beirat Hemelingen an. Zunächst vertrat er dort die AfD, nach seinem Parteiaustritt im März 2022 saß er bis zum Ende der Wahlperiode als parteiloses Mitglied im Stadtteilparlament. Für die Wahl 2023 kandidierte er nicht erneut. Ein heutiges Parteiamt oder kommunalpolitisches Mandat ist nicht belegt. Rabe gehört damit zu den zahlreichen Bremer AfD-Akteur:innen der Wahlperiode 2019 bis 2023, deren politische Laufbahn durch einen Parteiaustritt endete. Der Austritt allein markiert jedoch noch keine politische Distanzierung. Rabe begründete seinen Schritt öffentlich weder mit der rechtsextremen Entwicklung der AfD noch mit deren rassistischen, völkischen oder verschwörungsideologischen Positionen. Vorausgegangen war vielmehr ein erbitterter innerparteilicher Konflikt um die Bundestagskandidatur 2021.

Auch nach seinem Austritt äußerte sich Rabe weiterhin in einer Sprache, die demokratische Institutionen, Parteien und gewählte Abgeordnete pauschal verächtlich macht. Noch im Januar 2026 wünschte er öffentlich, das „Ende“ von ihm abgelehnter „Volksver……treter“ erleben zu können. Der Parteiaustritt beendete seine organisatorische Mitgliedschaft in der AfD. Einen Bruch mit dem politischen Weltbild, das ihn dorthin geführt hatte, dokumentiert er nicht.

Kandidat auf drei Ebenen

Der 1948 geborene Rabe trat bei den Wahlen 2019 gleichzeitig für die Bremische Bürgerschaft und für den Beirat Hemelingen an. Auf der AfD-Liste für den Wahlbereich Bremen stand er auf Platz zwölf. Vor ihm kandidierten unter anderem Frank Magnitz, Uwe Felgenträger, Peter Beck, Mark Runge, Ann-Katrin Magnitz, Heinrich Löhmann, Sergej Minich und Gerald Höns. Die damalige Kandidatenliste wurde von der AfD selbst veröffentlicht. Rabe erhielt bei der Bürgerschaftswahl 460 Personenstimmen. Für ein Mandat reichte das nicht. Die fünf AfD-Mandate gingen an Frank Magnitz, Uwe Felgenträger, Peter Beck, Mark Runge und Thomas Jürgewitz. Rabes Listenplatz war damit praktisch ohne Aussicht auf einen direkten Einzug. Im Beiratsbereich Hemelingen erreichte die AfD 8,04 Prozent und erhielt zwei der damals 19 Sitze. Rabe bekam 242 Personenstimmen. Damit lag er parteiintern hinter Tobias Link mit 441 Stimmen, Heinrich Löhmann mit 425 Stimmen und Beata Linka mit 319 Stimmen. Das amtliche Wahlergebnis weist Tobias Link und Beata Linka als die zunächst gewählten AfD-Mitglieder aus.

Die bisherige AfD-Watch-Darstellung, Rabe habe dem Beirat unmittelbar nach der Wahl 2019 angehört, muss deshalb präzisiert werden. Rabe erhielt zunächst kein Mandat. Er rückte erst 2020 nach, nachdem ein zuvor gewähltes AfD-Mitglied ausgeschieden war. Eine frühere Mitteilung von AfD Watch Bremen bezeichnete ihn ausdrücklich als nachgerücktes Beiratsmitglied. Das Mandat verschaffte Rabe erstmals eine institutionelle politische Funktion. Aus einem Kandidaten auf einem aussichtslosen Bürgerschaftslistenplatz wurde ein Mitglied eines demokratisch gewählten Stadtteilparlaments.

Kommunalpolitik als kurzer Ausflug

Über Rabes konkrete Arbeit im Beirat ist öffentlich nur wenig dokumentiert. Er gehörte dem Gremium knapp drei Jahre an, davon weniger als zwei Jahre als AfD-Mitglied. Nach seinem Parteiaustritt blieben seine kommunalpolitischen Möglichkeiten begrenzt. Seine bisherigen Ausschussfunktionen wurden von Beata Linka übernommen. Ein Parteiaustritt beendet ein kommunales Mandat nicht automatisch. Beiratsmitglieder sind als gewählte Personen nicht rechtlich verpflichtet, ihren Sitz an die Partei zurückzugeben, über deren Wahlvorschlag sie eingezogen sind. Rabe durfte sein Mandat deshalb als Parteiloser bis zum Ende der Wahlperiode ausüben. Für die Beiratswahl 2023 trat er nicht erneut an. Die AfD war in Hemelingen ebenfalls nicht mehr wählbar. An ihre Stelle trat Bürger in Wut, die dort zehn Prozent und einen Sitz erreichten. Rabes kommunalpolitische Tätigkeit endete damit nach einer Wahlperiode.

Wie er selbst heute auf diese Zeit blickt, zeigte ein öffentlicher Kommentar vom Januar 2026. Darin bezeichnete er sich rückblickend als „kurzzeitig auch als Aktiver in der Kommunalpolitik“. Die Formulierung macht deutlich, dass Rabe seine Beiratstätigkeit selbst als abgeschlossene Episode betrachtet.

Das verschwörungsideologische Medienmilieu

AfD Watch Bremen wertete bereits vor Rabes Einzug in den Beirat dessen damals öffentlich sichtbare Social-Media-Aktivitäten aus. Das Redaktionsarchiv dokumentiert, dass Rabe Beiträge und Angebote aus dem Umfeld des Kopp-Verlags verfolgte und weiterverbreitete. Der Kopp-Verlag ist kein gewöhnlicher politischer Sachbuchverlag. Er vermarktet seit Jahren Bücher, Videos und Beiträge, in denen sich rechte Publizistik, Esoterik, Gesundheitsdesinformation und Verschwörungserzählungen verbinden. Deutschlandfunk Kultur beschrieb das Geschäftsmodell als „Aufklärung“ mit Hetze, Angst und Verschwörungsmythen. Zum Sortiment gehörten und gehören auch Veröffentlichungen, die die Bundesrepublik als angebliche „BRD-GmbH“ darstellen.

Nach dem damaligen Redaktionsarchiv blieb es bei Rabe nicht beim passiven Konsum dieser problematischen Medien. Dokumentiert wurden von ihm geteilte Inhalte, die behaupteten, die Vereinigten Staaten kontrollierten deutsche Politiker:innen und Medien. Hinzu kamen Beiträge, die die Bundesrepublik als bloßes „BRD-GmbH-System“ darstellten, sowie rassistische und antimuslimische Inhalte. Ein damaliger Social-Media-Beitrag von AfD Watch Bremen hielt zudem fest, Rabe habe neben rassistischen Inhalten auch die NPD positiv markiert. Screenshots wurden entsprechend gesichert. 

Was „BRD-GmbH“ bedeutet

Die Erzählung von der „BRD-GmbH“ gehört zum ideologischen Grundbestand des Reichsbürger- und Selbstverwaltermilieus. Sie behauptet, die Bundesrepublik Deutschland sei kein souveräner Staat, sondern lediglich eine privatrechtliche Firma oder ein von ausländischen oder auch antisemitisch gedeutet von „jüdischen Mächten“ verwaltetes Besatzungskonstrukt. Als vermeintliche Belege dienen regelmäßig Fehlinterpretationen von Behördenbezeichnungen, Handelsregistereinträgen, Personalausweisen oder finanzrechtlichen Begriffen. Aus gewöhnlichen Verwaltungsvorgängen wird eine geheime staatliche Scheinordnung konstruiert. Das Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft ordnet die Behauptung, die Bundesrepublik sei eine Firma, ausdrücklich als Teil der Reichsbürger-Verschwörungsideologie ein. Die Erzählung delegitimiert nicht nur eine bestimmte Regierung. Sie bestreitet die rechtliche und demokratische Legitimität. 

Das Reichsbürgermilieu weist starke strukturelle und personelle Überschneidungen mit Rechtsextremismus und Antisemitismus auf. Viele seiner Erzählungen schreiben vermeintlich geheimen Finanzeliten, internationalen Mächten oder angeblichen Hintermännern die Kontrolle über Staaten, Medien und Bevölkerung zu. Dabei werden häufig offen oder codiert antisemitische Bilder verwendet. Der Begriff „BRD-GmbH“ allein ohne weiteren Kontext enthält jedoch noch keinen ausdrücklichen Bezug auf Jüd:innen.

USA-Verschwörungserzählung

Das Gleiche gilt für die von Rabe verbreitete Behauptung, die USA kontrollierten deutsche Politiker:innen und Medien. Die Vorstellung einer fremdgesteuerten Bundesrepublik gehört zu den klassischen Souveränitäts- und Besatzungserzählungen der extremen Rechten. Sie bestreitet politische Eigenständigkeit und deutet demokratische Entscheidungen als Vollzug eines geheimen ausländischen Willens. Eine solche Behauptung kann antisemitisch codiert sein, etwa wenn sie mit Vorstellungen einer angeblich jüdischen Finanzmacht, „Ostküste“, Familie Rothschild, George Soros oder einer geheimen Kontrolle der Medien verbunden wird. Ohne einen solchen Bezug lässt sich aus der bloßen Behauptung amerikanischer Einflussnahme aber nicht automatisch Antisemitismus ableiten.

Rabe verbreitete nach dem Redaktionsarchiv Inhalte aus einem verschwörungsideologischen Medienmilieu, darunter Erzählungen von Fremdsteuerung und „BRD-GmbH“. Diese Narrative sind für Reichsbürgerideologie und extreme Rechte anschlussfähig und treten dort häufig gemeinsam mit antisemitischen Weltbildern auf.

Der Konflikt um AfD-Kandidat Olaf Kappelt

Rabes größte öffentlich dokumentierte Rolle innerhalb der Bremer AfD entstand nicht aus einem kommunalpolitischen Thema, sondern aus dem Machtkampf um die Bundestagswahl 2021.Am 26. Juni 2021 stellte die AfD Bremen ihre Landesliste auf. Spitzenkandidat wurde Olaf Kappelt, ein Publizist und Funktionär aus dem niedersächsischen AfD-Kreisverband Cuxhaven. Thomas Jürgewitz kandidierte direkt in Bremerhaven, Heinrich Löhmann im Wahlkreis Bremen I.

Die Aufstellung verschärfte die bereits bestehenden Konflikte im Landesverband. Teile der Partei bestritten, dass das Verfahren ordnungsgemäß abgelaufen sei. Die gewählte Schriftführerin Silke Jünemann verweigerte die eidesstattliche Versicherung, dass bei der Aufstellung die gesetzlichen Vorgaben eingehalten worden seien. Der Bremer Landeswahlausschuss ließ die Liste deshalb zunächst nicht zu. Der Bundeswahlausschuss gab der Beschwerde der AfD später statt und ließ sie doch zur Wahl antreten. Rabe gehörte zu den parteiinternen Gegnern Kappelts. Nach Unterlagen, die AfD Watch Bremen damals auswertete, teilte er dem Landeswahlausschuss mit, Kappelt sei den anwesenden stimmberechtigten Mitgliedern „vollkommen unbekannt“ gewesen. Außerdem warf Rabe ihm vor, bei seiner Bewerbung ein bereits laufendes Parteiausschlussverfahren in Brandenburg verschwiegen zu haben.

Die Unterlagen dokumentierten gegenseitige Vorwürfe, anwaltliche Schreiben und Unterlassungsforderungen. Kappelts Rechtsbeistand verlangte von Rabe, bestimmte Aussagen innerhalb des Landesverbandes nicht weiterzuverbreiten. AfD Watch Bremen veröffentlichte die Vorgänge damals in den Recherchen „Alle gegen alle“ und zur Bundestagswahl 2021. Die Auseinandersetzung zeigt Rabe als aktiven Beteiligten eines innerparteilichen Machtkampfes. Parteimitglieder dürfen Kandidaturen hinterfragen, auf mögliche Falschangaben hinweisen und die Einhaltung wahlrechtlicher Vorschriften verlangen. Politisch entscheidend ist jedoch, worauf sich der Konflikt bezog. Rabe wandte sich nicht öffentlich gegen Kappelts evangelikal-rechte Familienpolitik oder gegen die Radikalisierung der AfD. Er bekämpfte dessen Kandidatur wegen der Person, des Aufstellungsverfahrens und mutmaßlich verschwiegener innerparteilicher Vorgänge.

Der Parteiaustritt 2022

Im März 2022 wurde Rabes Austritt aus der AfD bekannt. Der zeitliche Zusammenhang mit dem Streit um die Bundestagsliste ist deutlich. Ein öffentliches Austrittsschreiben oder eine ausführliche politische Begründung liegt allerdings nicht vor. Deshalb lässt sich nicht abschließend feststellen, welches einzelne Ereignis seine Entscheidung auslöste. Belegt ist, dass Rabe vor seinem Austritt gegen den von anderen Parteikreisen unterstützten Spitzenkandidaten vorging und dass der Landesverband nach der Bundestagswahl weiter tief gespalten blieb.

Der Ton bleibt antipluralistisch

Wie wenig sich Rabes politischer Ton nach dem AfD-Austritt veränderte, zeigt ein öffentlicher Kommentar vom 10. Januar 2026. Auf dem Bremer Politikblog „Bremen so gesehen“ schrieb Rabe über die SPD, er habe das Treiben der „Spezial-Demokraten-Deutschlands“ mehr als 50 Jahre lang verfolgt. Seine Abneigung reiche „bis in die Ewigkeit“. Er wünsche sich nur noch, das „Ende“ dieser „unsäglichen Volksver……treter“ erleben zu dürfen. Der Kommentar ist vollständig auf der Seite des Blogs dokumentiert. Rabe schrieb dort zugleich, er habe Erfahrungen als „Beamter im Sicherheitsbereich“, Arbeitnehmer, Unternehmer und kurzzeitiger Aktiver in der Kommunalpolitik gesammelt. Die Übereinstimmung mit seiner bekannten politischen Biografie macht eine Verwechslung mit einer gleichnamigen Person äußerst unwahrscheinlich. Scharfe Kritik an der SPD ist demokratisch legitim. Auch der Wunsch nach ihrem Verlust der Regierungsmacht gehört zum normalen politischen Wettbewerb. Rabes Formulierung geht jedoch darüber hinaus. Er beschreibt keine konkrete politische Entscheidung, die er ablehnt, sondern richtet eine zeitlich unbegrenzte Abneigung gegen eine gesamte Partei und ihre Abgeordneten. Aus gewählten Volksvertreter:innen werden in seiner Schreibweise „Volksver……treter“, deren „Ende“ er erleben möchte.

Die Äußerung zeigt ein antipluralistisches Politikverständnis, in dem politische Konkurrenz nicht als legitimer Bestandteil der Demokratie erscheint, sondern als verachtenswertes „Treiben“ illegitimer Vertreter:innen. Bereits im März 2025 kommentierte ein öffentliches Facebook-Profil unter Rabes Namen politische Vorgänge als „Kasperletheater“ eines „Vereins“, der eine „Pseudo-Demokratie“ vorgaukele.

Lob für J. D. Vance unter einem selbstgewählten „Hilfswerk“

Im Februar 2025 erschien Rabes Name außerdem unter einem offenen Brief an den damaligen US-Vizepräsidenten J. D. Vance. Der Brief dankte Vance für seine Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz, bezeichnete seine Worte als „Quelle der Ermutigung und Hoffnung“ und behauptete, viele europäische Entscheidungsträger:innen vernachlässigten Demokratie und Freiheit. In der Unterzeichner:innenliste findet sich der Eintrag „Wolfgang Rabe, Rentner, Politisches Hilfswerk Hemelingen, Bremen“. Brief und Unterzeichner:innen sind öffentlich einsehbar. Eine öffentlich erkennbare Organisation namens „Politisches Hilfswerk Hemelingen“ lässt sich nicht finden. Es ist weder ein eingetragener Verein noch eine bekannte Bürger:inneninitiative, Partei oder Beiratsgruppe nachweisbar. Der Name wirkt daher wie eine selbstgewählte Bezeichnung, um die Bedeutung der Aussage zu erhöhen.

Der Brief ist politisch dennoch aufschlussreich. Vance hatte in München europäische Demokratien angegriffen, den Umgang mit extrem rechten Parteien kritisiert und eine größere Öffnung gegenüber diesen Kräften verlangt. Wer ihm dafür ausdrücklich dankte, übernahm die Erzählung, nicht der Aufstieg autoritärer Parteien, sondern deren demokratische Begrenzung sei die eigentliche Gefahr für Freiheit und Meinungsäußerung.

Kritische Einordnung

Wolfgang Rabe war kein führender AfD-Funktionär und kein überregional bekannter Ideologe. Er besaß kein Mandat in der Bremischen Bürgerschaft und gehörte keinem öffentlich dokumentierten Landesvorstand an. Seine institutionelle politische Bedeutung blieb auf eine nachgerückte Mitgliedschaft im Beirat Hemelingen begrenzt. Gerade darin liegt jedoch die Relevanz seines Falls. Rechtsextreme und verschwörungsideologische Vorstellungen gelangen nicht nur über prominente Redner:innen, Bundestagsabgeordnete oder Parteivorsitzende in demokratische Institutionen. Sie werden auch durch kommunale Kandidat:innen, nachrückende Mandatsträger:innen und lokale Multiplikator:innen politisch normalisiert.

Rabes damalige Social-Media-Aktivitäten verbanden ihn nach dem Redaktionsarchiv mit einem Medienmilieu, in dem rassistische Propaganda, Misstrauen gegen etablierte Medien, Fremdsteuerungserzählungen und die Leugnung der staatlichen Legitimität der Bundesrepublik zusammenkommen. Die Behauptung einer „BRD-GmbH“ ist kein bloß unachtsamer Irrtum. Sie entzieht der demokratischen Verfassungsordnung ihre Legitimität und ersetzt überprüfbare politische Konflikte durch die Vorstellung eines verborgenen Herrschaftssystems. Bei Rabe ist eine Nähe zur Reichsbürgerideologie durch die dokumentierte Weiterverbreitung der „BRD-GmbH“-Erzählung begründet.

Sein Konflikt mit Olaf Kappelt und der spätere AfD-Austritt widerlegen diesen Befund nicht. Innerparteilicher Streit ist keine politische Distanzierung. Rabe bekämpfte einen Kandidaten und ein umstrittenes Aufstellungsverfahren, nicht die rassistische oder rechtsextreme Entwicklung seiner Partei. Auch nach dem Austritt blieb sein öffentliches Politikverständnis von pauschaler Verachtung geprägt. 2026 beschrieb er demokratisch gewählte Abgeordnete als „unsägliche Volksver……treter“ und wünschte ihr „Ende“ herbei. Unter seinem Namen und der nicht nachvollziehbaren Bezeichnung „Politisches Hilfswerk Hemelingen“ findet sich zudem eine Unterstützungserklärung für J. D. Vances Angriff auf die europäische Abgrenzung gegenüber extrem rechten Parteien.

Wolfgang Rabe verließ offiziell 2022 die AfD. Aus dem rechtspopulistischen und verschwörungsideologisch anschlussfähigen Deutungsraum, der seine politische Laufbahn begleitet hatte, tritt er erkennbar nicht aus. Der Unterschied ist wesentlich: Eine Parteimitgliedschaft lässt sich mit einer Austrittserklärung beenden. Ein autoritäres rechtes Weltbild verschwindet dadurch nicht.

Redaktion
AfD Watch Bremen