Rechtspopulismus, der Begriff ist unscharf und uneinheitlich, weil sich seine Vertreter programmatisch oft stark unterscheiden und die Grenzen zum traditionellen extremen Spektrum und Konservativismus fließend sind. Von dem sozialwissenschaftlichen Begriff ist der Gebrauch des Wortes in Medien und Öffentlichkeit zu unterscheiden, wo es in der Regel pejorativ gebraucht wird und negativ besetzt ist. Obendrein ist der Ausdruck im allgemeinen Sprachgebrauch meist unscharf und wird von den so Beschriebenen zurückgewiesen. Unschärfe und Mangel an „Substanz“ wird dem Begriff auch in der politikwissenschaftlichen Diskussion vorgeworfen. Trotz seiner verbreiteten Benutzung wird also der Begriff Rechtspopulismus im wissenschaftlichen Diskurs nicht in einer einheitlichen, allgemein anerkannten Bedeutung verwendet.

Rechtsextremismus dient als Sammelbezeichnung, um neofaschistischeneonazistische oder ultra-nationalistische politische Ideologien und Aktivitäten zu beschreiben. Deren gemeinsamer Kern ist die Orientierung an der ethnischen Zugehörigkeit, die Infragestellung der rechtlichen Gleichheit der Menschen sowie ein antipluralistischesantidemokratisches und autoritär geprägtes Gesellschaftsverständnis. Politischen Ausdruck findet dies in Bemühungen, den Nationalstaat zu einer autoritär geführten „Volksgemeinschaft“ umzugestalten.

Extreme Rechte In Abgrenzung zum »Rechtsextremismus«-Begriff, samt der dahinterstehenden Welt der Extremismustheorie,  sprechen kritische Wissenschaftle­r_innen und linke Gruppen immer häufiger von der »extremen Rechten«. (Quelle: AIB)

Neue Rechte (englisch New Rightfranzösisch Nouvelle droite) bezeichnet die Konzeption (wie partiell auch Selbstbezeichnung) einer uneinheitlichen, rechtsextremen politischen Strömung in verschiedenen Staaten. Die deutschsprachige Variante wird als „Gegenmodell“ zur Neuen Linken verstanden, grenzt sich von der dem Nationalsozialismus verhafteten „alten Rechten“ ab, ist vor allem intellektuell ausgerichtet und sucht Querverbindungen ins konservative Spektrum. Charakteristisch für die Neue Rechte ist eine Fundamentalkritik an zentralen Verfassungsnormen, in Deutschland auch die Ablehnung tragender Prinzipien des Grundgesetzes; einige Gruppierungen wollen einen völkischen Nationalismus erneuern.

Rechtsterrorismus, ist ein besonders gewaltorientierter Teil des Rechtsextremismus, der zur Verwirklichung seiner Ziele bewusst geplante und durchgeführte SprengstoffanschlägeMorde oder andere Formen terroristischer Gewalt einsetzt. Eine allgemein anerkannte Definition gibt es nicht, gemeinsame handlungsbezogene Merkmale definieren diesen Terrorismus als „Formen von politisch motivierter Gewaltanwendung, die von nicht-staatlichen Gruppen gegen eine politische Ordnung in systematisch geplanter Form mit dem Ziel psychischen Einwirkens auf die Bevölkerung durchgeführt werden und dabei die Möglichkeit des gewaltfreien und legalen Agierens zu diesem Zweck als Handlungsoption ausschlagen sowie die Angemessenheit, Folgewirkung und Verhältnismäßigkeit des angewandten Mittels ignorieren.“[1]

völkischer Nationalismus Das rassistische Konstrukt bildet die gemeinsame weltanschauliche Basis der völkischen Bewegung. Es geht von dem essentialistischen Konstrukt als „Völker“ oder „Volksgruppen“ bezeichneter Bevölkerungsgruppen aus, die jeweils geschlossene ethnisch-biologische und/oder ethnisch-kulturelle Einheiten innerhalb einer Hierarchie solcher Populationen bilden würden. Zeitweise war der völkische Nationalismus in Mitteleuropa eine breite und vorherrschende ideologische Sichtweise, repräsentiert in zahlreichen nationalistischen, explizit antisemitischen und sonstigen rassistischen Zusammenschlüssen aller Art mit vielen Publikationen und bekannten Persönlichkeiten. Heute nimmt er auch die Gestalt des Ethnopluralismus an. Politisch verortet wurde und wird völkischer Nationalimus am rechten Rand und zugleich als „Extremismus der Mitte“.

Ultranationalismus – Der Begriff Ultranationalismus bezeichnet eine übersteigerte nationalistische Einstellung, wie sie auch bei extrem rechten Parteien vorkommt, die ihre Nation weit über andere erhöhen und daraus einen Herrschaftsanspruch über andere ableiten. In Deutschland findet er bislang noch wenig Gebrauch, international ist er dagegen weit verbreitet. So wird in Japan die Ideologie der extremen Rechten (Uyoka) als ultranationalistisch bezeichnet, in der Türkei die Partei Milliyetçi Hareket Partisi (MHP). Ziel der MHP-Gruppierungen ist es, Türkentum, Islam sowie das Macht- und Überlegenheitsgefühl aus der osmanischen Vergangenheit ideologisch miteinander zu verknüpfen. Auch in der russlandbezogenen Rechtsextremismusforschung spielt Ultranationalismus eine große Rolle, denn in einer Reihe extremistischer politischer Gruppierungen geht die Überhöhung Russlands mit einer ausgeprägten, auch gewalttätigen Fremdenfeindlichkeit einher. (Quelle: Demokratie leben)

Faschismus/faschistisch – In seinem im Jahre 2004 veröffentlichten Buch The Anatomy of Fascism definiert der US-amerikanische Geschichtsprofessor Robert O. Paxton Faschismus so: „Faschismus kann definiert werden als eine Form des politischen Verhaltens, das gekennzeichnet ist durch eine obsessive Beschäftigung mit Niedergang, Demütigung oder Opferrolle einer Gemeinschaft und durch kompensatorische Kulte der Einheit, Stärke und Reinheit, wobei eine massenbasierte Partei von entschlossenen nationalistischen Aktivisten in unbequemer, aber effektiver Zusammenarbeit mit traditionellen Eliten demokratische Freiheiten aufgibt und mittels einer als erlösend verklärten Gewalt und ohne ethische oder gesetzliche Beschränkungen Ziele der inneren Säuberung und äußeren Expansion verfolgt.“

Als „faschistoid“ werden Eigenschaften bzw. Haltungen bezeichnet, die faschistische Züge tragen oder dem Faschismus ähnlich sind, meist jedoch in abgeschwächter oder differenzierter Form auftreten. Auch einzelne Bestandteile einer Ideologie bzw. eines politischen Systems werden manchmal als „faschistoid“ bezeichnet. Man spricht dann von „faschistoiden Tendenzen“ des jeweiligen Systems bzw. der betreffenden Ideologie.

Identitäre bzw. Identitäre Bewegung – Als Identitäre Bewegung (auch Identitäre Generation, kurz Identitäre) bezeichnen sich mehrere aktionistische, völkisch orientierte Gruppierungen, die ethnopluralistischkulturrassistische Konzepte vertreten. Sie gehen von einer geschlossenen „europäischen Kultur“ aus, deren „Identität“ vor allem von einer „Islamisierung“ bedroht sei. Politikwissenschaftler ordnen die Gruppe durchgängig als eine Spielart des Rechtsextremismus ein. (Quelle: Wikipedia)

Neonazi – Neonazismus (altgr. νέος néos ‚neu‘, ‚jung‘ und Nazismus) ist die Wiederaufnahme nationalsozialistischen Gedankenguts nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Ende der NS-Diktatur. Vertreter des Neonazismus werden Neonazis genannt; der Begriff steht im Gegensatz zu Altnazis (auch Alt-PG, „Parteigenosse“), den Trägern der nationalsozialistischen Ideologie, die diese bereits während der nationalsozialistischen Herrschaft übernommen hatten.

Extremismus der Mitte Der Begriff Extremismus der Mitte wurde von Seymour Martin Lipset in die Soziologie eingeführt. In seinem Buch Political Man (1959) schrieb er, dass der linke Extremismus seine Basis in den unteren Schichten und der Arbeiterklasse habe, der rechte Extremismus in den Oberschichten verankert sei und der Faschismus in der sozioökonomischen Mittelschicht beheimatete sei. Den Begriff Faschismus definierte er nicht näher. Damit erweiterte der Soziologe die Analyse Theodor Geigers, der die Wahlerfolge der NSDAP seit Beginn der 1930er Jahre aus der Reaktion des Mittelstandes auf die Weltwirtschaftskrise erklärte, auf die zeitdiagnostische (je aktuelle) Analyse antidemokratischer extremistischer Bewegungen aus der Mitte der Gesellschaft. Die Extremismen von links und rechts wurden damit um einen neuen Typus ergänzt, der Faschismus als eine typische Mittelschichtbewegung erklärte.

konservative Revolution ist Sammelbegriff für eine Gruppe ideologischer Strömungen, die sich im Kontext der Weimarer Republik entwickelten, und die sie tragenden Akteure. In der heute verwendeten Form wurde er 1950 von dem rechtsgerichteten Publizisten Armin Mohler (1920–2003) eingeführt. Gemeinsam war diesen Akteuren, dass ihre Ideologien entschieden antiliberale, antidemokratische und antiegalitäre Züge trugen. Ihr Rechtskonservatismus unterschied sich vom traditionellen Konservatismusbegriff der Deutschen Zentrumspartei oder der Deutschnationalen Volkspartei grundlegend und manifestierte sich nicht in einer politischen Partei. Die Konservative Revolution wird in der Geschichtswissenschaft als Wegbereiter für den Nationalsozialismus behandelt. Heute greifen Vertreter der Neuen Rechten auf Ideologiemuster der Konservativen Revolution zurück.Der Historiker Volker Weiß kritisiert zahlreiche Auslassungen und Legenden, derer sich Mohler bedient habe. So lasse er die Verstrickungen mehrerer seiner Protagonisten in den Nationalsozialismus wie Carl SchmittErnst ForsthoffHans GrimmGiselher Wirsing oder Max Hildebert Boehm einfach weg. Dass er entschiedene Antisemiten wie Heinrich ClaßHans F. K. Günther und Houston Stewart Chamberlain, die „aus der Vorgeschichte des Nationalsozialismus nicht wegzudenken“ seien, ebenfalls in die Konservative Revolution einreihe, mache Mohlers Zusammenstellung „endgültig grotesk“. Bei seinem „zwischen Wissenschaft und Mythos“ schwankenden Vorgehen sei es Mohler in erster Linie darum gegangen, eine nicht-nationalsozialistische deutsche Rechte zu konstruieren und die Reichsidee in den politischen Diskurs der Bundesrepublik hinüberzuretten.

Blut-und-Boden-Ideologie ist eine agrarpolitische Ideologie, welche die Einheit eines rassisch definierten Volkskörpers mit seinem Siedlungsgebiet postuliert. Bäuerliche Lebensformen werden dabei nicht nur idealisiert und als Gegengewicht zur Urbanität gesetzt, sondern auch mit rassistischen und antisemitischen Ideen verknüpft, die eine germanisch-nordische Rasse als Bauerntum einem angeblichen jüdischen Nomadentum entgegensetzen. Zur angestrebten Verbäuerlichung der Gesellschaft bedarf es nach der Blut-und-Boden-Ideologie für ein „Volk ohne Raum“ neuer Siedlungsgebiete, die als Lebensraum im Osten zu erobern seien.